Prognose zum Mindestlohn von Ökonom Muhammet Bayram
Millionen Arbeitnehmer blicken gespannt auf die im Januar anstehende Erhöhung des Mindestlohns. Der Wirtschaftswissenschaftler Muhammet Bayram hat seine Prognose für den Mindestlohn bekannt gegeben.
Der Ökonom Muhammet Bayram äußerte sich gegenüber Milliyet zu diesem Thema wie folgt:
„Basierend auf der zuletzt veröffentlichten Inflationsrate entspricht die kumulative Dreimonatsrate etwa 25 Prozent. Die Inflationszahlen für die nächsten drei Monate stehen noch nicht fest. Wir können jedoch sagen, dass der Aufwärtstrend bei der Inflation ein Ende gefunden hat.“
Die Inflationsrate für den Monat Juli lag bei 9,49 Prozent. Im August folgte ein Wert von 9,09 Prozent. Im September verlangsamte sich die Anstiegsgeschwindigkeit fast um die Hälfte und wurde mit 4,75 Prozent ausgewiesen. Dies entspricht kumuliert einem Gesamtanstieg von 25 Prozent. Unsere Beamten und Ruhestandsbeamten werden hierbei auch die Differenz der Gehaltserhöhung erhalten, die sich aus dem Tarifvertrag ergibt.
Sie werden mit einer Inflationsanpassung von 25 Prozent insgesamt eine Erhöhung erhalten, die 34 Prozent entspricht. Denn sie hatten bereits im Juni eine Anpassung von 6 Prozent erhalten. Zieht man die 6 Prozent von der 25-prozentigen Inflationsanpassung ab, bleiben 19 Prozent. Wenn man zu diesen 19 Prozent die für Januar vorgesehene Erhöhung von 15 Prozent hinzurechnet, ergibt dies insgesamt 34 Prozent.
Der derzeitige Anspruch von Beamten und Beamtenpensionären liegt durch den Tarifvertrag bei etwa 34 Prozent; der Staat könnte hier noch einen Wohlfahrtszuschlag hinzufügen.
Was den Mindestlohn betrifft, so wird dieser nicht allein auf Basis der Inflation festgelegt. Er sollte im Einklang mit Lebenshaltungskostenindizes und Wettbewerbsbedingungen bestimmt werden und ein wettbewerbsfähiges Niveau aufweisen, da unsere Exporteure und Produzenten unter der Inflation leiden. Bezieher fester Einkommen sowie untere und mittlere Einkommensschichten spüren die Inflation jedoch stärker. Die Last der Inflation sollte eher auf das Kapital als auf die Arbeit verlagert werden.
„ZWISCHEN MINDESTENS 15.500 TL UND 16.000 TL“
Der Mindestlohn wurde in letzter Zeit in Rekordhöhe angehoben. Wir sehen hier, dass die Inflationsdifferenz der letzten sechs Monate bei etwa 40 Prozent liegen wird. Ich gehe davon aus, dass der niedrigste Netto-Mindestlohn bei zwischen 15.500 TL und 16.000 TL liegen könnte.
Die Zahlen von Türk-İş zur Hunger- und Armutsgrenze liegen vor. Die Werte sind deutlich gestiegen. Die Hungergrenze liegt nun bei etwa 14.000 TL. Die Lebenshaltungskosten für eine vierköpfige Familie sind auf über 40.000 TL angestiegen. Auch wenn es sich hierbei nicht um die vom TÜİK veröffentlichten Zahlen handelt, können sie als Referenz herangezogen werden.
In früheren Perioden gab es eine Untersuchung des Arbeitsministeriums. Dabei wurde die Frage gestellt: ‚Wie hoch sollte der Mindestlohn sein?‘ All dies wird zusammengeführt, und die Mindestlohnkommission wird die Verhandlungen führen.“
Ich denke, dass es hier noch weitere Aspekte geben wird. Einer davon ist die Fixierung der Steuerklassen. Das bedeutet, dass die Besteuerung der Löhne derzeit bei 15 Prozent beginnt und bis zu 40 Prozent reicht. Durch eine Fixierung könnte die Kaufkraft weiter gesteigert werden.
Nachrichtenquelle : 12punto
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