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Bis zu 7,5 Jahre Haft für Kellner in Militäruniform sowie Restaurantleiter und -inhaber gefordert

Die Ermittlungen zu den Aufnahmen, in denen ein Kellner in einem Restaurant in Beyoğlu Kunden in Militäruniform bediente, wurden abgeschlossen. In der Anklageschrift wird für den ausländischen Tatverdächtigen, der die Uniform trug, sowie für den verantwortlichen Betriebsleiter und den Geschäftsinhaber jeweils eine Freiheitsstrafe von bis zu 7 Jahren und 6 Monaten wegen drei verschiedener Straftatbestände gefordert.

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Bis zu 7,5 Jahre Haft für Kellner in Militäruniform sowie Restaurantleiter und -inhaber gefordert

Die Ermittlungen zu den Aufnahmen vom 16. April 2024 in Beyoğlu, in denen ein ausländischer Staatsangehöriger in einem Restaurant Kunden in Militäruniform bediente, wurden abgeschlossen.

In der von der Generalstaatsanwaltschaft Istanbul erstellten Anklageschrift wird dargelegt, dass die Ermittlungen eingeleitet wurden, nachdem in einem Video in den sozialen Medien zu sehen war, wie eine Person in einem Betrieb in Militäruniform Tische bediente. Es wurde festgestellt, dass es sich bei dem verantwortlichen Betriebsleiter um Abdulkadir Güler, bei dem Geschäftsinhaber um Adnan Kalkmaz und bei der Person, die in dem Video in Militäruniform servierte, um den syrischen Staatsangehörigen Yousuf Jaafer handelt.

In der Anklageschrift wird ausgeführt, dass das von den Verdächtigen veröffentlichte Video die Ehre und das Ansehen der militärischen Organisation des Staates herabwürdige. Der Inhalt des Videos könne nicht unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen, trage nicht zur gesellschaftlichen Entwicklung bei, sondern ziele darauf ab, die militärische Organisation des Staates öffentlich zu verunglimpfen.

In der Anklageschrift, in der darauf hingewiesen wird, dass das Video provokative Einstellungen und Verhaltensweisen enthalte, wird festgehalten, dass die Handlungen geeignet seien, einen Teil der Bevölkerung gegen einen anderen aufzuhetzen, Hass und Feindseligkeit zu schüren sowie Diskriminierung zu fördern. Nachdem das Video in sozialen Medien und Presseorganen veröffentlicht wurde, sei es von zahlreichen Konten und Gruppen kommentiert und geteilt worden, wodurch es zum Medienthema wurde. Zudem habe es bei den Aufgehetzten Besorgnis ausgelöst, wodurch eine klare und unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit entstanden sei.

„ICH WUSSTE NICHT, DASS ES EINE TÜRKISCHE MILITÄRUNIFORM WAR“

In der Anklageschrift, in der die Aussage des Tatverdächtigen Yousuf Jaafer wiedergegeben wird, heißt es: „Ich bin im Sommer 2017 auf legalem Weg von Syrien in die Türkei eingereist. Nach meiner Ankunft in der Türkei habe ich zunächst in Restaurants im Istanbuler Bezirk Bakırköy und später in Beylikdüzü gearbeitet. Im Sommer 2022 begann ich, über soziale Medien Videos zu drehen und Einkommen zu erzielen. Als ich in das besagte Restaurant ging, kamen zwei ausländische Kunden, die angaben, aus Dubai zu kommen, auf mich zu. Sie brachten eine Militäruniform mit, die sie in Eminönü gekauft hatten, und schlugen mir vor, ein Video zu drehen. Ich nahm das Angebot an, da ich dachte, ein Video in Militäruniform würde mehr Aufrufe erzielen. Die beiden Personen, die an dem Tisch saßen, den ich im Video bediente, sind dieselben zwei Personen, die mir die Uniform brachten und das Video vorschlugen. Die Uniform, die ich trug, hatte weder eine Flagge noch eine Aufschrift; ich wusste nicht, dass es eine türkische Militäruniform war. Ich bereue es sehr. Mein Ziel beim Drehen des Videos war keinesfalls die Herabwürdigung der türkischen Militärorganisation.“

In der Anklageschrift wird zudem vermerkt, dass der Tatverdächtige Jaafer das Video, das er durch das Tragen von für den Militärdienst spezifischer Kleidung in einer Weise, die andere täuschen könnte, gedreht und über seinen Account veröffentlicht hatte, später gelöscht habe. Den Verteidigungen des verantwortlichen Betriebsleiters Abdulkadir Güler und des Geschäftsinhabers Adnan Kalkmaz, das Video sei ohne ihr Wissen gedreht worden und online geblieben, werde angesichts ihrer Befugnisse und Positionen im Betrieb kein Glauben geschenkt.

FORDERUNG VON BIS ZU 7 JAHREN UND 6 MONATEN HAFT

In der Anklageschrift wird für die Tatverdächtigen Abdulkadir Güler, Adnan Kalkmaz und Yousuf Jaafer wegen der Straftatbestände ‚öffentliche Herabwürdigung der militärischen oder polizeilichen Organisation des Staates‘, ‚unbefugtes Tragen von speziellen Abzeichen und Uniformen‘ sowie ‚öffentliche Aufhetzung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit oder deren Herabwürdigung‘ jeweils eine Gesamtfreiheitsstrafe von 2 Jahren und 3 Monaten bis zu 7 Jahren und 6 Monaten gefordert.

Der Prozess gegen die Tatverdächtigen wird in den kommenden Tagen vor dem Strafgericht erster Instanz in Istanbul beginnen.


Nachrichtenquelle: İHA

Yousuf Jaafer Kellner in Militäruniform