Entscheidung über Meeresparks sorgt für Schlagzeilen in griechischen Medien
Mit einem im Amtsblatt veröffentlichten Beschluss wurden Gebiete vor der Nordägäis sowie zwischen Fethiye und Kaş zu nationalen Meeresparks erklärt; Athen legte Einspruch gegen die Entscheidung ein.
Die Entscheidung der Türkei, zwei Gebiete, die im Zentrum der Debatten über maritime Zuständigkeitsbereiche in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer stehen, zu „nationalen Meeresparks“ zu erklären, hat in Griechenland ein breites Echo hervorgerufen. Mit einem im Amtsblatt veröffentlichten Präsidialdekret wurden das Gebiet vor Çanakkale und Gökçeada in der Nordägäis sowie das Gebiet vor Fethiye und Kaş auf der Linie Muğla-Antalya unter Schutz gestellt.
Es wird darauf hingewiesen, dass sich der durch den Beschluss geschaffene nationale Meerespark Nordägäis entlang der Linie zwischen den Inseln Limni (Lemnos) und Semadirek (Samothraki) erstreckt, während sich der nationale Meerespark Fethiye-Kaş bis in die Gewässer zwischen Rhodos und Meis (Kastelorizo) ausdehnt. In der griechischen Presse wurde die Entscheidung als ein Schritt Ankaras gewertet, mit dem das Land seine Thesen zu den maritimen Zuständigkeitsbereichen unter dem Deckmantel des Umweltschutzes sichtbar macht.
Die in Griechenland erscheinende Zeitung *To Vima* interpretierte die Entscheidung der Türkei als diplomatische Antwort auf die von Athen geplanten Meeresparks und die Schritte zur maritimen Raumordnung in der südlichen Ägäis. In dem Bericht wurde die Einschätzung geäußert, dass Ankara mit dem Schutzstatus seine These unterstreiche, wonach Inseln keine Souveränitätsrechte in Gebieten jenseits von 6 Seemeilen hätten und der Festlandsockel auf der Grundlage der Hauptländer beider Staaten bestimmt werden müsse.
RECHTLICHER EINSPRUCH AUS ATHEN
Die Regierung in Athen reagierte auf den Beschluss mit dem Argument, dass sich die erklärten Linien mit dem griechischen Festlandsockel und internationalen Gewässern überschneiden. Das griechische Außenministerium behauptete, dass nach internationalem Seerecht kein Land einseitig Schutzzonen in Gebieten der Hohen See außerhalb seiner eigenen nationalen Zuständigkeitsgrenzen schaffen könne.
Griechische Quellen geben an, dass insbesondere die Einbeziehung des weiten Gebiets zwischen Meis und Rhodos auch aus Sicht der Umweltüberwachung umstritten sei. Auf türkischer Seite wird dieser Schritt als Signal gelesen, dass man in den Debatten über die maritimen Zuständigkeitsbereiche in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer keine Rückschritte machen werde.
Auch der Zeitpunkt der Entscheidung wird in Athen aufmerksam verfolgt. Die griechische Presse wies darauf hin, dass die Ankündigungen mit der Beteiligung des französischen Unternehmens *Meridiem* am Stromverbindungsprojekt zwischen Griechenland und Zypern sowie mit dem Gesetzgebungsverfahren zusammenfallen, das Athen gegen das Konzept des „Blauen Vaterlandes“ (Mavi Vatan) vorbereitet. Es wird davon ausgegangen, dass der diplomatische Verkehr in der Region mit den im Herbst erwarteten NAVTEX-Ankündigungen und Kabelverlegungsarbeiten zunehmen könnte.
Nachrichtenquelle: 12punto
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