Bülent Arınç kommentiert Foto mit Generalstabschef und Tom Barrack: „Nicht mit staatlicher Ernsthaftigkeit vereinbar“
Der ehemalige Parlamentspräsident Bülent Arınç hat auf die Sitzordnung während eines Besuchs des US-Botschafters in Ankara und des Syrien-Sondergesandten von US-Präsident Donald Trump, Tom Barrack, beim türkischen Verteidigungsminister Yaşar Güler reagiert.
Die Reaktionen auf das Foto, das während des Besuchs von Barrack aufgenommen wurde, reißen nicht ab. Obwohl AKP-nahe Accounts in den sozialen Medien zahlreich darauf hingewiesen haben, dass die Sitzordnung bei früheren Besuchen identisch gewesen sei, fallen die kritischen Stimmen aus dem Kreis der AKP-Schwergewichte auf.
Zuletzt äußerte sich Bülent Arınç dazu. In einer Erklärung in den sozialen Medien schrieb Arınç:
„Ich verfolge aufmerksam die Fotos, die in den letzten Tagen von einem Treffen mit dem Generalstabschef, unseren Kommandanten der Teilstreitkräfte und dem US-Botschafter in Ankara, Tom Barrack, veröffentlicht wurden. Dass der Botschafter auf dem Bild quasi als Vorsitzender des Treffens erscheint, hat in der Öffentlichkeit für Unmut gesorgt.
Protokoll und Repräsentation im staatlichen Leben sind nicht nur eine Frage der Form, sondern auch ein Zeichen von Souveränität und Würde. Solche Bilder sind kein Einzelfall. So wie die Reaktion der Öffentlichkeit auf das Foto aus dem Jahr 2012, auf dem der damalige Gouverneur dem Generalstabschef unmittelbar nach der großen Explosion in Afyon, bei der 25 unserer Soldaten den Märtyrertod fanden, ein Geschenk in dessen Büro überreichte, war; so ist auch der Vorfall in der Vergangenheit, als unser Botschafter in Israel bewusst auf einen tieferen Stuhl gesetzt wurde, als diplomatische Respektlosigkeit in die Geschichte eingegangen.
Das Bild, das sich heute bietet, ist ein ähnlich schwer zu erklärender Protokollfehler. Herr Barrack mag von Präsident Trump mit besonderen Aufgaben betraut worden sein; letztlich ist er jedoch der US-Botschafter in Ankara und unterscheidet sich in seinem Status nicht von den Botschaftern anderer Länder. Dass ein Botschafter bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister und den Kommandanten der Teilstreitkräfte in der Position eines Vorgesetzten oder Vorsitzenden erscheint, ist mit der staatlichen Ernsthaftigkeit nicht vereinbar.
Sollte eine solche Praxis zur Gewohnheit geworden sein, muss sie umgehend überprüft werden. Der Verteidigungsminister sollte bei solchen Treffen den Vorsitz führen, und die repräsentative Autorität muss eindeutig und unbestreitbar bei den höchsten militärischen und politischen Vertretern unseres Staates liegen. Sollte es sich um ein Gespräch auf Augenhöhe handeln, muss die Sitzordnung entsprechend festgelegt werden.
Das Ansehen unseres Staates verbirgt sich in den Details des Protokolls, die klein erscheinen mögen. Ich glaube, dass hier mehr Sensibilität geboten ist.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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