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Fünf grundlegende „Buchstaben“ von DNA und RNA auf dem Asteroiden Ryugu entdeckt: Neuer Hinweis auf den Ursprung des Lebens

In den Proben des Asteroiden Ryugu, die durch die Hayabusa2-Mission zur Erde gebracht wurden, konnten alle fünf Nukleobasen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse stützen die Theorie, dass die Bausteine des Lebens im Weltraum entstanden sein könnten.

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Fünf grundlegende „Buchstaben“ von DNA und RNA auf dem Asteroiden Ryugu entdeckt: Neuer Hinweis auf den Ursprung des Lebens

Die Proben, die im Rahmen der japanischen Hayabusa2-Mission vom Asteroiden Ryugu zur Erde gebracht wurden, haben die Debatte über den Ursprung des Lebens um eine neue Erkenntnis bereichert. Laut einer in der Fachzeitschrift Nature Astronomy veröffentlichten Studie wurden in den Proben alle fünf Nukleobasen identifiziert, die zu den grundlegenden Bausteinen von DNA und RNA gehören.

In der Untersuchung wurde festgestellt, dass die Moleküle Adenin, Guanin, Cytosin, Thymin und Uracil in den von Ryugu entnommenen Materialien enthalten sind. Diese Moleküle gelten als die „Buchstaben“ der DNA und RNA, die für die Übertragung genetischer Informationen verantwortlich sind. Daher wird dieser Fund als einer der wichtigsten Belege dafür gewertet, dass die für das Leben notwendigen chemischen Bausteine auch außerhalb der Erde entstanden sein könnten.

Die Hayabusa2-Sonde der japanischen Weltraumbehörde JAXA hatte im Jahr 2020 insgesamt 5,4 Gramm Proben von Ryugu zur Erde gebracht. Da die Proben direkt vom Asteroiden entnommen wurden, bot dies die Möglichkeit, Materialien zu untersuchen, die weitgehend vor den Einflüssen der Erdatmosphäre und Umweltverschmutzung geschützt waren.

ZUERST URACIL, JETZT FÜNF NUKLEOBASEN

Erste Hinweise auf organische Verbindungen mit Bezug zum Leben in den Ryugu-Proben waren bereits früher bekannt geworden. In einer Studie aus dem Jahr 2023 wurde das Vorhandensein des Moleküls Uracil gemeldet. Die neue Forschung geht jedoch über ein einzelnes Molekül hinaus und zeigt, dass alle fünf Nukleobasen, die für die Bildung von genetischem Material als kritisch gelten, in den Proben enthalten sind.

Die Forscher untersuchten die Proben unter sterilen Laborbedingungen, um die Moleküle zu identifizieren. Nach der Trennung der organischen Verbindungen durch spezielle chemische Verfahren ergaben die Analysen, dass die fünf Nukleobasen in zwei verschiedenen Ryugu-Proben in ähnlichen Mengen vorhanden waren.

Diese Ergebnisse werden zusammen mit organischen Molekülen bewertet, die zuvor in Meteoriten wie Murchison und Orgueil nachgewiesen wurden. Während bei Meteoriten, die auf die Erde fallen, die Möglichkeit einer Kontamination immer ein Diskussionsthema ist, bieten die Ryugu-Proben eine zuverlässigere Vergleichsbasis, da sie kontrolliert zur Erde gebracht wurden.

Die Bekanntgabe, dass auch in den von der NASA gesammelten Proben des Asteroiden Bennu alle fünf Nukleobasen gefunden wurden, legt nahe, dass ähnliche kohlenstoffreiche Asteroiden im frühen Sonnensystem eine wichtige Rolle für die organische Chemie gespielt haben könnten.

Wissenschaftlern zufolge sind Asteroiden wie Ryugu und Bennu „Zeitkapseln“ aus der Entstehungszeit des Sonnensystems. Die in diesen Körpern konservierten chemischen Spuren könnten dabei helfen zu verstehen, welche Moleküle vor dem Entstehen des Lebens im Weltraum gebildet wurden und wie diese Bausteine auf die frühe Erde gelangt sein könnten.


Nachrichtenquelle: 12punto

Ryugu Hayabusa2 JAXA NASA Bennu DNA RNA Nukleobase Nature Astronomy Ursprung des Lebens