Was schrieb Deniz Gezmiş in das Anıtkabir-Gästebuch?
Was Deniz Gezmiş, der Anführer einer unbändigen Jugendbewegung gegen den Imperialismus, in das Gästebuch des Anıtkabir schrieb, ist ein Thema von großem Interesse. Was schrieben Deniz Gezmiş, einer der „drei jungen Sprösslinge“, die am Morgen des 6. Mai 1972 für die Unabhängigkeit in den Tod gingen, und seine Freunde in das Anıtkabir-Gästebuch? Hier sind die Details...
Deniz Gezmiş, eine der Symbolfiguren der linken Generation, und seine Freunde organisierten 1969 den „Mustafa-Kemal-Marsch für ein vollkommen unabhängiges Türkiye“ von Samsun nach Ankara.
Der Marsch, der als antiimperialistische Stimme gegen die damalige rechte Regierung immer mehr an Bedeutung gewann, stieß bei den fortschrittlichen Kreisen der Türkei auf großes Interesse. Der Marsch ging als eine der wirkungsvollsten Aktionen der Jugendbewegung von 1968 in die Geschichte ein.
Der Plan sah vor, am 1. November in Samsun aufzubrechen, am 10. November das Anıtkabir zu erreichen und die Aktion mit einer Schweigeminute vor Atatürk zu beenden.
Auf die Frage von Journalisten zu dem Marsch, der von der Jugend organisiert wurde, die für die volle Unabhängigkeit der Türkei kämpfte, gab der damalige Premierminister Süleyman Demirel seine berühmte Antwort:
Straßen nutzen sich durch das Gehen nicht ab.
'WIR SIND WIRKLICH AUF DEINEN SPUREN'
Deniz Gezmiş notiert in seinem Marschtagebuch mit dem Titel „Wir sind auf dem Weg der nationalen Befreiung gegen den amerikanischen Imperialismus auf deinen Spuren“ Folgendes:
30. Oktober 1968. Um 13:30 Uhr gingen wir gemeinsam zum Atatürk-Denkmal und hielten eine Schweigeminute ab. Danach sangen wir die Nationalhymne, entfalteten unsere Flagge und das beschriftete Tuch und machten uns auf den Weg... 10. November 1968. Wir wollten das Anıtkabir erreichen und in der Gegenwart des Ata unsere Verbundenheit zu ihm zumindest durch eine Schweigeminute zeigen. Wir gingen auf verschiedenen Wegen verstreut in Richtung Anıtkabir. Trotz aller Vorkehrungen und Aggressionen waren wir dreihundert bewusste Köpfe, die nicht nachgaben... Ein Offizier der türkischen Streitkräfte verschaffte uns die notwendige und bestmögliche Erleichterung. In diesem Moment wurde unser Kranz gebracht. Auf den Kranz hatten wir geschrieben: ‚Wir sind auf dem Weg der nationalen Befreiung gegen den amerikanischen Imperialismus auf deinen Spuren – Die Samsun-Marschierer‘... Wir traten vor den Ata. Wir hielten eine Schweigeminute ab und schrieben in das Buch: ‚Wir sind in unserem zweiten nationalen Befreiungskrieg gegen den amerikanischen Imperialismus wirklich auf deinen Spuren. Unser nationaler Befreiungskrieg kann nicht vernichtet werden. Um ihn zu vernichten, müsste man das gesamte türkische Volk vernichten. Die Mustafa-Kemal-Marschierer für ein vollkommen unabhängiges Türkiye‘.
Nachrichtenquelle: 12punto
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