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Am 1. Mai wurde keine 'Polizeiintervention', sondern Folter angewandt: Anwalt Gönenç Gürkaynak betont das Völkerrecht

Die harte Intervention der Polizei gegen einen Bürger, der bei den Demonstrationen zum Tag der Arbeit am 1. Mai in Istanbul zu Boden gedrückt wurde, hat bei Juristen und Menschenrechtsaktivisten für Empörung gesorgt. Während die Bilder des Vorfalls in der Öffentlichkeit kursieren, verdeutlichten die Aussagen des bekannten Anwalts Gönenç Gürkaynak eine erschütternde Wahrheit: Dies ist keine einfache „Polizeiintervention“, sondern eine nach internationalem Recht klar definierte Form der Folter.

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Am 1. Mai wurde keine 'Polizeiintervention', sondern Folter angewandt: Anwalt Gönenç Gürkaynak betont das Völkerrecht

Gürkaynak betonte, dass die in den fraglichen Aufnahmen gezeigten Praktiken nicht nur unverhältnismäßige Gewalt darstellen, sondern lebensgefährliche Foltermethoden sind.

Er erklärte, dass durch das Knien auf den Nacken der am Boden liegenden Person sowohl die Luftröhre verengt als auch durch den zusätzlichen Druck auf den Rücken das Zwerchfell in seiner Funktion blockiert werde.

„In dieser Situation wird es für die Person nahezu unmöglich zu atmen“, sagte Gürkaynak und erinnerte daran, dass solche Praktiken weltweit verboten seien und in der Vergangenheit in vielen Ländern, einschließlich der USA, zu Todesfällen geführt hätten.

„Die Behinderung der Atmung einer Person ist keine Polizeiintervention, sondern Folter“, so Gürkaynak. Unter Verweis auf die internationalen Abkommen, denen die Türkei beigetreten ist, sowie auf die Verfassung betonte er, dass die Sicherheitskräfte für solche Praktiken zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Die gewaltsame Niederschlagung friedlicher Demonstrationen wie am 1. Mai verletze nicht nur grundlegende Rechte und Freiheiten, sondern auch die Mindestprinzipien eines Rechtsstaates.

Hier ist der Beitrag von Gürkaynak:

Lassen Sie mich auf einfachste und klarste Weise erklären, warum man das Bild auf diesem Foto nicht einfach als „Polizeiintervention“ bezeichnen kann:

Wenn eine Person mit dem Gesicht nach unten auf einen harten Boden gedrückt wird und jemand mit seinem Körpergewicht auf ihren Nacken kniet, verengt sich die Luftröhre und kann sogar kollabieren. Aus diesem Grund wird die Praxis des Knies auf den Nacken (Knee-to-Neck) weltweit bei Polizeieinsätzen aufgegeben. In vielen Ländern, einschließlich der USA, kam es genau deshalb zu Todesfällen. Einige dieser Todesfälle haben zu außerordentlich großen gesellschaftlichen Protesten geführt.

Während einerseits diese extrem gefährliche Methode angewandt wird, drückt gleichzeitig eine weitere Person mit dem Fuß auf den Rücken des am Boden liegenden Menschen und zieht dessen Arm in einem unnatürlichen Winkel, was dazu führt, dass das Zwerchfell der Person keinen Raum mehr zum Arbeiten hat.  Auf diese Weise wird sowohl die Luftröhre der Person verengt als auch der Raum zum Atmen genommen.

Wenn in dieser Lage auch noch der Mund der am Boden liegenden Person bedeckt ist, ist es für diesen Menschen, der all diesen drei Einwirkungen gleichzeitig ausgesetzt ist, nahezu unmöglich zu atmen. 

Die Behinderung der Atmung einer Person ist keine Polizeiintervention; es ist Folter.


Nachrichtenquelle: 12punto

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