Werden Covid-Impfstoffe bei Krebspatienten eingesetzt?
Eine neue, im Fachmagazin Nature veröffentlichte Studie zeigt, dass die für die COVID-19-Pandemie entwickelten mRNA-Impfstoffe von Pfizer/BioNTech und Moderna die Überlebenszeit bei Patienten mit bestimmten Krebsarten um durchschnittlich 75 Prozent verlängern könnten.
Laut einer im Londoner Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie haben die mRNA-Impfstoffe, die während der COVID-19-Pandemie Millionen von Menschen verabreicht wurden, bei Krebspatienten unerwartet positive Ergebnisse gezeigt.
Es wurde festgestellt, dass die von Pfizer/BioNTech und Moderna entwickelten Impfstoffe das Immunsystem aktivieren und die Lebensdauer einiger Patienten mit fortgeschrittenem Krebs signifikant verlängern.
FORSCHUNG AN DER UNIVERSITY OF TEXAS DURCHGEFÜHRT
In der Studie, die am MD Anderson Cancer Center der University of Texas in den USA durchgeführt wurde, wurden die medizinischen Unterlagen von Patienten mit Lungenkrebs im Stadium 3 und 4 untersucht, die zwischen 2015 und 2022 behandelt wurden.
Bei der Auswertung der Daten von insgesamt 884 Patienten wurde festgestellt, dass 180 dieser Patienten innerhalb der ersten 100 Tage ihrer Immuntherapie einen COVID-19-mRNA-Impfstoff von Pfizer oder Moderna erhalten hatten.
Zum Vergleich wurde eine Kontrollgruppe aus 704 Patienten gebildet, die im gleichen Zeitraum nicht geimpft wurden.
GEIMPFT PATIENTEN LEBTEN LÄNGER
Bei der Analyse der Daten zeigte sich, dass geimpfte Patienten im Durchschnitt 37,3 Monate überlebten, während dieser Zeitraum in der ungeimpften Gruppe bei 20,6 Monaten lag.
Drei Jahre nach Beginn der Behandlung lebten noch 55,7 Prozent der geimpften Patienten, während dieser Anteil bei den ungeimpften Patienten 30,8 Prozent betrug.
Es wurde berichtet, dass dieser Unterschied auch nach Berücksichtigung von Alter, Krankheitsstadium und anderen klinischen Faktoren statistisch signifikant blieb.
DIE ROLLE VON mRNA-IMPFSTOFFEN FÜR DAS IMMUNSYSTEM
Dem Forschungsteam zufolge erzeugen mRNA-Impfstoffe einen Effekt, der das Immunsystem des Körpers allgemein aktiviert.
Es wird davon ausgegangen, dass die Impfstoffe nicht direkt auf die Krebszellen abzielen, sondern die Immunzellen „wachrütteln“ und sie empfindlicher gegenüber Krebszellen machen.
Es wurde betont, dass dieser Effekt den Angriffsmechanismus der Immuntherapie auf Krebszellen unterstützen könnte.
Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass bei einer Bestätigung dieser Ergebnisse durch umfassendere Studien eine neue Ära in der Krebsbehandlung beginnen könnte.
Nachrichtenquelle: 12punto
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