Diyanet nimmt in der Freitagspredigt die Kleiderfreiheit ins Visier: Unterstützung durch den reaktionären Halil Konakcı ließ nicht lange auf sich warten!
Das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) hat in der dieswöchigen Freitagspredigt scharfe Kritik an der Kleiderfreiheit geübt. Es wurde erklärt, dass „kurze Kleidung und transparente Outfits einen Verstoß gegen Gottes Gebot darstellen“, während auch Tätowierungen und ästhetische Eingriffe ins Visier genommen wurden. Der reaktionäre Halil Konakcı, der für seine Äußerungen gegen die Republik und den Laizismus bekannt ist, unterstützte die Predigt und griff dabei oppositionelle Medien an.
Das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) hat in seiner am Freitag, dem 1. August, veröffentlichten Predigt diesmal die Kleiderfreiheit ins Visier genommen. In der Predigt mit dem Titel „Schamgefühl: Gottes Gebot, Erfordernis der Natur“ wurden kurze Kleidung und transparente Outfits als unvereinbar mit Gottes Gebot der Bedeckung bezeichnet. In der Predigt wurde argumentiert, dass die Modebranche, Medienkreise und Modedesigner eine Kultur der Nacktheit verbreiten und die Bedeckung entwerten würden. Diyanet erklärte: „Das Tragen von kurzer Kleidung und transparenten Outfits ist haram und ein Verstoß gegen Gottes Gebote.“
„EINE HERAUSFORDERUNG AN DIE MORALISCHEN REGELN“
In der Predigt wurde betont, dass Kleidung, die die Körperkonturen betont, nicht nur eine Frage von „Stil“ oder „Image“ sei, sondern ein „Verstoß gegen Gottes Gebote“. Diyanet erklärte, dass das Tragen unangemessener Kleidung im öffentlichen Raum und insbesondere in institutionellen Einrichtungen ein moralisches Vergehen darstelle. „Dies ist keine Modernität, sondern Primitivität. Jeder, der schweigt, wenn moralische und sittliche Maßstäbe verletzt werden, lädt eine große Schuld auf sich“, hieß es.
AUCH TÄTOWIERUNGEN UND ÄSTHETIK IM VISIER
Diyanet äußerte in der Predigt zudem Warnungen bezüglich Tätowierungen und Schönheitsoperationen. Es wurde gesagt: „Den Körper ohne medizinische Notwendigkeit nur aus Gründen der Eitelkeit zu verändern, bedeutet, auf das Spiel des Teufels hereinzufallen.“ Es wurde darauf hingewiesen, dass Tätowierungen den Hadithen des Propheten widersprechen und als haram gelten. Auch die Veränderung der natürlichen Veranlagung durch Schönheitsoperationen wurde als Auflehnung gegen Gott definiert.
In der Predigt wurde zum Ausdruck gebracht, dass Beiträge in sozialen Medien und auf Bildschirmen mit Kleidung, die die Religion nicht billigt, „hässlich“ und „haram“ seien. Es wurde betont, dass solche Verhaltensweisen moralisch gefährlich für die Gesellschaft seien. Ein in der Predigt zitierter Vers lautete: „Für diejenigen, die unter den Gläubigen die Verbreitung von Schamlosigkeit wünschen, gibt es im Diesseits und im Jenseits eine schmerzhafte Strafe.“
KONAKCI UNTERSTÜTZT DIE PREDIGT, OPPOSITIONELLE MEDIEN IM VISIER
Nach der besagten Predigt von Diyanet äußerte sich der reaktionäre Halil Konakcı über seinen Social-Media-Account, unterstützte die Predigt und griff vier oppositionelle Medienkanäle an, darunter Halk TV, Tele 1, Sözcü und Cumhuriyet. Konakcı erklärte über soziale Medien: „Heute wird die Agenda von islamfeindlichen Nachrichtensendern und Laizisten wie Halk TV, Tele 1, Sözcü und Cumhuriyet die ‚Freitagspredigt‘ sein. Ich sage es schon jetzt: Ich werde meine Predigt über denselben Text halten wie die Freitagspredigt. ‚Nacktheit ist keine Modernität oder Zivilisation, sondern Primitivität und Schamlosigkeit‘.“

Nachrichtenquelle: 12punto
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