In dem vom 1. Fachgremium des ATK erstellten Bericht wurde festgehalten, dass bei Denizolgun, der am 7. September 2016 tot in seinem Haus aufgefunden wurde, am 8. September 2016 durch die Abteilung für Leichenschau des Instituts für Rechtsmedizin eine Durchleuchtung, eine Leichenschau sowie eine Obduktion durchgeführt wurden und bei der Obduktion Proben für biologische, toxikologische und histopathologische Untersuchungen entnommen wurden.
Der Bericht besagt, dass die Ergebnisse der radiologischen Bildgebung, der Leichenschau und der Obduktion sowie die toxikologischen und histopathologischen Untersuchungen der entnommenen Proben zu der Schlussfolgerung führten, dass Denizolgun an einer pathologischen (nicht traumatischen) Hirnblutung verstarb. Dieser Bericht wurde am 17. Oktober 2016 an die Generalstaatsanwaltschaft Beykoz übermittelt.
Proben aus dem Grab wurden untersucht
Dem Bericht zufolge wurden die Proben analysiert, die am 19. August bei einer Exhumierung aus dem Grab von Denizolgun entnommen worden waren.
Bei der Analyse und Untersuchung der aus dem Grab gewonnenen Knochen, der entnommenen Bodenproben sowie der in angemessener Entfernung zum Grab für Referenzzwecke entnommenen Bodenproben wurden unterschiedliche Mengen an Molybdän, Cadmium, Quecksilber, Thallium, Blei, Kobalt, Nickel, Arsen und Vanadium festgestellt. In einem Knochenstück wurde zudem Antimon nachgewiesen.
Der Bericht hält fest, dass bei der stereomikroskopischen Untersuchung der Kehlkopfknorpel- und Kehlkopfknochenfragmente der Kehlkopfknochenkörper intakt war, der Kehlkopfknorpel jedoch weitgehend verkalkt war. Aufgrund der unvollständigen Verkalkung wies das Gewebe eine wabenartige Struktur auf, wobei stellenweise Gewebedefekte, Bruchlinien und durch den Bruch bedingte Deformationen beobachtet wurden.
Schwere Metalle im Gewebe innerhalb normaler Werte
Im Bericht wird mitgeteilt, dass bei der Untersuchung der durch die Exhumierung gewonnenen Proben ein Bruch des Schildknorpels festgestellt wurde, der jedoch während der Bestattungs- und Exhumierungsvorgänge entstanden sei.
Die drei bei der Leichenschau und Obduktion im Brustbereich beschriebenen Ekchymosen seien laut Bericht in einem Zeitraum von 3 bis 14 Tagen vor dem Tod entstanden und nicht geeignet gewesen, den Tod herbeizuführen.
Im Bericht heißt es dazu:
"Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass keine medizinischen Beweise für ein Ersticken durch Abdecken von Mund und Nase, Druck auf den Hals oder Druck auf den Brustkorb vorliegen, keine medizinischen Beweise für einen Tod durch traumatische Einwirkung bestehen, die bei der Obduktion und durch die Exhumierung gewonnenen Gewebeproben festgestellten Schwermetalle innerhalb normaler Werte liegen und keine anderen gesuchten toxischen Substanzen gefunden wurden, gibt es keine medizinischen Beweise für eine Vergiftung als Todesursache. Es wird angenommen, dass der Tod, wenn auch nicht exakt bestimmbar, am 6. September 2016 eingetreten sein könnte und bei der Person mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen infolge einer durch Bluthochdruck verursachten Hirnblutung erfolgte."
Als Ergebnis der radiologischen Untersuchung (Durchleuchtung), der Leichenschau, der Obduktion, der Exhumierung und der Auswertung der entnommenen Proben wurde im Bericht festgehalten, dass "keine medizinischen Beweise für ein Ersticken durch Abdecken von Mund und Nase, Druck auf den Hals oder Druck auf den Brustkorb vorliegen, keine medizinischen Beweise für einen Tod durch traumatische Einwirkung bestehen, keine medizinischen Beweise für eine Vergiftung vorliegen und der Tod der Person, die an Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen litt, infolge einer durch Bluthochdruck verursachten Hirnblutung eingetreten ist".
Generalstaatsanwaltschaft wird Zusatzbericht zum Tod von Denizolgun anfordern
Die Ermittlungen, die aufgrund der Einstufung des Todes des ehemaligen Verkehrsministers Arif Ahmet Denizolgun als verdächtig eingeleitet wurden, dauern an. Wie zu erfahren war, wird die Generalstaatsanwaltschaft Bakırköy morgen einen Zusatzbericht vom 1. Fachgremium des Instituts für Rechtsmedizin zum Tod von Denizolgun anfordern.
Nachrichtenquelle: 12punto