Aufsehenerregende 'Bündnis'-Botschaft von Özel gegenüber der Financial Times! 'Um Erdoğan zu besiegen...'
CHP-Chef Özgür Özel erklärte im Gespräch mit der Financial Times, dass er im Hinblick auf die kommenden Wahlen für Bündnisse offen sei. Özel betonte, dass der im Silivri-Gefängnis inhaftierte Ekrem İmamoğlu der Präsidentschaftskandidat der CHP bleibe, und sagte: "Die Zeiten, in denen Erdoğan diejenigen einschüchtern konnte, die sich ihm entgegenstellten, sind vorbei."
Der Vorsitzende der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), Özgür Özel, hat sich gegenüber der in Großbritannien ansässigen Financial Times geäußert.
Die britische Zeitung Financial Times führte ein Interview mit dem Vorsitzenden der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP), Özgür Özel.
Die Zeitung verwies auf Wahlumfragen, wonach der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu vor dem AKP-Vorsitzenden und Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan liege, und stellte fest: "Die Verhaftung von İmamoğlu im letzten Monat löste Panik an den Märkten und die größten Straßenproteste der letzten zehn Jahre in der Türkei aus."
Wie Habertürk berichtet, sagte Özgür Özel, es gebe 'keine Pläne' für einen Ersatzkandidaten für İmamoğlu, man erkenne jedoch an, dass man die Dynamik auch ohne ihn aufrechterhalten müsse, nachdem sich der Unmut der Bevölkerung entladen habe.
In seiner Erklärung gegenüber der Zeitung sandte Özel eine Bündnisbotschaft und sagte, dass er nach der Verhaftung von İmamoğlu eine vielschichtige Strategie verfolge, die aus Basis-Kundgebungen und politischen Bündnissen bestehe, um Präsident Erdoğan zu besiegen.
Özel erklärte zudem, er sei offen für den Aufbau einer Oppositionskoalition, die in der Lage sei, Erdoğans AKP und deren Partner zu besiegen.
"Wir sind für Bündnisse mit anderen Parteien im Vorfeld der Wahlen offen. Um Erdoğan zu besiegen, brauchen wir die Unterstützung aller Demokraten", sagte Özel und betonte, dass İmamoğlu weiterhin der Präsidentschaftskandidat der CHP für die nächste Wahl sei, die für 2028 geplant ist.
Sollte jedoch ein staatliches Verbot die Kandidatur von İmamoğlu unmöglich machen, sagte Özel: "Wir werden den geeignetsten Kandidaten bestimmen und eine Kampagne rund um die Freiheit von İmamoğlu führen."
"DIE ZEITEN, IN DENEN ERDOĞAN DIEJENIGEN EINSCHÜCHTERTE, DIE SICH IHM ENTGEGENSTELLTEN, SIND VORBEI"
Özel sagte: "Wir haben die Schwelle überschritten, an der Erdoğan diejenigen einschüchtern kann, die sich ihm entgegenstellen", und fügte hinzu: "Krisenmanagement und Widerstand sind unsere Aufgabe."
DER DREISTUFIGE PLAN DER CHP
Die Financial Times wies darauf hin, dass die CHP einen umfassenden Plan in drei Hauptpunkten verfolge.
Dem Plan zufolge umfasst die erste Stufe eine symbolische landesweite Kampagne, die darauf abzielt, 30 Millionen Unterschriften für die Freilassung von İmamoğlu und die Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen zu sammeln. Mehr als 10 Millionen Bürger haben diese Kampagne bereits unterstützt.
In der zweiten Stufe ist geplant, jeden Mittwoch in Istanbul Kundgebungen abzuhalten und regelmäßig Proteste im ganzen Land zu organisieren.
Özgür Özel betonte die globale Bedeutung dieses Prozesses mit den Worten: "Es gibt weltweit nur sehr wenige Beispiele dafür, wie ein autoritärer populistischer Führer durch friedliche Demonstrationen und zivilen Protest zurückgedrängt werden kann. Dies wird eines davon sein."
Der dritte und schwierigste Teil der Strategie zielt darauf ab, den juristischen Prozess gegen İmamoğlu in eine breitere soziale Unterstützungsbewegung zu verwandeln, insbesondere bei jungen Wählern, um den Druck auf die Regierung aufrechtzuerhalten.
In dem Bericht wurde das bemerkenswerte politische und soziale Spektrum der Teilnehmer an den jüngsten Protesten hervorgehoben. Es wurde festgestellt, dass sich sehr unterschiedliche Teile der Gesellschaft beteiligten, von linksgerichteten Studenten bis hin zu Nationalisten, von religiösen jungen Frauen bis hin zu älteren Rentnern.
Die Financial Times verwies auch auf eine Umfrage, die bei einer Demonstration in Ankara im letzten Monat durchgeführt wurde. Den Umfrageergebnissen zufolge waren 94 % der Demonstranten unter 35 Jahre alt, aber nur die Hälfte gab an, CHP-Anhänger zu sein.
Mit den Worten "Es gibt keine Rettung im Alleingang" sagte Özel: "Was auch immer Sie sich vorstellen, Erdoğan kann es tun. Es gibt keine Grenzen."
Özel wies zudem auf die aktuelle Dynamik der internationalen Politik hin und sagte: "Leider hat der aktuelle globale Kontext – Trump, Putin, der Krieg in Syrien – Erdoğan zu jemandem gemacht, mit dem andere Staats- und Regierungschefs verhandeln wollen."
Nachrichtenquelle: 12punto
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