'Die durchtrennten Säulen hatten keinen Einfluss auf den Einsturz des Gebäudes': Strafanzeige gegen Sachverständigengremium im Fall Ezgi-Apartment
Im Prozess um das Ezgi-Apartment, das bei den Erdbeben vom 6. Februar 2023 einstürzte und bei dem 35 Menschen ums Leben kamen, wurde Strafanzeige gegen das Sachverständigengremium erstattet, das in seinem Bericht behauptet hatte, die angeblich durchtrennten Säulen hätten keinen Einfluss auf den Einsturz des Gebäudes gehabt.
Im Prozess um das Ezgi-Apartment, das bei den Erdbeben mit Zentrum in Kahramanmaraş am 6. Februar 2023 einstürzte und bei dem 35 Menschen ihr Leben verloren, wurde Strafanzeige gegen das Sachverständigengremium erstattet.
Das Sachverständigengremium war in seinem erstellten Bericht zu dem Schluss gekommen, dass "die angeblich durchtrennten Säulen keinen Einfluss auf den Einsturz des Gebäudes haben", was in der Öffentlichkeit für große Empörung sorgte.
Obwohl festgestellt wurde, dass im Erdgeschoss des Ezgi-Apartments in der dortigen Konditorei Säulen durchtrennt worden waren, argumentierte das Sachverständigengremium, dass dies keinen Einfluss auf den Einsturz des Gebäudes gehabt habe.
In dem Bericht, der auf Anforderung des 4. Schwurgerichts von Kahramanmaraş erstellt wurde, wurden der nicht inhaftierte Bauunternehmer Yakup Aktaş sowie der vor 12 Jahren verstorbene Statik-Projektverfasser Kemal Türkarslan als "hauptverantwortlich" eingestuft, während den anderen Angeklagten keine Schuld zugeschrieben wurde.

STRAFANZEIGE UND RÜCKTRITT DER SACHVERSTÄNDIGEN
Aufgrund der Reaktionen der Angehörigen der Opfer des Ezgi-Apartments erstattete der Anwalt Rezan Epözdemir Strafanzeige gegen das Sachverständigengremium.
Epözdemir erklärte, dass der Bericht nicht mit den Beweisen in der Akte und dem zuvor von der Technischen Universität Karadeniz erstellten Gutachten übereinstimme, und forderte die strafrechtliche Verfolgung des Sachverständigengremiums wegen Amtsmissbrauchs.
Unterdessen reichte das Sachverständigengremium am 12. August einen Antrag beim 4. Schwurgericht von Kahramanmaraş ein, in dem es mitteilte, dass es aufgrund des öffentlichen Drucks, dem es ausgesetzt sei, von dem Fall zurücktreten wolle. Das Gremium, das denselben Antrag auch beim 5. Schwurgericht von Kahramanmaraş einreichte, zog sich aus insgesamt 19 Verfahren zurück.
PROZESS UM DAS EZGI-APARTMENT GEHT WEITER
Der Prozess um den Einsturz des Ezgi-Apartments, in dem 5 Angeklagte – davon 2 inhaftiert und 2 flüchtig – vor Gericht stehen, wird vor dem 4. Schwurgericht von Kahramanmaraş fortgesetzt. Die Angeklagten müssen sich wegen "vorsätzlicher Tötung und Körperverletzung mit bedingtem Vorsatz" sowie "fahrlässiger Tötung und Körperverletzung" verantworten.
Der Prozess wird mit der für den 4. Oktober angesetzten Verhandlung fortgesetzt.
Nachrichtenquelle: 12punto
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