Griechische Presse macht türkische Lehrbücher zum Aufmacher: Kritik an „Blaues Vaterland“
Die griechische Zeitung Kathimerini hat ihren Bericht über die Art und Weise, wie das „Blaue Vaterland“ (Mavi Vatan) im türkischen nationalen Bildungslehrplan behandelt wird, auf die Titelseite gehoben. In ihrem Bericht äußert Kathimerini Kritik am „Blauen Vaterland“. Die griechische Presse hatte bereits zuvor mit kritischen Berichten auf das „Blaue Vaterland“ reagiert.
12PUNTO AUSLANDSREDAKTION
Die griechische Zeitung Kathimerini, eine der meistgelesenen Zeitungen des Landes, hat die Aufnahme des „Blauen Vaterlandes“ in türkische Lehrbücher zum Thema gemacht und Kritik geübt. Die griechische Zeitung kritisiert die außenpolitische Haltung der Türkei und lenkt dabei ein besonderes Augenmerk auf das Thema „Blaues Vaterland“ in den Lehrbüchern der 9. Klasse.
Obwohl Kathimerini in ihrem Bericht direkte Kritik vermeidet, werden die in den Lehrbüchern verwendeten Formulierungen als „äußerst problematisch“ oder „falsch“ dargestellt.
Kathimerini konzentriert sich insbesondere auf die Art und Weise, wie das „Blaue Vaterland“ behandelt wird. Die Zeitung zitiert aus dem Lehrbuch wie folgt:
'...Sogar auf Seite 62 des Geografiebuchs der 9. Klasse gibt es eine Überschrift zum Blauen Vaterland, damit den Schülern des Landes diese Doktrin vermittelt werden kann.'
Im weiteren Verlauf des Berichts heißt es: ''Im Buch wird mit der Aussage 'Die Fläche der Türkei erreicht 780.000 Quadratkilometer (also die derzeitige Fläche der Republik Türkei)' ein vager Bezug hergestellt''. Es fällt auf, dass die Zeitung die Angabe der Nettofläche der Türkei als 'vagen Bezug' bezeichnet.
In dem Absatz, in dem dieser Ausdruck vorkommt, zitiert Kathimerini die Formulierung aus den Lehrbüchern: 'Die Gebiete innerhalb der Grenzen des Misak-ı Milli, die unter der Souveränität der Türkei stehen, sind Teile des Blauen Vaterlandes, das das Heimatland in den Meeren ist', und schreibt dazu: 'Der Misak-ı Milli von 1920, der heute noch von türkischen Nationalisten angeführt wird, besagte, dass die 'gesetzlichen Grenzen' der Türkei Gebiete wie Westthrakien, die Dodekanes und den Nordirak umfassten'.
Darüber hinaus hebt die Zeitung in ihrem Bericht den Vorschlag hervor, Lehrern und Schülern Beispiele für den Kampf der Türkei gegen ungerechte Ansprüche zu geben, die die rechtlichen und geografischen Interessen der Türkei in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer ignorieren.
Im weiteren Verlauf des Berichts behauptet Kathimerini, dass in den Lehrbüchern die Bezeichnung 'Ägäisches Meer' verwendet werde, während die Bezeichnung 'Inselmeer' (Adalar Denizi) abgelehnt werde.
Zudem schreibt die griechische Zeitung am Ende ihres Berichts: 'Auf derselben Seite werden lokal produzierte Drohnen wie ANKA, türkische Schulflugzeuge wie Hürkuş und viele weitere Systeme vorgestellt. Es ist überraschend, dass die unbemannten Luftfahrzeuge Bayraktar TB-2 und TB-3, die von dem Unternehmen unter der Kontrolle von Selçuk Bayraktar, dem Schwiegersohn des Präsidenten, hergestellt werden, nicht auf dieser Liste stehen'.
Nachrichtenquelle: 12punto
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