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Aussage des wegen Beleidigung des Präsidenten inhaftierten Journalisten Alican Uludağ veröffentlicht

Der DW-Türkçe-Reporter Alican Uludağ, der in Ankara festgenommen und nach Istanbul gebracht wurde, ist wegen seiner Social-Media-Beiträge unter dem Vorwurf der „öffentlichen Beleidigung des Präsidenten“ inhaftiert worden. Uludağ erklärte, seine Beiträge seien journalistische Kritik gewesen und er habe keine Straftat begangen.

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Aussage des wegen Beleidigung des Präsidenten inhaftierten Journalisten Alican Uludağ veröffentlicht

Der Journalist Alican Uludağ, der gestern Abend in Ankara festgenommen wurde, wurde nach Istanbul überstellt. Nach seiner richterlichen Anhörung im Justizpalast von Çağlayan wurde Uludağ wegen des Vorwurfs der „öffentlichen Beleidigung des Präsidenten“ inhaftiert. Das Gericht begründete den Haftbefehl damit, dass die Beiträge von Uludağ eine „unbestimmte Anzahl von Personen erreicht“ hätten und das „Delikt öffentlich begangen“ worden sei.

„ICH WERDE FÜR DEN JOURNALISMUS EINEN PREIS ZAHLEN“

In seiner Aussage vor Gericht nach der Inhaftierung betonte Alican Uludağ, dass seine Beiträge Kritik darstellten, und wies die Vorwürfe zurück. Uludağ erklärte, er sei seit 18 Jahren als Journalist tätig und bereit, in diesem Prozess einen Preis für den Journalismus zu zahlen, auch wenn er seine Kinder zurücklassen müsse. Zudem gab er an, dass es bis heute keine Beschwerden seitens des Präsidenten oder dessen Anwälten gegeben habe. Uludağ sagte: „Warum wurde ich heute überstürzt von Ankara hierher gebracht? Gegen diese Beiträge wurde vorgegangen, weil ich meine Arbeit im Rahmen des Journalismus ausgeübt habe.“

VERTEIDIGTE SEINE KRITIK MIT NACHDRUCK

Uludağ argumentierte, dass der Grund für seine Inhaftierung lediglich seine Kritik sei und diese Beiträge Teil seiner journalistischen Arbeit darstellten. Uludağ fuhr fort:

„Wenn ich Journalismus betreibe, muss ich dies mit meiner Kritik zum Ausdruck bringen. Bisher gab es keine Beschwerden vom Präsidenten oder seinen Anwälten. Warum wurde ich jetzt inhaftiert? Weil ich Journalismus betreibe.“

Alican Uludağ betonte als Journalist die Verteidigung der Meinungsfreiheit und fragte: „Wenn wir den Präsidenten nicht kritisieren dürfen, warum gibt es dann Journalismus?“ Zudem äußerte er sein Vertrauen in das Rechtssystem des Staates und die Verfassung.

Das Gericht entschied, dass die Beiträge von Uludağ öffentlich begangen wurden und somit der Verdacht auf Fluchtgefahr und Verdunkelung von Beweismitteln bestehe. Im Haftbefehl wurde zudem der Verdacht geäußert, dass „Druck auf Zeugen und andere Personen ausgeübt werden könnte“.

„SIE WISSEN, DASS DIE BEITRÄGE KEINE STRAFBAREN ELEMENTE ENTHALTEN“

Uludağ erklärte bei der richterlichen Anhörung, dass die Beiträge aus der Vergangenheit stammten und zuvor keine Maßnahmen gegen diese Beiträge ergriffen worden seien. Er sagte: „Diese Beiträge enthalten keine strafbaren Elemente. Den Behauptungen der Staatsanwaltschaft zufolge gibt es in keinem Beitrag eine Beleidigung, es handelt sich rein um Kritik.“ Uludağ bekräftigte, dass er bei der Ausübung seiner journalistischen Tätigkeit keine Straftat begangen habe.

„BLEIBT STANDHAFT, ICH WERDE NICHT SCHWEIGEN“

Nach dem Haftbefehl sandte Alican Uludağ über seine Anwälte eine Nachricht an seine Kollegen außerhalb. Uludağ sagte: „Bleibt standhaft! Alican Uludağ hat nicht geschwiegen und wird nicht schweigen. Wir akzeptieren diese Inhaftierung nicht.“

Die Generalstaatsanwaltschaft Istanbul hatte gegen Alican Uludağ wegen seiner Social-Media-Beiträge Ermittlungen unter den Vorwürfen der „öffentlichen Beleidigung des Präsidenten“, der „öffentlichen Verbreitung irreführender Informationen“ und der „Herabwürdigung staatlicher Institutionen“ eingeleitet. Die Ermittlungen zu dem Vorfall dauern an, und es werden neue Entwicklungen bezüglich der Situation von Uludağ erwartet.


Nachrichtenquelle: 12punto

Alican Uludağ