Neue Details im Mordfall Narin Güran... Wem gehört das Fahrzeug, das Gegenstand der Falschmeldung war?
Im Mordfall Narin Güran, deren Leiche 19 Tage nach ihrem Verschwinden in Diyarbakır gefunden wurde, sind neue Erkenntnisse ans Licht gekommen. Es wurde festgestellt, dass die Aufmerksamkeit der Gendarmerie durch falsche Hinweise gezielt auf andere Regionen gelenkt wurde.
Im Mordfall Narin Güran, die nach dem Besuch eines Korankurses in Diyarbakır verschwand und deren Leiche 19 Tage später in einem Bachbett gefunden wurde, sind neue Details bekannt geworden.
Nach Informationen, die Sözcü aus der Ermittlungsakte vorliegen, wurden am Tag von Narins Verschwinden mehrere Falschmeldungen getätigt. Die Anrufer entfernten die SIM-Karten aus ihren Telefonen, um nicht zurückverfolgt werden zu können, und nutzten ausschließlich die Notruffunktion für ihre fingierten Hinweise.
Obwohl festgestellt wurde, dass Narin zwischen 15:15 und 16:40 Uhr ermordet wurde, wurden der Gendarmerie unwahre Angaben gemacht, wonach sie erst nach 18:00 Uhr verschwunden sei. Zudem wurde festgestellt, dass Onkel Salim Güran um 18:59 Uhr mit seinem weißen Fahrzeug, das von einer Schulkamera erfasst wurde, schnell durch das Dorf fuhr. Der Onkel verteidigte sich bezüglich dieser Aufnahmen damit, dass er ein verdächtiges Fahrzeug im Dorf gesehen habe und diesem gefolgt sei.
PROFESSIONELLE IRREFÜHRUNG DER GENDARMERIE
Die Ermittlungsakte zum Mord an Narin Güran, die am 21. August im Dorf Tavşantepe im Bezirk Bağlar (Diyarbakır) verschwand und deren Leiche am 8. September in einem nahegelegenen Bachbett gefunden wurde, belegt anhand von Hinweisen, Fotos und Videoaufnahmen, wie professionell die Familie die Gendarmerie in die Irre führte.
Die Gendarmerie wurde am Tag des Verschwindens des kleinen Mädchens um 20:05 Uhr informiert. Während mittlerweile feststeht, dass das Mädchen zwischen 15:15 und 16:40 Uhr ermordet wurde, behaupteten Familienmitglieder, Narin sei erst nach 18:00 Uhr verschwunden. Die Professionalität eines der Notrufe an die 112 war geradezu erschütternd.
BEHAUPTUNG ÜBER EINEN KLEINLASTWAGEN
Um zu verhindern, dass die Anrufer über HTS-Aufzeichnungen (Verbindungsdaten) und Funkzellendaten identifiziert werden, gingen am Tag von Narins Verschwinden zwei separate Hinweise von Telefonen ohne SIM-Karte bei der Gendarmerie ein.
In einem dieser Hinweise wurde fälschlicherweise behauptet, Narin sei auf der Ladefläche eines offenen Kleinlastwagens gesehen worden, der für den Transport von Rindern genutzt werde und in Richtung des Nachbardorfes Gönenli unterwegs sei.
NOTRUF AN DIE 112 MIT EINEM TELEFON OHNE SIM-KARTE
Von einem weiteren Telefon ohne SIM-Karte wurde gemeldet, dass in der Nähe des Dorfes ein weißes und ein graues Fahrzeug gesehen worden seien, die sich schnell vom Dorf entfernten, weshalb Narin möglicherweise von diesen Fahrzeugen entführt worden sein könnte.
Es stellte sich heraus, dass diese Fahrzeuge nach langwierigen Bemühungen identifiziert, angehalten und zur Gendarmerie gebracht wurden, wo sie stundenlang von Tatortuntersuchungsteams einer DNA-Analyse unterzogen wurden.
Sowohl auf der Ladefläche des Kleinlastwagens als auch im Innenraum, an den Sitzen, dem Armaturenbrett und dem Handschuhfach wurden Beweisnummern vergeben, um nach biologischen Spuren und DNA-Proben zu suchen. Es wurde jedoch festgestellt, dass die Familie diese Hinweise nur gab, um die Aufmerksamkeit vom Dorf abzulenken, und dabei Telefone ohne SIM-Karte nutzte, um ihre Identität zu verschleiern.
HINWEISE ZU KLEINLASTWAGEN UND FAHRZEUGEN WAREN GEGENSTANDSLOS
Da die SIM-Karten aus den Telefonen entfernt wurden und die 112 nur über Notrufe kontaktiert wurde, konnten die Anrufer nicht über HTS-Aufzeichnungen oder Funkzellendaten identifiziert werden.
Es wurde deutlich, dass durch diese Falschmeldungen die Aufmerksamkeit der Gendarmerie bei den Suchaktionen vom ersten Tag an auf andere Regionen und sogar Nachbardörfer gelenkt wurde, was die Suche im Bachbett behinderte.
Die Gendarmerie stellte bei der Auswertung verschiedener Kameras in der Region fest, dass das weiße Fahrzeug, das in der Nähe des Dorfes unterwegs war, dem Onkel Erhan Güran gehörte. Diese Untersuchung dauerte jedoch Stunden, während die gesamte Aufmerksamkeit der Gendarmerie am Tag des Verschwindens des Mädchens in andere Richtungen gelenkt wurde.
FAHRZEUG AUS DEM HINWEIS GEHÖRT ONKEL ERHAN
Gleichzeitig wurde auf den Aufnahmen der Schulkamera festgestellt, dass das Fahrzeug von Onkel Salim Güran um 18:59 Uhr schnell aus dem Dorf in Richtung außerhalb fuhr.
Als Salim Güran von der Gendarmerie zu diesen Aufnahmen befragt wurde, verteidigte er sich mit den Worten: „Ich habe ein fremdes, verdächtiges Fahrzeug im Dorf gesehen. Als es nicht anhielt, begann es zu flüchten. Ich habe es verfolgt, weil ich dachte, sie könnten Narin entführt haben.“
Spätere Ermittlungen ergaben jedoch, dass die Hinweise zu dem weißen Fahrzeug von Onkel Erhan, dem Fahrzeug von Onkel Salim sowie dem Kleinlastwagen und den grauen Fahrzeugen, die angeblich in Richtung Gönenli gefahren sein sollen, lediglich dazu dienten, die Gendarmerie am ersten Tag vom Bachbett fernzuhalten.
Nachrichtenquelle : 12punto
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