Anzahl der Armen in Deutschland während der Covid-19-Pandemie um 1 Million gestiegen

Es wurde berichtet, dass die Zahl der armen Menschen in Deutschland im Jahr 2022 im Vergleich zur Zeit vor der Covid-19-Pandemie um etwa 1 Million auf 14,2 Millionen gestiegen ist.

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Im „Armutsbericht“, der vom Vorsitzenden des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, vorgestellt wurde, heißt es, dass der Anteil der Bevölkerung, der in Armut lebt, von 16,6 Prozent im Jahr 2021 auf 16,8 Prozent im Jahr 2022 gestiegen ist.

In dem Bericht, in dem betont wird, dass die Armut in Deutschland weiterhin auf einem „hohen Niveau“ verharrt, wurde mitgeteilt, dass die Zahl der Armen in dem Land mit rund 84,4 Millionen Einwohnern im Jahr 2022 um etwa 100.000 gegenüber 2021 auf 14,2 Millionen angewachsen ist.

BERICHT VERÖFFENTLICHT

In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass die Armutsquote seit 2006 kontinuierlich steigt, und es heißt: „In diesem reichen Land gelten 14,2 Millionen Menschen als arm. Im Jahr 2022 waren fast eine Million Menschen mehr von Armut betroffen als vor der Pandemie, der Energie- und Preiskrise im Jahr 2019, und 2,7 Millionen mehr als im Jahr 2006.“

In dem Bericht, in dem auch die Information geteilt wurde, dass die Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen mit 21,8 Prozent einen Rekordwert erreicht hat, wurde festgehalten, dass dieser Anteil bei Alleinerziehenden bei 43,2 Prozent liegt.

Der Bericht enthält zudem einen Appell an die deutsche Bundesregierung, eine entschlossene Armutspolitik zu verfolgen. Zur Verringerung der Armut im Land wurden eine Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 15 Euro, bessere Renteneinkommen, der Ausbau der Kinderbetreuung sowie eine Kindergrundsicherung zum Schutz vor Armut vorgeschlagen.

UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN BUNDESLÄNDERN

Der Vorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Schneider, erklärte, dass die Armutsquote bei Kindern und Jugendlichen mit 21,8 Prozent einen „traurigen Rekord“ erreicht habe und sagte: „Mehr als jedes fünfte Kind im Land ist von Armut betroffen. Auch bei den Armutsquoten zeigen sich Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während in Bayern jeder achte Mensch von Armut betroffen ist, liegt dieser Anteil in Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Hamburg bei jedem fünften Menschen.“

Schneider erklärte zudem, dass es in den Zahlen für 2023 keine Anzeichen für eine Trendwende bei der Armut gebe.

Im Bericht des Wohlfahrtsverbandes wird ein kinderloser Einpersonenhaushalt als armutsgefährdet eingestuft, wenn er über ein verfügbares Einkommen von weniger als 1.186 Euro im Monat verfügt, während Alleinerziehende mit einem Kind unter 14 Jahren als arm gelten, wenn ihr Einkommen unter 1.542 Euro im Monat liegt.