Kritik von Buğra Kavuncu (İYİ Parti) an Bahçelis Aufruf an Öcalan: 'An eine illegale Organisation...'
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der İYİ Parti, Buğra Kavuncu, reagierte auf den Aufruf des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli an den Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, er solle „die einseitige Auflösung seiner Organisation verkünden“.
Der Handschlag des MHP-Vorsitzenden Devlet Bahçeli mit Abgeordneten der DEM-Partei und sein Aufruf an den Anführer der Terrororganisation PKK, Abdullah Öcalan, „die einseitige Auflösung seiner Organisation zu verkünden“, bleiben weiterhin ein zentrales Thema auf der Tagesordnung.
Die Erklärung des AKP-Vorsitzenden und Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan, wonach „Bahçelis Handschlag mit den Ko-Vorsitzenden der DEM-Partei ein wichtiger Schritt sei“, sowie der Dank des DEM-Partei-Abgeordneten für Istanbul, Sırrı Süreyya Önder, an Erdoğan und Bahçeli haben Spekulationen über einen „neuen Lösungsprozess“ erneut befeuert.
"WIR STEHEN AN DER SCHWELLE EINES WEITEREN ÖFFNUNGSPROZESSES"
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der İYİ Parti, Buğra Kavuncu, äußerte sich bei einer Sitzung im türkischen Parlament zur aktuellen Lage.
In Bezug auf die Gerüchte über einen Lösungsprozess sagte Kavuncu: „Es ist offensichtlich, dass wir an der Schwelle zu einem weiteren Öffnungsprozess stehen, wie er bereits in der Vergangenheit versucht wurde und den wir damals schon scharf kritisiert haben. Es gibt Vorbereitungen dafür.“
REAKTION AUF BAHÇELIS AUFRUF AN ÖCALAN
Kavuncu betonte, dass aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt worden sei, und kritisierte den Aufruf des MHP-Chefs Bahçeli an den Terroristenführer Öcalan.
„Anstatt daraus zu lernen, werden noch viel unbedachtere und riskantere Schritte unternommen. Es gibt einen Unterschied zwischen damals und heute“, sagte Kavuncu und fuhr fort:
„In unserem Land gibt es illegale Migranten. Es gibt Flüchtlinge, die unter dem Schutzstatus für Syrer stehen. Gleichzeitig haben wir einen Innenminister, der sagt, er kenne die Adressen von Hunderttausenden Flüchtlingen nicht. In einem solchen Umfeld werden Aufrufe an eine illegale Organisation gerichtet und von einem Öffnungsprozess gesprochen.“
Kavuncu äußerte sich auch zu den Verfassungsdebatten:
„Anstatt sich mit den ersten vier Artikeln der Verfassung zu befassen, anstatt den dritten Artikel zu interpretieren, anstatt sich mit diesen Artikeln zu beschäftigen, die die Grundstruktur der Türkei schützen, sollten Sie sich lieber mit dem Präsidialsystem befassen.“
Buğra Kavuncu wies auf die Zunahme von Mafia- und Bandenstrukturen hin und erklärte:
„In den Zeitungen liest man überall in der Türkei Nachrichten über Bandenaktivitäten. Sie haben begonnen, Staatsanwälte zu bedrohen. Und nicht nur das: Die gesamten persönlichen Daten der Staatsanwälte gelangen in die Hände der Mafia. In einem solchen Prozess sehen wir, dass die Fehler der Vergangenheit wiederholt werden und die Gefahr besteht, dass dies zu noch verheerenderen Ergebnissen führt. Der Staat beendet den Terror. Um den Terror zu beenden, richtet man keine Aufrufe an irgendeine Person, schon gar nicht an einen Terroristenführer. Natürlich ist unsere Partei für 'Frieden' und dafür, dass der 'Terror endet', daran gibt es keinen Zweifel. Aber die Lösung und der Weg dorthin sind für uns eindeutig. Die Waffen müssen für immer niedergelegt werden. Die Läufe, die gegen unsere Zivilisten, Soldaten und Polizisten gerichtet waren, müssen begraben werden – und zwar für immer – und die Täter müssen sich der türkischen Justiz stellen. Erst danach kann man über alles Weitere sprechen. Aber jeder Versuch, der unternommen wird, während diese Waffen noch in den Händen gehalten werden, wird zu noch schlimmeren Zuständen führen als jene, die wir in der Vergangenheit erlebt haben.“
"DIE VERANTWORTUNG FÜR DAS ERDBEBEN TRAGEN DIE HEUTIGEN MACHTHABER"
Kavuncu betonte, dass das Erdbeben nach dem gestrigen Beben der Stärke 5,9 in Malatya wieder auf der Tagesordnung stehe, und bewertete die Lage: „Leider wird nichts getan. Die Stadterneuerung schreitet nur langsam voran. Die Verantwortung für ein morgiges Erdbeben werden die heutigen Verantwortlichen tragen.“
Kavuncu gratulierte dem Ökonomen Daron Acemoğlu zum Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 2024 und sagte: „Wir als Türkei sind alle stolz. Er hat den Nobelpreis für seine Erkenntnisse und Arbeiten erhalten, in denen er auf die Stärke, Stabilität, Effizienz und Inklusivität von Institutionen verweist und feststellt, dass der Entwicklungsstand, das Glück und der Wohlstand von Ländern direkt proportional zur Stabilität dieser Institutionen sind.“
Kavuncu erinnerte daran, dass der Bericht der Ombudsstelle (KDK) für das Jahr 2023 im Parlament beraten werde, und wies darauf hin, dass die meisten Beschwerden bei der KDK das öffentliche Personalwesen beträfen.
Kavuncu von der İYİ Parti erklärte, dass sich im KDK-Bericht genau das Gegenteil von dem widerspiegle, was Acemoğlu über die Inklusivität von Institutionen festgestellt habe.
KRITIK AN DER AKP WEGEN TIERMASSENMORD
Kavuncu kritisierte auch die Tötung von Tieren in Gebze und Ümraniye: „Warum habt ihr ein Gesetz verabschiedet, für das ihr euch schämen müsst? Wir haben hier tagelang und nächtelang darüber debattiert. Wir haben kein einziges Wort von den Abgeordneten der AK-Partei gehört.“
Kavuncu wies darauf hin, dass die Bürger morgens im Dunkeln aufstehen müssten, und forderte die Abschaffung der dauerhaften Sommerzeit.
Nachrichtenquelle: AA
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