Grab für 9 Arbeiter: Wird die Goldmine in İliç, Erzincan, wo sich die Katastrophe ereignete, wiedereröffnet? Überraschende Unterstützung
Die Wiedereröffnung der Çöpler-Goldmine in İliç, Erzincan, die für 9 Arbeiter zum Grab wurde, steht auf der Tagesordnung. Viele Persönlichkeiten, darunter der CHP-Abgeordnete Mustafa Sarıgül, haben sich mit Verweis auf Beschäftigung und Wirtschaft für eine Wiederaufnahme der Produktion ausgesprochen.
Der massive Erdrutsch, der sich am 13. Februar 2024 im Bezirk İliç in Erzincan ereignete, kostete 9 Arbeiter auf dem Gelände der Çöpler-Goldmine das Leben. Die Mine, deren Betrieb nach der Katastrophe unterbrochen wurde, soll nun wiedereröffnet werden. Diese Forderung wird mit Argumenten wie „Beschäftigung und wirtschaftlicher Beitrag“ begründet.
„PRODUKTION SOLL WIEDER STARTEN“
Zu den Unterstützern der Mine gehört auch der CHP-Abgeordnete für Erzincan, Mustafa Sarıgül. In seiner Erklärung sagte Sarıgül: „Um die Produktion in İliç wieder aufzunehmen, müssen alle Vorkehrungen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit getroffen werden. Das geschlossene Laugungsverfahren ist zu 99 Prozent sicher. Nachdem alle Maßnahmen sichergestellt sind, sollte die Produktion gesteigert und die Rechte der Arbeiter gewahrt werden.“

WIRTSCHAFTLICHER SCHADEN ALS BEGRÜNDUNG
Nach Angaben des türkischen Goldproduzentenverbandes und aus Branchenkreisen bot die Mine direkt und indirekt etwa 4.000 Menschen Arbeit. Da die Mine seit 17 Monaten geschlossen ist, wird behauptet, dass sowohl der Handel in der Region als auch die Beschäftigungskette unter ernsthaften Problemen leiden.
Der Vorsitzende der Handelsbörse Erzincan, Nadir Akar, unterstützte diese Ansicht und sagte: „Als die Mine in Betrieb war, gab es einen erheblichen Handelskreislauf in der Region. Als die Produktion stoppte, kam das Getriebe völlig zum Stillstand.“

„GOLDIMPORT VERGRÖSSERT DAS LEISTUNGSBILANZDEFIZIT“
Der Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Erzincan, Ahmet Tanoğlu, erklärte, dass Goldimporte eine wichtige Rolle in der türkischen Wirtschaft spielen. Tanoğlu sagte: „Goldimporte machen einen großen Teil des Leistungsbilanzdefizits aus. Die Mine sollte auf sichere Weise wieder in Betrieb genommen werden.“
Prof. Dr. Cemalettin Okay Aksoy vom Fachbereich Bergbauingenieurwesen der Dokuz-Eylül-Universität argumentierte, dass die Umweltrisiken unter Kontrolle gebracht wurden. Aksoy sagte: „Den Tests des Ministeriums und des Unternehmens zufolge gibt es keine umweltkritische Situation. Im Sabırlı-Tal wurden 6.000 Wasser- und 700 Bodenproben untersucht. 210 Millionen Dollar wurden für den Sanierungsprozess ausgegeben. Die Fortsetzung der Produktion mit der geschlossenen Sulfitanlage bietet ein robusteres System sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf die Arbeitssicherheit.“
WAS WAR PASSIERT?
Der Einsturz des Laugungshaufens in der Çöpler-Goldmine im Bezirk İliç in Erzincan am 13. Februar 2024 hatte zu einer großen Katastrophe geführt. Bei dem Vorfall kamen neun Arbeiter ums Leben, zwei weitere wurden verletzt.
Die Namen der verstorbenen Arbeiter lauten: Adnan Keklik, Kenan Öz, Ramazan Çimen, Uğur Yıldız, Abdurrahman Şahin, Fahrettin Keklik, Mehmet Kazar, Şaban Yılmaz und Hüseyin Kara. Die als verletzt geretteten Arbeiter wurden als İsa Taşdelen und İshak Demir bekannt gegeben. Nach der Katastrophe dauerten die Arbeiten zur Bergung der vermissten Arbeiter monatelang an. Die Leiche des ersten Arbeiters wurde am 5. April 2024 gefunden. Die Bergung des letzten Leichnams war erst 116 Tage nach dem Vorfall, am 8. Juni 2024, möglich.
Das Gerichtsverfahren gegen das kanadische Unternehmen, das die Mine betreibt, dauert an.
Nachrichtenquelle: 12punto
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