Die Ökonomen von Goldman Sachs bekräftigten ihre Einschätzung, dass die Bedingungen für den Beginn eines Zinssenkungszyklus durch die Zentralbank der Republik Türkei (TCMB) noch nicht ausreichend gereift seien.
In einer am 7. Oktober von Clemens Grafe und Başak Edizgil veröffentlichten Notiz wurde darauf hingewiesen, dass für die Sitzung des geldpolitischen Ausschusses (PPK) am 22. Oktober keine Änderung des Leitzinses erwartet werde. Die Ökonomen betonten jedoch, dass die Risiken in Bezug auf diese Prognose hoch seien.
In der Bewertung wurde hervorgehoben, dass die Marktpreise auf die Erwartung einer Zinssenkung bei der Oktobersitzung hindeuteten, was vom Basisszenario von Goldman Sachs abweiche. Im Bericht wurde festgestellt, dass nach einem begrenzten Rückgang der Inflationserwartungen der Haushalte wieder ein Anstieg zu verzeichnen sei und die Erwartungen der Marktteilnehmer weiterhin über den Niveaus von vor dem Iran-Konflikt lägen.
Laut Goldman Sachs deute auch die Beschleunigung der Reservenverluste nach einer effektiven Zinssenkung um 300 Basispunkte darauf hin, dass bei einer Lockerung der Geldpolitik Vorsicht geboten sei. Die Ökonomen merkten an, dass der von der TCMB im Inflationsbericht gezeichnete Ausblick zeige, dass die zugrunde liegende Inflation gerade erst begonnen habe, auf den Pfad vor dem Energieschock zurückzukehren.
Im Bericht wurde zudem erwähnt, dass die Marktpreise einerseits auf den Beginn eines Lockerungszyklus hindeuteten, andererseits aber auch darauf, dass dieser Prozess nur von kurzer Dauer sein könnte. Zudem wurde die Einschätzung geäußert, dass an den Offshore-Märkten ein Abwertungsdruck auf die türkische Lira für die kommende Periode eingepreist werde.
Goldman Sachs ging auch auf die Haltung ausländischer Investoren am Anleihemarkt ein und berichtete, dass trotz der eingepreisten Zinssenkungen in der Zinsstrukturkurve nicht ansässige Investoren ihre Anleihepositionen nicht in nennenswertem Umfang erhöht hätten.
Nachrichtenquelle: 12punto