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Copy-Paste-Akademie: Dissertationen des Dekans als Plagiate entlarvt

In den Master- und Doktorarbeiten von Prof. Dr. Muharrem Çetin, Dekan der Kommunikationsfakultät der Universität Kastamonu, wurde festgestellt, dass er aus zahlreichen akademischen Quellen zitiert, diese jedoch nicht als solche gekennzeichnet hat. In einem Bericht, der am 4. August bei der Rektoratsleitung eingereicht wurde, wird betont, dass die Arbeiten in erheblichem Umfang Plagiate enthalten und wissenschaftlich als ungültig betrachtet werden sollten.

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Copy-Paste-Akademie: Dissertationen des Dekans als Plagiate entlarvt

EXKLUSIV: ROJDA ALTINTAŞ

In den beiden Abschlussarbeiten von Prof. Dr. Muharrem Çetin, der sein Master- und Doktoratsstudium an der Gazi-Universität absolvierte und heute als Dekan der Kommunikationsfakultät der Universität Kastamonu tätig ist, wurden schwerwiegende Verstöße gegen die akademische Ethik festgestellt.

Laut einem detaillierten Plagiatsprüfungsbericht, der von akademischen Experten der Universität Kastamonu erstellt und am 4. August 2025 dem Rektorat vorgelegt wurde, hat Çetin sowohl in seiner Master- als auch in seiner Doktorarbeit Texte anderer Akademiker eins zu eins kopiert, ohne die Quellen anzugeben. Es wurde empfohlen, die Arbeiten als nichtig zu betrachten.

NICHT EINMAL DIE „EINLEITUNG“ IST ORIGINELL

Der Bericht wurde am 15. Juli 2025 erstellt. In Çetins Masterarbeit aus dem Jahr 1993 mit dem Titel „Halkla İlişkilerin Verimliliğe Etkisi ve Tarım Kredi Kooperatifleri“ (Der Einfluss von Public Relations auf die Produktivität und landwirtschaftliche Kreditgenossenschaften) besteht keine Übereinstimmung zwischen dem Literaturverzeichnis und dem Text. Beispielsweise werden in der „Einleitung“ vier verschiedene Werke in Fußnoten erwähnt, die jedoch nicht im Literaturverzeichnis der Arbeit aufgeführt sind. Dies verstößt gegen das Zitiersystem und die wissenschaftlichen Schreibregeln.

Doch der Verstoß beschränkt sich nicht darauf. Vier Absätze auf Seite 81 derselben Masterarbeit wurden eins zu eins aus dem Buch „Halkla İlişkiler Açısından Örgüt Sosyolojisine Giriş“ (Einführung in die Organisationssoziologie aus Sicht der Public Relations) von Doz. Dr. Muharrem Varol aus dem Jahr 1993 übernommen. Die Absätze wurden weder in Anführungszeichen gesetzt, noch durch Quellen belegt oder paraphrasiert.

Im Bericht wird dieser Sachverhalt als „90-prozentige Ähnlichkeit/direktes Plagiat“ eingestuft.

Zum Beispiel dieser Satz aus Çetins Arbeit:

„İnsanların örgütün değerlerine ne ölçüne inandıkları ve bu değerlere ne ölçüde sahip oldukları diğer öğelerden daha büyük önem taşımaktadır.“

So steht es im Werk von Doz. Dr. Varol:

„İnsanların örgütün değerlerine ne ölçüde inandıkları ve bu değerlere ne ölçüde sahip oldukları diğer öğelerden daha büyük önem taşır.“

Es wurde nur ein einziges Wort geändert. Weder wurde die Quelle angegeben, noch wurden Anführungszeichen verwendet. Dies wird als direktes, bewusstes Plagiat gewertet.

„KOPIERTE INSPIRATION VON IBM“

Ein weiterer Satz in derselben Arbeit fällt auf:

„Başarıyla başarısızlık arasındaki gerçek farkın, örgütün kendi insanlarının güçlü enerji ve yeteneklerini ortaya çıkarmakta gösterdiği beceriyle ilişkili olduğu söylenebilir. Acaba örgüt, insanların ortak amaçlarını bulabilmelerine yardımcı olabilmek için neler yapmaktadır?“

Dieser Satz wurde in Muharrem Varols Buch aus IBM-Erfahrungen zitiert und lautet wie folgt:

“Başarıyla başarısızlık arasındaki gerçek farkın, örgütün kendi insanlarının güçlü enerji ve yeteneklerini ortaya çıkarmakta gösterdiği beceriyle ilişkili olduğuna inanırım. Acaba örgüt, insanların ortak amaçlarını bulabilmelerine yardımcı olabilmek için neler yapmaktadır?”

Die Sätze des IBM-Vorstandsvorsitzenden Thomas Watson Jr. wurden 1987 von Cem Kozlu zitiert und 1993 im Buch von Doz. Muharrem Varol unter Quellenangabe veröffentlicht.

Auch hier wurde keinerlei Quelle angegeben. Laut dem Bericht sind solche direkten Zitate über die gesamte Masterarbeit verteilt.

AUCH DIE DOKTORARBEIT WURDE MIT DER GLEICHEN METHODE ERSTELLT

Auch in der Doktorarbeit, die Muharrem Çetin im Jahr 2000 am Institut für Sozialwissenschaften der Gazi-Universität schrieb, gibt es ähnliche Verstöße. Im zweiten Absatz auf Seite 5 der Einleitung fällt folgender Satz auf:

„Bir insanın emeği ve zamanı satın alınabilir ancak onun yaratıcılığı, girişim ruhu, sadakati, bedenen, fikren ve ruhen bireyin kendisini örgüte adaması parayla satın alınamaz.“

Diese Aussage findet sich in der Masterarbeit von Seda Çelik aus dem Jahr 1999 mit dem Titel „İş Doyumu ve Motivasyonun Verimlilik Üzerine Etkileri“ (Die Auswirkungen von Arbeitszufriedenheit und Motivation auf die Produktivität). Çeliks Text wurde direkt in die Doktorarbeit übernommen, ohne dass eine Quelle angegeben oder als Zitat gekennzeichnet wurde.

Darüber hinaus erscheint dieselbe Aussage in einer anderen Masterarbeit von Seyhan Korkmaz, wobei dort ein klarer Verweis auf Seda Çelik erfolgt. Das bedeutet, während andere auf Çelik verweisen, hat Çetin den Text so verwendet, als wäre er sein eigener.

Im Bericht heißt es dazu:

„Direkte Zitate in den Master- und Doktorarbeiten wurden ohne Quellenangabe und ohne Originalisierung verwendet. Dies steht in klarem und direktem Widerspruch zu den akademischen Schreibregeln.“

Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei einem Vergleich mit digitalen Plagiatssoftwares wie Turnitin oder iThenticate noch weitere, im Bericht nicht aufgeführte Plagiate entdeckt werden könnten.


Nachrichtenquelle: 12punto

Prof. Dr. Muharrem Çetin