Neue Details zur 'Panel'-Operation gegen Anwälte: So wurde auf persönliche Daten zugegriffen
Bei den Untersuchungen nach der Razzia in 29 Anwaltskanzleien in Istanbul wurden Zugriffsprotokolle und Abfrageergebnisse illegaler Daten-Panels sichergestellt. Es wurde festgestellt, dass über HukukBİS und AsistBİS auf Identitäts-, Adress-, Sozialversicherungs- (SGK) und Grundbuchdaten zugegriffen wurde und einige Bürger mit gefälschten Schulden- und Pfändungsbescheiden ins Visier genommen wurden.
Im Rahmen einer von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft geführten Untersuchung wurde eine Razzia durchgeführt, nachdem der Verdacht aufgekommen war, dass in einigen Anwaltskanzleien illegale Datenabfrage-Panels verwendet wurden. Während der Ermittlungen wurden 29 Anwaltskanzleien durchsucht und 31 Verdächtige, darunter 24 Anwälte und 7 zivile Mitarbeiter, festgenommen.
Es wurde mitgeteilt, dass die Arbeiten zur Ergreifung von 16 weiteren Anwälten, gegen die Haftbefehle vorliegen, andauern. Die Untersuchung wird wegen des Vorwurfs der rechtswidrigen Erlangung personenbezogener Daten und des Verstoßes gegen das Cybersicherheitsgesetz geführt.
DIGITALE MATERIALIEN UNTERSUCHT
Wie die Zeitung Türkiye Gazetesi berichtet, wurden in den digitalen Materialien, die in früheren Phasen der Untersuchung bei den Verdächtigen sichergestellt wurden, Panel-Zugriffsprotokolle, Verifizierungscodes, Spuren von Fernverbindungen und Datenausdrucke gefunden. Den Untersuchungen zufolge wurde über die illegalen Systeme namens HukukBİS und AsistBİS auf sensible Informationen wie Identität, Adresse, Sozialversicherungsdaten (SGK) und Grundbuchdaten zugegriffen.
Den Vorwürfen zufolge wurden die besagten Panels gegen Gebühr an einige Anwaltskanzleien verkauft und über ein Abonnementsystem zur Verfügung gestellt. Es wurde festgestellt, dass die Systeme, in die man sich mit Sicherheitsanwendungen einloggte, von den Kanzleien aus verwaltet wurden und auf diesem Weg persönliche Daten von Bürgern abgefragt wurden.
"IHRE SCHULDEN SIND IN DIE RECHTSVERFOLGUNG ÜBERGEGANGEN"
In der Untersuchung wird auch der Vorwurf geprüft, dass einige Kanzleien nach dem Erlangen von Informationen über Bürger, zu denen keine rechtliche Beziehung bestand, diese Personen mit gefälschten Schulden- und Pfändungsbescheiden ins Visier nahmen. Es wurde festgestellt, dass die Bürger mit unwahren Aussagen wie „Ihre Schulden sind in die Rechtsverfolgung übergegangen“, „Es wurde ein Pfändungsverfahren gegen Sie eingeleitet“ oder „Es wurde eine Straftat auf Ihren Namen unterstellt“ kontaktiert wurden.
Nachrichtenquelle: 12punto
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