Finden Sie Nachrichten im folgenden Datumsbereich
und und
und und
und und
Löschen
Euro
Arrow
54,0267
Dollar
Arrow
44,7745
Pfund Sterling
Arrow
63,1085
Gold
Arrow
6266,8366
BIST 100
Arrow
10.729

Selahattin Demirtaş fordert 'Freiheit'! 'Gewählte Vertreter müssen freigelassen werden'

Der im Gefängnis von Edirne inhaftierte ehemalige HDP-Co-Vorsitzende Selahattin Demirtaş hat eine bemerkenswerte Erklärung zu den Konflikten zwischen dem Iran und Israel sowie zum inneren Frieden der Türkei abgegeben. Demirtaş rief dazu auf, den Entwaffnungsprozess der PKK abzuschließen, forderte die Freilassung gewählter Bürgermeister und schlug ein 'Arbeitstreffen' zwischen den Politikern vor.

Überlass die Wahl deiner Nachrichten nicht dem Algorithmus - entscheide selbst, was du liest. Füge 12punto zu deinen bevorzugten Quellen hinzu!
Selahattin Demirtaş fordert 'Freiheit'! 'Gewählte Vertreter müssen freigelassen werden'

Der ehemalige HDP-Co-Vorsitzende Selahattin Demirtaş, der seit fast 9 Jahren im Gefängnis von Edirne inhaftiert ist, hat über seinen Social-Media-Account eine schriftliche Erklärung veröffentlicht. Mit Blick auf die ausgebrochenen Konflikte zwischen dem Iran und Israel sowie die Entwicklungen im Nahen Osten erklärte Demirtaş: "Das iranische Regime begeht seit vielen Jahren ein großes Unrecht an seinen eigenen Bürgern, indem es sich dem Demokratie- und Menschenrechtsgedanken vollständig verschließt. Dennoch rechtfertigt kein Grund eine imperiale Einmischung. Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass die militärische Operation gegen den Iran gestoppt wird und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erfolgt".

Demirtaş betonte, dass die Bedeutung des Entwaffnungsprozesses der PKK in der aktuellen Situation noch weiter zugenommen habe, und erklärte, dass der Prozess ohne Unterbrechungen schnell zum Erfolg geführt werden müsse.


Die vollständige Nachricht von Demirtaş lautet wie folgt:

"Das iranische Regime begeht seit vielen Jahren ein großes Unrecht an seinen eigenen Bürgern, indem es sich dem Demokratie- und Menschenrechtsgedanken vollständig verschließt. Dennoch rechtfertigt kein Grund eine imperiale Einmischung. Wir müssen uns darauf konzentrieren, dass die militärische Operation gegen den Iran gestoppt wird und eine Rückkehr an den Verhandlungstisch erfolgt. Es scheint jedoch, dass die imperialen Eingriffe im Nahen Osten nicht aufhören werden, bis sie ihre eigenen Ziele erreicht haben. Neben der prinzipiellen Verteidigung des regionalen Friedens und dem intensiven Einsatz dafür müssen wir auch im Inland schneller und mutiger handeln, um Einheit und Frieden zu sichern.

In diesem Rahmen:

1- Mit dem Aufruf von Abdullah Öcalan vom 27. Februar und der Auflösungsentscheidung der PKK müssen alle Parteien Sorgfalt, Mut und Weisheit zeigen, damit der Entwaffnungsprozess ohne Provokationen oder Störungen ausgewogen und schnell abgeschlossen werden kann.

2- Die politisch motivierte juristische Schikane, die offensichtlich weder der Stärkung der inneren Front noch der Entwicklung eines Gerechtigkeitsempfindens dient, muss definitiv beendet werden. Wenn ein Straftatbestand vorliegt, müssen die notwendigen Schritte unternommen werden, damit dieser durch Generalstaatsanwälte, Staatsanwälte und Richter bearbeitet wird, deren Unparteilichkeit und Unabhängigkeit nicht in Frage gestellt werden können.

Die Freilassung gewählter Bürgermeister und Bürokraten während des laufenden Verfahrens ist auch eine Anforderung unseres innerstaatlichen Rechts; in dieser Hinsicht müssen nun konkrete Fortschritte erzielt, Freilassungen ermöglicht und die Verfahren durch einen fairen juristischen Prozess schnellstmöglich abgeschlossen werden. Während sich das Feuer im Nahen Osten zu einem riesigen Brand ausweitet, sollte man nicht an solchen Haltungen festhalten, die die Gesellschaft ausgrenzen.

3- In einer solchen Zeit sollte niemand durch kleinkariertes Kalkül abenteuerliche, riskante und katastrophale Schritte auch nur in Erwägung ziehen. Man darf nicht vergessen, dass Imperialismus eher eine Ruine als ein Gewinn ist. Wir werden in der türkischen Gesellschaft auch in dieser Zeit zusammenstehen; als eine Karawane freier, laizistischer, egalitärer und gerechter Bürger werden wir, wenn nötig, als ein Volk von 85 Millionen Menschen von Edirne bis Hakkari Widerstand leisten; wir werden unsere gemeinsame Heimat unter Einsatz unseres Lebens verteidigen.

Wir werden unsere internen Probleme untereinander, im Rahmen gegenseitigen Vertrauens und im 'Geist der Brüderlichkeit' lösen. Jede Suche außerhalb dessen bringt nur Katastrophen. Wir werden keinen auswendig gelernten, wütenden, rachsüchtigen oder hasserfüllten Ansätzen nachgeben, sondern mutig und aufrichtig sein.

4- In der Voraussicht, dass der Brand im Nahen Osten nicht in kurzer Zeit gelöscht sein wird, wäre es nützlich, auf Einladung des Präsidenten so bald wie möglich ein Arbeitstreffen mit allen Parteivorsitzenden in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM) abzuhalten, um eine kurz-, mittel- und langfristige gemeinsame innen- und außenpolitische Linie festzulegen, die jede politische Gruppe mit gutem Gewissen verteidigen kann.

Keiner der von mir genannten Punkte steht einer auf Höflichkeit basierenden demokratischen Opposition in der Innenpolitik oder der Kontrolle und Kritik der Regierung im Wege. Die eigentliche Gefahr ist die Legitimierung antidemokratischer Tendenzen unter dem Deckmantel von Einheit und Zusammenhalt.

Die Türkei ist als Unterdrückte geboren, die Türkei ist als Gerechte geboren, die Türkei ist in Frieden aufgeblüht, und dafür werden wir unsere Worte haben, unseren Mut zeigen und unseren Willen zur Solidarität beweisen.

Dieser Sturm wird eines Tages zweifellos abflauen, und wir werden als die alten Völker dieses Landes hier, gemeinsam, frei und gleich leben."


Nachrichtenquelle: 12punto

Edirne Selahattin Demirtaş