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Murat Ülker mit deutlicher Kritik an 'Bestechung'! 'Selbst um unser Recht zu bekommen...'

Murat Ülker, Vorstandsmitglied der Yıldız Holding, sorgte mit seinen markanten Äußerungen zum Thema Bestechung für Aufsehen.

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Murat Ülker mit deutlicher Kritik an 'Bestechung'! 'Selbst um unser Recht zu bekommen...'

Murat Ülker, der laut der von Forbes veröffentlichten Liste der 'reichsten Geschäftsleute der Türkei' mit einem Vermögen von 5,4 Milliarden Dollar den ersten Platz belegt, hat auf dem sozialen Netzwerk LinkedIn einen bemerkenswerten Beitrag veröffentlicht. 

'INZWISCHEN MUSS MAN SOGAR BESTECHUNGSGELDER ZAHLEN, UM DAS ZU BEKOMMEN, WAS EINEM ZUSTEHT'

Wie aus einem Bericht von Patronlar Dünyası hervorgeht, kommentierte Ülker die von Kaan Sidar, dem Vorstandsvorsitzenden des Arbeitgeberverbandes der türkischen Lebensmittelindustrie, auf dessen Social-Media-Konto angestoßene Diskussion über 'Bestechung' und erklärte, dass der Verfall in der Geschäftswelt eine neue Dimension erreicht habe. 

Auf den langen Beitrag von Sidar zum Thema 'Bestechung' antwortete Ülker mit den Worten: "Lieber Kaan Sidar, Bestechung ist bekanntlich eine zweiseitige Angelegenheit. Sie wird genommen und gegeben, um etwas zu erlangen, worauf man keinen Anspruch hat. Doch die Situation, mit der wir heute konfrontiert sind, ist noch verheerender. Denn man sagt, dass man inzwischen sogar Bestechungsgelder, also Tribut, zahlen muss, um das zu bekommen, was einem rechtmäßig zusteht. Die Lösung ist zwar bekannt, aber..." 

'BESTECHUNG IST EINE PLAGE' 

Der Beitrag von Kaan Sidar zum Thema Bestechung auf seinem Social-Media-Konto lautet wie folgt:

"Ich teile mit Ihnen den Text unseres Lehrers Hilmi Yavuz über die Bestechung, eine Plage, für die noch kein Heilmittel entdeckt wurde.

Gegen die Krankheit der Bestechung wurde seit Jahrhunderten kein Mittel gefunden. Ob Impfstoff oder Antibiotikum, alles ist vergeblich. Es gibt jedoch auch Menschen, die gegen das Bestechungsvirus immun sind. Das sind Menschen, die keinen Wert auf weltliche Güter legen, ehrenhaft sind und einen festen Charakter haben.

Lassen Sie mich mit dem beginnen, was jeder kennt: Mit der Zeile von Fuzulî: 'Ich grüßte, sie nahmen ihn nicht an, weil es keine Bestechung war'. Das ist das erste Wort, an das ich bei jeder neuen Nachricht über Bestechung denke! Und dann noch: 'Gibt es denn einen Beleg für Bestechung?'

Bestechung ist eine Plage! Diese Plage hat auch eine Geschichte. Prof. Dr. Ahmet Mumcu berichtet in seiner Arbeit 'Bestechung im Osmanischen Reich', dass Bestechung 'in allen Gesellschaften, die das Stadium der Staatswerdung erreichen, zu beobachten ist'. In dem Vorwort zur 3. Auflage seines Buches aus dem Jahr 2005 stellt Mumcu fest, dass es 'unmöglich schwierig' sei, das Verbrechen der Bestechung zu verhindern, dass man aber, auch wenn man es nicht verhindern könne, den Gefahrengrad verringern könne. Er merkt jedoch an, dass es 'aufgrund des zunehmend verfallenden Wertesystems in der Türkei äußerst schwierig sei, die wirtschaftlichen, moralischen und gesellschaftlichen Maßnahmen zu ergreifen, die diese Verringerung bewirken würden'. Und so ist es tatsächlich! In der Tat ist das von Mumcu angesprochene 'Wertesystem' das der islamischen Moralvorstellungen der muslimisch-türkischen Gesellschaft. Es ist zutiefst bedauerlich zu beobachten, dass dieses Wertesystem längst zusammengebrochen ist und dass keine Notwendigkeit gesehen wird, es ausgerechnet durch Regierungen, die islamische Sensibilitäten für sich beanspruchen, zu reparieren und zu festigen.

Doch es scheint, dass diejenigen, die von dieser Plage befallen sind – um es mit einem alten Ausdruck zu sagen –, leider auch unter den Menschen zu finden sind, die an der Spitze des Staates stehen: Ein Beispiel ist Rüstem Pascha, der Schwiegersohn und Großwesir von Süleyman dem Prächtigen. Prof. Mumcu berichtet, dass Rüstem Pascha 'den Weg für den Verkauf von Staatsämtern ebnete und der erste bedeutende Vertreter der bestechlichen Verwalter war'. In der Ahnenreihe der Bestechlichkeit auf der Ebene des Großwesirs im Staat steht der Mann ganz oben: Süleymans Schwiegersohn, der 'kehle-i ikbal' (Laus des Glücks) Rüstem Pascha…

Mumcu sagt dazu: 'Tatsächlich belegen Dokumente die verschiedenen Korruptionsfälle dieses Staatsmannes, darunter die Ernennung zu vielen Ämtern gegen Bestechung und die Veruntreuung von Geldern.' Wie Mumcu weiter ausführt, beherrschte die Bestechung in der Spätzeit von Süleyman dem Prächtigen fast jeden Zweig des Staatsapparates. Mehr noch, Bestechlichkeit wurde 'mit einer ehrlichen Verwaltung gleichgesetzt, da verschiedene Gründe die Bestechung inzwischen zu einem notwendigen Bestandteil der Staatsführung gemacht hatten'. Dass Bestechung zur Norm wurde! Gazi Giray drückt diesen Zustand mit folgenden Zeilen aus:

Die Länder des Islam wurden von den Ungläubigen geplündert

Oh ihr Gottlosen, nehmt ihr nur Bestechungsgelder und sitzt herum …

Ogier Ghiselin de Busbeck, der als Gesandter des österreichischen Kaisers Ferdinand nach Istanbul geschickt wurde, berichtet in seinen 'Türkischen Briefen', die 1939 von Hüseyin Cahit Yalçın ins Türkische übersetzt wurden, dass er Bestechungsgelder für die Unterzeichnung eines Friedensvertrages mit Österreich angeboten habe und der Pascha dies akzeptiert habe."




Nachrichtenquelle: 12punto

Murat Ülker Yıldız Holding