Bremse für große Rechenzentren in New York: Energiekosten rücken im KI-Wettlauf in den Fokus
Während New York Umweltgenehmigungen für neue Rechenzentrumsprojekte ab 50 Megawatt aussetzt, rückt die Energielast durch künstliche Intelligenz erneut in den Mittelpunkt.
New York hat angesichts des durch KI-Investitionen rasant wachsenden Strombedarfs eine neue Ära für Rechenzentrumsprojekte eingeleitet. Mit einem von der New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul am 14. Juli 2026 unterzeichneten Dekret wurde ein landesweites vorübergehendes Moratorium für neue großflächige Rechenzentren verhängt.
Die Entscheidung betrifft neue große Rechenzentrumsprojekte, die eine elektrische Kapazität von 50 Megawatt oder mehr erfordern und für die noch keine erforderlichen Umweltgenehmigungen vorliegen. Die Staatsregierung kann die Umweltgenehmigungen für diese Projekte für bis zu ein Jahr aussetzen, während ein neuer regulatorischer Rahmen erarbeitet wird.
Das Ziel der New Yorker Verwaltung ist es, die Auswirkungen von Rechenzentren auf das Stromnetz, die Verbraucherstromrechnungen, die Wasserressourcen, die Umwelt und die lokalen Gemeinschaften zu bewerten. Die Regelung ist das erste Beispiel in den USA für ein landesweites Moratorium für Hyperscale-Rechenzentren.
ENERGIEINFRASTRUKTUR IM ZENTRUM DES WETTKAMPFS
Hinter der Entscheidung steht der rasant wachsende Strombedarf. Bis Mai 2026 erreichte der Gesamtbedarf der großflächigen Rechenzentrumsprojekte, die an das New Yorker Stromnetz angeschlossen werden wollen, schätzungsweise 12 Gigawatt. Mehr als 8 Gigawatt dieses Bedarfs kamen allein im Jahr 2025 in die Warteschlange für den Netzanschluss.
Die im Jahr 2026 aktualisierten Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) deuten auf ein ähnliches Bild hin. Demnach könnte der Stromverbrauch globaler Rechenzentren von etwa 485 TWh im Jahr 2025 auf etwa 950 TWh im Jahr 2030 steigen. Der Verbrauch von KI-fokussierten Rechenzentren wird im gleichen Zeitraum voraussichtlich das Dreifache erreichen.
Es wird prognostiziert, dass Rechenzentren bis 2030 etwa die Hälfte des gesamten Anstiegs der Stromnachfrage in den USA ausmachen könnten. Dies zeigt, dass der KI-Wettbewerb nicht nur über Chips, Software und große Sprachmodelle definiert wird, sondern auch über Energieerzeugung, Netzanschlüsse und Infrastrukturinvestitionen.
Analysen von PwC aus dem Jahr 2026 zufolge werden die weltweiten Investitionen in Rechenzentren bis Ende 2030 voraussichtlich etwa 5,1 Billionen Dollar erreichen. Doch neben der Investitionsbereitschaft werden auch der Zugang zu Strom, die Versorgung mit Transformatoren und Turbinen, Genehmigungsverfahren, der Wasserverbrauch und die Einstellung der lokalen Gemeinschaften zu den Projekten entscheidend.
Der von New York zu erarbeitende Rahmen konzentriert sich auf Mechanismen, die verhindern sollen, dass die zusätzlichen Kosten, die große Rechenzentren für das Energiesystem verursachen, auf die Stromrechnungen der normalen Verbraucher abgewälzt werden. Auch eine stärkere Kostenbeteiligung der Rechenzentrumsbetreiber an der benötigten Netz- und Energieinfrastruktur steht zur Debatte.
Es wird erwartet, dass sich ähnliche Diskussionen auf andere Bundesstaaten ausweiten werden. Während in den USA in den ersten Monaten des Jahres 2026 zahlreiche Gesetzesentwürfe eingebracht wurden, die Rechenzentren direkt oder indirekt betreffen, haben einige lokale Verwaltungen bereits begonnen, vorübergehende Beschränkungen für neue Projekte einzuführen.
Demgegenüber könnten übermäßige Regulierung und langwierige Genehmigungsverfahren dazu führen, dass KI-Investitionen in Regionen abwandern, in denen Energie leichter zugänglich ist. Daher zeigt der Schritt New Yorks, dass die Kostenaufteilung zwischen Technologieinvestitionen und Energieinfrastruktur eines der Hauptdiskussionsthemen der kommenden Zeit sein wird.
Nachrichtenquelle: 12punto
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