Angehörige von Erdbebenopfern berichtet: 'Nicht das Beben, sondern die Kälte hat die Mutter und ihre krebskranke Tochter getötet'
Eine Angehörige einer von den Kahramanmaraş-Erdbeben betroffenen Familie behauptet, dass eine Mutter und ihre krebskranke Tochter, die das Beben unverletzt überlebt hatten, aus dem Gebäude, in dem sie Zuflucht gesucht hatten, vertrieben wurden, weil 'politische Gäste erwartet wurden'. In der Folge seien beide aufgrund der extremen Kälte verstorben.
Es sind genau 8 Monate seit den Erdbeben vom 6. Februar vergangen, die die Türkei erschütterten. Doch die verheerenden Auswirkungen der Katastrophe, die Hand in Hand mit Versäumnissen, Leid und mangelnder Planung einhergehen, halten bis heute an. Bei dem Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş kam es laut der Aussage einer Angehörigen dazu, dass eine Mutter und ihre krebskranke Tochter, die das Beben zunächst überlebt hatten, aufgrund der Kälte in der Schule, in der sie untergebracht waren, ihr Leben verloren.
Z.Ç., die von dem tragischen Schicksal der in Kahramanmaraş lebenden Mutter Meziyet Çırak und ihrer Tochter Zeynep Fedakar berichtet, schilderte die Erlebnisse der Familie während der Erdbebenzeit mit folgenden Worten:
‘’Die 77-jährige Meziyet Çırak und ihre krebskranke, 48-jährige Tochter Zeynep Fedakar flüchteten am Tag des Erdbebens, als ihr Haus beschädigt wurde, in das Gebäude der Direktion für Familien- und Gesundheitsdienste auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Es gab dort noch andere Familien, die mit ihnen Schutz suchten; das Gebäude war bis auf den letzten Platz gefüllt. Später räumten sie das Gebäude mit der Begründung, dass 'politische Gäste in die Region kommen würden', und warfen die Erdbebenopfer hinaus. Wir wissen nicht, wer dort blieb, aber als Grund für die Räumung wurde der Besuch von Präsident Erdoğan und Süleyman Soylu in der Region genannt. Nachdem die Familie das Gebäude verlassen musste, blieb sie in zwei verschiedenen Schulen. Meziyet Çırak, mit der ich in dieser Zeit in Kontakt stand, klagte ständig: 'Wir frieren, wir erfrieren hier'. Die Heizungen in der Schule funktionierten nicht, und Mutter und Tochter mussten dort 15 bis 20 Tage lang ausharren. Wir standen in ständigem Dialog mit der Familie, und da auch ihre Verwandten dort waren, konnten sie die Stadt nicht verlassen. Später äußerten sie mehrfach, dass sie krank geworden seien und sich 'wegen der großen Kälte dort einfach nicht mehr erholen konnten'.’’
''LUNGENENTZÜNDUNG DIAGNOSTIZIERT''
Die Angehörige Z.Ç. erklärte weiter: ‘’Bei der Mutter Meziyet Çırak wurde nach dem Erdbeben zunächst eine Wassereinlagerung in den Nieren diagnostiziert. Später erlitt sie einen Herzinfarkt und verstarb am 17. September im Yörük-Selim-Krankenhaus in Kahramanmaraş. Bei ihrer Tochter Zeynep Fedakar, die an fortgeschrittenem Krebs litt, wurde unmittelbar nach dem Erdbeben eine Lungenentzündung festgestellt; sie verstarb am 6. August an den Folgen dieser Lungenentzündung.’’
Nachrichtenquelle: Kardelen İnce
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