Erdoğans scharfe Reaktion auf Journalisten bei Fraktionssitzung: 'Halt den Mund, du machst Lärm, der Reis spricht!'
Während die Äußerungen von Präsident Erdoğan gegenüber Journalisten im Parlament für Aufsehen sorgten, kam es zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen Mitgliedern der AK-Partei und Pressevertretern.
Der kontroverse Vorfall ereignete sich während der Rede des AK-Parteivorsitzenden und Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bei der Fraktionssitzung in der Großen Nationalversammlung der Türkei (TBMM). Während Erdoğan in seiner Rede betonte: „Wir gehörten nie zu denen, die Pressevertreter arrogant bedrohen“, zeigten einige im Saal anwesende Mitglieder der AK-Partei heftige Reaktionen gegenüber den Journalisten.
SCHARFE REAKTION AUF JOURNALISTEN
Während der Sitzung machten sich die Journalisten, die Erdoğans Rede verfolgten, Notizen, während hinter ihnen sitzende AK-Parteimitglieder lautstark Parolen wie „Die Jugend ist hier, an der Seite ihres Reis“ skandierten. Aufgrund des durch die Sprechchöre verursachten Lärms sahen sich einige Journalisten gezwungen, um Ruhe zu bitten, da sie die Rede nicht klar verstehen konnten. In diesem Moment entzündete sich der Streit, als ein AK-Parteimitglied ausrief: „Der Reis spricht, sollen wir etwa nicht zuhören, sollen wir etwa nicht hier sein? Halt den Mund, du machst Lärm, der Reis spricht.“
Die Journalisten erklärten daraufhin, dass sie lediglich ihre Arbeit verrichten wollten und Schwierigkeiten hätten, Erdoğan zu verstehen. Die kurzzeitige Spannung wurde durch das Eingreifen eines anderen Parteimitglieds entschärft, doch die Sprechchöre wurden erneut lauter. Im weiteren Verlauf der Sitzung kam es zu keinen weiteren Spannungen mehr.
Der entsprechende Abschnitt in der Rede von Präsident Erdoğan war im Hinblick auf die Betonung von Pressefreiheit und Demokratie bemerkenswert. Erdoğan äußerte sich wie folgt:
„Von der Ausweitung der Rechte und Freiheiten bis hin zum Kampf gegen die im Staat verankerten oligarchischen Strukturen; von der Zurückdrängung politischer Machtzentren bis zur Stärkung des nationalen Willens haben wir in jedem Bereich die größten Reformen der republikanischen Geschichte unterzeichnet und in vielen Bereichen stille Revolutionen vollzogen. Wir gehörten nie zu denen, die – wie die Hauptopposition – zwar von Pressefreiheit reden, aber dann vom Rednerpult aus mit dem Finger auf die Presse zeigen, nur weil diese ihre Korruption aufdeckt, oder die Pressevertreter arrogant bedrohen. Wir haben Kritik ertragen und auf konstruktive Vorschläge gehört. Angesichts von Rechtswidrigkeiten haben wir unser Recht innerhalb des Gesetzes gesucht. Wir haben niemals zu antidemokratischen Methoden gegriffen, wie etwa: 'Wir werden das schließen, wir werden dort das Schloss vor die Tür hängen, wir werden euch alle zur Rechenschaft ziehen'.“
KÖRPERLICHER EINGRIFF DURCH SÜLEYMAN SOYLU GEGENÜBER JOURNALIST
Ein weiterer angespannter Moment vor der Sitzung ereignete sich zwischen dem ehemaligen Innenminister Süleyman Soylu und einem Reporter. Als dieser eine Frage zum Fall Gülistan Doku stellen wollte, griff Süleyman Soylu nach dem Arm des Reporters und versuchte zu verhindern, dass Kameraaufnahmen gemacht wurden. Dieses Verhalten von Soylu brachte die Debatte über Pressefreiheit erneut auf die Tagesordnung.
Die jüngsten Ereignisse haben die Arbeitsbedingungen von Pressevertretern unter dem Dach des Parlaments und die Haltung der Politiker erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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