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Bürgerin nach Kritik am Instagram-Verbot festgenommen

Dilruba K. wurde festgenommen, nachdem sie neben dem Instagram-Verbot auch ihre Kritik an der Gesetzesregelung zu Straßenhunden und dem Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention geäußert hatte.

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Bürgerin nach Kritik am Instagram-Verbot festgenommen

Instagram wurde am 2. August in der Türkei gesperrt und nach Verhandlungen mit Vertretern von Instagram und META sowie einer erzielten Einigung am 10. August wieder freigeschaltet. Während die Entscheidung für Diskussionen sorgte, äußerte Dilruba K. in einem Straßeninterview scharfe Kritik an dem Verbot.

"MAN KANN NICHT OHNE JEDE BEGRÜNDUNG AN EINEM ABEND EINFACH DEN STECKER ZIEHEN"

In dem Interview sagte Dilruba K.: "Es gibt Influencer, die soziale Medien nutzen. 90 Prozent der Türkei, ja sogar der Welt, bestreiten ihren Lebensunterhalt mittlerweile über Instagram. Man kann nicht ohne jede Begründung an einem Abend einfach sagen: 'Ich habe es geschlossen, fertig'." Dilruba K. hatte zudem ihre Kritik an der Sperrung von Instagram nach dem Verbot von Haniyeh-Beiträgen geäußert.

FESTNAHME

Ozan Çakmakçı, Inhaber des Kanals „Tüylü Mikrofon“, für den das Interview geführt wurde, gab bekannt, dass Dilruba K. festgenommen wurde.

Der CHP-Abgeordnete Tuncay Özkan äußerte sich ebenfalls zu dem Vorfall: "Sie versuchen, die Bürger auf der Straße mundtot zu machen. Dieser Druck ist Unterdrückung. Dilruba morgens um 10 Uhr abzuholen und sie wegen dieser Aussagen dem Gericht vorzuführen, ist Grausamkeit. Wir werden sehen, wie viel Rechtsstaatlichkeit in der Türkei nach dieser Entscheidung noch übrig ist. Dies ist eine Prüfung für das Gericht in Izmir. Ich habe mit dem jungen Mann gesprochen, der das Interview geführt hat, und verfolge den Fall.

Kehren Sie von diesem Fehler um, bevor Sie sich eine neue Schande aufladen!" Wie die Nachrichtenagentur AA berichtete, wurde Dilruba K. wegen des Vorwurfs der "Beleidigung des Präsidenten" und der "öffentlichen Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit" festgenommen.

Dilruba K., die von Teams der Polizeidirektion festgenommen und dem Gericht vorgeführt wurde, wurde vom zuständigen Haftrichter wegen "Beleidigung des Präsidenten" und "öffentlicher Aufstachelung des Volkes zu Hass und Feindseligkeit" inhaftiert.

ERKLÄRUNG VON RTÜK ZU STRASSENINTERVIEWS

Straßeninterviews stehen unter genauer Beobachtung der Rundfunkbehörde RTÜK. Der RTÜK-Vorsitzende Ebubekir Şahin hatte kürzlich folgende Botschaft zu Straßeninterviews übermittelt:

"Öffentliche Befragungen, die unter verschiedenen Namen wie 'Straßeninterviews' oder 'Meinung der Bürger' präsentiert werden und die wir gelegentlich sowohl in nationalen Fernsehsendern als auch in einigen sozialen Medien feststellen, haben ein Ausmaß erreicht, das aufgrund ihrer manipulativen Wirkung auf die öffentliche Meinung gegen universelle journalistische Berufsgrundsätze und ethische Werte verstößt. Interviews, die unter dem Namen 'Stimme der Straße' in einem harmlosen Format vermarktet werden, um wirtschaftliche oder politische Lenkungen vorzunehmen, fallen lediglich als Meinungen auf, die die subjektive Sichtweise des Herausgebers stützen. In den Interviews, in denen nur die Meinungen enthalten sind, die vermittelt werden sollen, führen die Bürgerstimmen, die so dargestellt werden, als seien sie die Stimme der Allgemeinheit oder die Meinung eines großen Teils der Gesellschaft, durch ihre objektive Distanz und ihre gezielte, lenkende Art zu Desinformation."


Nachrichtenquelle: 12punto

Justiz Instagram Influencer Interview Straßenumfrage