Der 'Reaktionsalgorithmus'-Effekt bei der 'Kadir-Mısıroğlu-Gedenkfeier' der AKP: Kritische Zitate und wütende Kommentare
Ein Gedenkbeitrag für Kadir Mısıroğlu, den die AKP-Provinzorganisation Istanbul über ihren offiziellen Social-Media-Account veröffentlichte, löste eine breite Debatte in den sozialen Medien aus.
Dass Mısıroğlu, der durch seine Äußerungen gegen die Republik und Mustafa Kemal Atatürk in Erinnerung geblieben ist, von einem offiziellen Konto einer politischen Partei gewürdigt wurde, stieß bei den Nutzern auf eine Welle der Empörung.
Der Beitrag für Kadir Mısıroğlu, der in der Vergangenheit mit seiner Aussage „Ich wünschte, die Griechen hätten gewonnen“ in Bezug auf den türkischen Befreiungskrieg den Zorn eines Großteils der Öffentlichkeit auf sich gezogen hatte, wurde in kürzester Zeit zu einem der meistdiskutierten Themen in den sozialen Medien.
Die Freude über die „Millionen-Aufrufe“ währte nur kurz
Dass sich der Gedenkbeitrag auf X (ehemals Twitter) schnell verbreitete und über 2 Millionen Aufrufe erreichte, wurde zunächst von einigen Parteianhängern mit Freude aufgenommen. Diese hohen Kennzahlen wurden von bestimmten Kreisen als „große Unterstützung“ für den Beitrag interpretiert und in Glückwunschbotschaften umgemünzt.
Hintergrund war der 'Reaktionsalgorithmus'
Doch schon bald stellte sich heraus, dass die Hintergründe ganz anders aussahen. Der Grund für die Millionenreichweite und die Rekordinteraktionen des Beitrags war keine Unterstützung, sondern die tausenden kritischen Zitate (Quotes) und wütenden Kommentare, die zu dem Beitrag verfasst wurden.
Die massiven Beiträge der Nutzer, die den Post verurteilten und ihren Unmut äußerten, lösten den Algorithmus der sozialen Medien aus, was dazu führte, dass die Gedenkbotschaft ständig in den Feeds anderer Nutzer erschien. Dies verdeutlichte einmal mehr, dass hohe Aufrufzahlen in sozialen Medien nicht immer positive Unterstützung widerspiegeln, sondern manchmal auch ein Indikator für massiven Widerstand sind.
Nachrichtenquelle: 12punto
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