Finden Sie Nachrichten im folgenden Datumsbereich
und und
und und
und und
Löschen
Euro
Arrow
53,9589
Dollar
Arrow
44,7400
Pfund Sterling
Arrow
63,0415
Gold
Arrow
6268,8262
BIST 100
Arrow
10.729

Der Schrei der verbotenen Tage ist nicht verstummt: Ahmet Tellis Feder ist der Zukunft anvertraut!

Cengiz Aldemir schreibt... Der Schrei der verbotenen Tage ist nicht verstummt: Ahmet Tellis Feder ist der Zukunft anvertraut!

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!
Der Schrei der verbotenen Tage ist nicht verstummt: Ahmet Tellis Feder ist der Zukunft anvertraut!

Ich empfinde unbeschreibliche Trauer über den Verlust von Ahmet Telli, jener ebenso stürmischen wie naiven Stimme der türkischen Literatur, den ich seit Jahren im Umfeld der Mülkiye, an einem Tisch, mitten in tiefgründigen Gesprächen kannte; ein wertvoller Dichter und ein kostbarer Mensch, mit dem ich Sorgen und Hoffnungen Seite an Seite teilte.

Es war ein Privileg, einen Dichter nicht nur durch seine geschriebenen Zeilen kennenzulernen, sondern auch durch die Sätze, die er bei einem Glas Tee formulierte, durch seine unverwechselbare aufrechte Haltung und sein Gewissen, das stets oppositionell blieb. Er war ein Lehrer im Klassenzimmer, ein Weggefährte auf dem Platz und ein Wahrheitssucher am Schreibtisch. Ich war persönlich Zeuge seiner Gespräche, an denen ich zeitweise teilnahm, und sah, wie er nie davor zurückschreckte, seine Verse gegen die härtesten Felsen des Lebens prallen zu lassen. Und er sagte: "Der Mensch gewinnt an Bedeutung, je mehr er Widerstand leistet."

Ahmet Tellis Lyrik war ein Aufstand gegen die Unterwerfung. Auch in seinen Gesprächen bei den Mülkiyeliler sprach er stets mit derselben Entschlossenheit. Er begriff die Liebe nicht als Schwäche, sondern als revolutionären Willen. Seine Verse waren wie ein Manifest für eine "aufrechte Haltung" gegen Unterdrückung und Dunkelheit.

Ich erinnere mich: Als er seinen berühmten Aufruf "Kämpfend wird man voranschreiten" verfasste, brachte er diese Worte nicht nur zu Papier; er stellte diesen Glauben in den Mittelpunkt seines Lebens:

"Kämpfend wird man voranschreiten

Aus diesen Städten, aus diesen verbotenen Tagen

Kämpfend werden wir mit unseren Händen ergreifen

Das Morgen, den hoffnungsvollsten Morgen..."

Er war nicht nur ein Dichter; er war ein Lehrer des Gewissens, der angelernte Akzeptanzen zertrümmerte.

Als er von dem "Ort, an dem die Trauer verfeinert wird" sprach, erinnerte er uns eigentlich daran, dass selbst der Schmerz eine Ästhetik und einen Raum des Widerstands besitzt. Das Resümee seiner jahrelangen Gespräche liegt wohl in diesen Zeilen verborgen:

"Du bist ein Kind, das auch mich zum Kind macht

Mit einem Lächeln bringst du den Frühling

Aber wisse, in diesem Land

Ist selbst die Trauer ein revolutionärer Akt..."

Ahmet Telli lehrte uns, sich nicht zwischen den Zahnrädern des Systems zerreiben zu lassen, in Würde zu leben und die Feder nur in den Dienst der Wahrheit zu stellen. Auch wenn sein berühmtes Lachen und seine tiefen Seufzer nun an jenen Tischen fehlen, werden seine Verse und die kostbaren Erinnerungen, die wir teilten, weiterhin als Wegweiser für die Suche nach Gerechtigkeit dienen.

Ein Dichter stirbt nicht; er hinterlässt lediglich ein unvollendetes Gedicht, das in den Herzen der neuen Generationen neu geschrieben werden will. Er hat seine revolutionäre Identität, seine stolze Lehrerhaltung und seinen mit Trauer gekneteten Aufstand all seinen Freunden anvertraut.

Mein lieber Freund, mein Lehrer, mein Dichter; deine Verse sind nun an dem sichersten Ort der Geschichte und meines Gewissens verwahrt. Deine Erinnerung wird in jenem Garten der Mülkiye weiterleben, der stets nach freundschaftlichen Gesprächen duftete. Denn du hast ein "Feuer des Aufstands" hinterlassen, das niemals erlöschen wird.

Mögen dein Weg und dein Wort ewig sein.


Nachrichtenquelle: 12punto