Memur-Sen und Regierung in kritischem Treffen: Streik droht bei ausbleibender Einigung
Die laufenden Tarifverhandlungen zwischen Memur-Sen und der Regierung werden heute im Arbeitsministerium fortgesetzt. Sollte keine Einigung erzielt werden, planen die Beamten Arbeitsniederlegungen.
In den Tarifverhandlungen für den Zeitraum 2026-2027, die Millionen von Staatsbediensteten betreffen, konnte bisher noch keine Einigung erzielt werden. In dem Prozess, der landesweit 4 Millionen Beamte und 2,5 Millionen Ruhestandsbeamte umfasst, werden die Parteien heute erneut im Arbeitsministerium zusammenkommen.
In dem ersten Angebot, das die Regierung am 12. August vorlegte, wurden für das erste Halbjahr 2026 eine Erhöhung um 10 Prozent und für das zweite Halbjahr um 6 Prozent sowie für das erste Halbjahr 2027 um 6 Prozent und für die zweite Jahreshälfte um 4 Prozent vorgeschlagen. Dieses Angebot wurde jedoch von den Gewerkschaften als unzureichend erachtet. Im zweiten Angebot, das vorgestern unterbreitet wurde, wurde eine Erhöhung der Grundgehälter um 1.000 TL vorgeschlagen.
Der Vorsitzende von Memur-Sen, Ali Yalçın, reagierte scharf auf das neue Angebot und erklärte: „Es wurde lediglich eine Verbesserung der Grundgehälter um 1.000 TL angeboten. Das ist inakzeptabel. Das bedeutet für uns und die Gewerkschaften, dass wir auf die Straße gehen müssen.“ Yalçın betonte in einer Erklärung im Aktionszelt in Ankara, dass die Erwartungen nicht erfüllt wurden:
„Sie sagen, sie werden die Grundgehälter um 1.000 Lira erhöhen. Was sollen wir damit am Verhandlungstisch besprechen, welches unserer Probleme soll das lösen?“
Die Beamten haben bereits Vorbereitungen für eine mögliche Sackgasse getroffen. In 81 Provinzen wurden unter dem Namen „Beamte/Ruhestandsbeamte im Dienst“ Aktionszelte errichtet, und auch die Option eines Streiks steht im Raum.
Andererseits erklärte der Minister für Arbeit und soziale Sicherheit, Vedat Işıkhan, bei seinem letzten Treffen mit den Gewerkschaften, dass die Forderungen geprüft würden, und fügte hinzu: „Wir werden unsere Gespräche in den kommenden Tagen auf einer Basis der Einigung fortsetzen.“ Ali Yalçın hingegen betonte, dass die Unterdrückung der Gehälter der Arbeitnehmer mit dem Argument der Haushaltsdisziplin beendet werden müsse.
Wie die regierungsnahe Zeitung Türkiye Gazetesi berichtet, werden sich die Parteien heute erneut im Arbeitsministerium an den Verhandlungstisch setzen. Sollte jedoch keine Einigung erzielt werden, werden die Beamten mit Arbeitsniederlegungen ihrem Unmut Ausdruck verleihen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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