Bebauungs-Gefälligkeit in Billionenhöhe von der CHP-geführten Stadtverwaltung Bodrum für den regierungsnahen Konzern Kalyon
Die CHP-geführte Stadtverwaltung Bodrum hat ein 102 Hektar großes, als Olivenhain registriertes Grundstück für die Bebauung freigegeben und dem regierungsnahen Konzern Kalyon damit eine Gefälligkeit in Billionenhöhe erwiesen.
In Bodrum wurde ein als Olivenhain registriertes Gebiet durch eine Änderung des Bebauungsplans in eine riesige Baustelle verwandelt. Dass die von der CHP verwaltete Stadtverwaltung dem für seine Nähe zur Regierung bekannten Konzern Kalyon eine Gefälligkeit in Billionenhöhe erwies, wirft Fragen auf.

Laut einem Bericht von Mustafa Gündoğ für Bodrumhaber.com wurde das 102 Hektar große, im Grundbuch als „Olivenhain“ eingetragene und unbebaute Gebiet von der Yalıköy Turizm Yatırım ve İşletme Anonim Şirketi erworben, die Hüseyin Şeherli gehört, dem Schwiegersohn des Kalyon-Holding-Chefs Hasan Kalyoncu. Nach dem Kauf wurde zügig ein Bebauungsplan erstellt, der Prozess landete vor Gericht und es erging eine einstweilige Verfügung. Diese Entscheidung hinderte das Projekt jedoch nicht; der Plan wurde überarbeitet, eine neue Klage eingereicht und der Prozess fortgesetzt. Während ursprünglich nur eine Baufläche von 1.321 Quadratmetern genehmigt war, wurde diese Fläche nach Einwänden durch eine Änderung um das 30-fache auf 31.024 Quadratmeter erhöht.

SKANDALÖSE ENTSCHEIDUNG DER STADTVERWALTUNG BODRUM
Obwohl eine einstweilige Verfügung des Gerichts vorlag, stellte die Stadtverwaltung Bodrum dem Investor ein Dokument über den Baustatus aus, als gäbe es einen gültigen Plan. Diese Entscheidung wurde zudem gegen die ablehnende Stellungnahme der Stadtverwaltung Muğla getroffen. Damit wurde offiziell bestätigt, dass ein öffentliches Gebiet durch Planänderungen in eine Goldgrube in Billionenhöhe verwandelt wurde.
Damit nicht genug: Auch für die zur Kalyon Holding gehörende Firma İSPA İnşaat wurde ein neues Grundstück zugewiesen. Durch das Eingreifen des Ministeriums für Kultur und Tourismus wurde der gleichen Gruppe im Stadtteil Kızılağaç ein weiteres Gebiet von 204.569 Quadratmetern zugewiesen. Somit beläuft sich die Gesamtfläche, die sich in der Hand des regierungsnahen Investors befindet, auf insgesamt 350.000 Quadratmeter.

STADTVERWALTUNG BODRUM EBNETE DEN WEG FÜR PROFITE
Die Stadtverwaltung Bodrum verteidigte sich in einer Antwort an die Zeitung Sözcü damit, dass der Prozess vollständig im rechtlichen Rahmen abgewickelt worden sei.
In der Erklärung der Stadtverwaltung hieß es:
„Die Yalıköy Turizm Yatırım ve İşletme Anonim Şirketi beantragte ein Baudokument für das Grundstück im Stadtteil Kızılağaç. Obwohl für diesen Ort ein vom Umweltministerium am 29.01.2024 genehmigter Bebauungsplan zum Schutz in Kraft war, haben wir als Stadtverwaltung beim Ministerium angefragt, ob Bedenken gegen ein Baudokument bestehen, da dieser Plan aufgrund von Einwänden gegen einen zuvor aufgehobenen Plan erstellt worden war. Gemäß der Stellungnahme des Ministeriums haben wir das Dokument über den Baustatus für das Grundstück ausgestellt. Auch die Provinzdirektion für Umwelt, Urbanisierung und Klimawandel hat den Vorgang genehmigt. Kurz gesagt, der Prozess wurde rechtlich und administrativ ordnungsgemäß durchgeführt. Als Stadtverwaltung Bodrum führen wir unsere Arbeiten transparent und im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften durch.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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