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Antrag der Familie von Yılmaz Güney: 'Mordfall soll neu aufgerollt, das Grab geöffnet und eine Autopsie durchgeführt werden'

Der Sözcü-Kolumnist İsmail Saymaz berichtet, dass die Familie des Künstlers Yılmaz Güney die Wiederaufnahme des Verfahrens fordert, in dem er wegen der Tötung des Richters Sefa Mutlu verurteilt wurde, sowie die Öffnung von Mutlus Grab für eine Autopsie.

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Antrag der Familie von Yılmaz Güney: 'Mordfall soll neu aufgerollt, das Grab geöffnet und eine Autopsie durchgeführt werden'

Der Sözcü-Kolumnist İsmail Saymaz hat einen Artikel verfasst, in dem er die Forderungen der Familie von Yılmaz Güney nach den jüngsten Ereignissen darlegt.

VORWURF DES RUFMORDES

Saymaz schreibt in seinem Artikel:

"Güneys Ehefrau Fatma, seine Tochter Güney und sein Sohn Yılmaz Pütün haben in der vergangenen Woche über ihren Anwalt Bişar Abdi Alınak einen Antrag bei Gericht gestellt. In dem Schriftsatz wird die Wiederaufnahme des Verfahrens sowie die Öffnung des Grabes von Mutlu zur Durchführung einer Autopsie gefordert. Dies begründet sich damit, dass Güney auf Basis des Urteils von 1976 als Mörder eines Richters dargestellt und somit einem Rufmord ausgesetzt werde. Es wird behauptet, dass die Richter der damaligen Zeit 'mit einem voreingenommenen Prozess eine Entscheidung getroffen haben, die einer juristischen Farce gleichkommt'."

BEHAUPTUNG EINER UNBEABSICHTIGTEN SCHUSSABGABE

Dem Antrag zufolge stand Mutlu in jener Nacht unter Alkoholeinfluss. Angehörige von Mutlu und dem stellvertretenden Staatsanwalt von Yumurtalık, Tuncer Aslan, griffen Güney viermal an. Die Waffe löste sich beim vierten Angriff. Güney befand sich zum Zeitpunkt des Vorfalls aufgrund eines Größenunterschieds von 20 Zentimetern sowie einer 60 Zentimeter hohen Treppe auf einer Höhe von 80 Zentimetern. Die Kugel hätte also von oben nach unten verlaufen müssen. Im gerichtsmedizinischen Gutachten hieß es jedoch: "Aus ballistischen und geometrischen Feststellungen geht hervor, dass der Schuss von unten nach oben oder höchstens parallel zum Boden abgegeben wurde. Durch die Bestimmung der geometrischen Form des Einschusslochs am Schädel könnte es möglich sein, die Schussneigung und -richtung zu ermitteln."

Saymaz merkt an, dass das Gericht zunächst nach dem Bestattungsort von Mutlu gefragt, dann aber von der Öffnung des Grabes abgesehen habe. Er schreibt, dass die Familie in ihrem Antrag vorbringe, der Vorfall habe sich während einer Notwehrsituation ereignet; als Mutlu mit einem Stuhl angegriffen habe, sei Güney am Arm verletzt worden, habe das Gleichgewicht verloren und die Waffe habe sich unbeabsichtigt gelöst.

Ein Teil des Antrags lautet wie folgt:

"Eine Entscheidung, die aufzeigt, dass die Waffe in seiner Hand losging, als Güney während der Verteidigung gegen den mit einem Stuhl angreifenden Verstorbenen einen Schlag erhielt, und dass ein gezielter Schuss angesichts der Eintrittsrichtung der Kugel unmöglich war, wird belegen, dass er den Tatbestand des vorsätzlichen Mordes nicht erfüllt hat. Dies wird verhindern, dass er als Mörder abgestempelt wird und dass gegen ihn abscheuliche Verleumdungen erhoben werden, die bis hin zur Behauptung reichen, er habe den Verstorbenen nur deshalb getötet, weil dieser Richter war. Diese Verleumdungen dienen sogar dazu, der Familie und den Anwälten von Güney Mörder-Unterstellungen zu machen."

"Das vor 49 Jahren geschaffene 'Yılmaz-Güney-ist-ein-Mörder-Gericht' hat uns das Leben von Güney und die vielen Werke, die er dem Kino noch hätte schenken können, geraubt. Die Auseinandersetzung mit diesem Urteil, das das Ende seines Lebens herbeiführte, ist eine große Prüfung für die Türkei."


Nachrichtenquelle: 12punto

İsmail Saymaz Yılmaz Güney