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Drogen-Frage von Murat Bakan an Ali Yerlikaya

Der CHP-Abgeordnete für Izmir, Murat Bakan, hat Innenminister Ali Yerlikaya scharfe Fragen gestellt, nachdem er die Frage aufgeworfen hatte, warum die Türkei nicht an der historischen Kokain-Operation in Spanien beteiligt war.

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Drogen-Frage von Murat Bakan an Ali Yerlikaya

Bei der Operation „Marea Blanca“, die in Zusammenarbeit mit der US-Drogenbekämpfungsbehörde (DEA), der brasilianischen Bundespolizei, der britischen National Crime Agency (NCA) sowie den Behörden in Frankreich und Portugal durchgeführt wurde, wurden rund 10 Tonnen Kokain beschlagnahmt und insgesamt 13 Verdächtige festgenommen. Nach der Untersuchung der Schiffsroute wurde die Operation als eine der größten Drogenbeschlagnahmungen in Europa registriert.

Den öffentlich gewordenen Informationen zufolge steuerte ein Schiff, das von der Türkei aus in See gestochen war, direkt über den Atlantik auf Europa zu, ohne südamerikanische Häfen anzulaufen, um Verdachtsmomente zu minimieren. Es war geplant, einen Teil des Kokains vor dem Erreichen der Straße von Gibraltar auf See umzuladen. Es wurde zudem vermerkt, dass ein Besatzungsmitglied bewaffnet war und die transportierten Drogen schnell an verschiedene Orte verteilt werden sollten.

Der stellvertretende CHP-Vorsitzende für Innenpolitik und Abgeordnete für Izmir, Murat Bakan, kritisierte, dass die Türkei nicht an dieser Operation beteiligt war, und brachte das Thema in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) ein.

DIE KRITIK UND FRAGEN DES CHP-ABGEORDNETEN BAKAN

In seiner Bewertung kritisierte Murat Bakan, dass sich der Kampf gegen Drogen in der Türkei auf die „Festnahme von Kleindealern“ beschränke, und äußerte sich wie folgt:

„Spanien hat die größte Drogenoperation der europäischen Geschichte durchgeführt. Diese Drogenoperation wurde durch internationale Solidarität ermöglicht. Das US-Drogenbekämpfungsbüro, die brasilianische Polizei, die französische Polizei und die portugiesische Polizei haben Spanien unterstützt. Mit der Unterstützung von Interpol, Europol und allen internationalen Organisationen wurden 10 Tonnen Kokain vor den Kanarischen Inseln beschlagnahmt. Wir fragen Ali Yerlikaya: Hey Ali Yerlikaya, du bist hinter Kleindealern her, du nimmst sie fest, schön und gut; du nimmst Phänomene, Internet-Prominente und Schauspieler fest, die Drogen konsumieren, schön und gut, wir sagen nicht, dass du das nicht tun sollst. Aber der Kampf gegen Drogen in der Türkei kann nicht auf die Festnahme von Kleindealern reduziert werden. Das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung sagt: ‚Man kann Drogen nicht allein durch die Anzahl der Festnahmen und Operationen bekämpfen.‘ Man muss die Organisation zerschlagen, sagt es; man muss dem Geld folgen – woher kommt das Geld, wohin fließt es –; man muss die finanziellen Quellen kappen und den Konsum reduzieren, sagt es.

In der Türkei steigt der Konsum, die Geldquellen werden nicht gekappt, große Organisationen werden nicht zerschlagen; es gibt ein Innenministerium, das Kleindealern und Prominenten hinterherjagt. Ich frage Ali Yerlikaya: Warum ist die Türkei bei dieser 10-Tonnen-Kokain-Operation nicht dabei? Warum ist die Türkei bei der internationalen Zusammenarbeit nicht dabei? Was tust du im Kampf gegen Drogen, außer Kleindealern hinterherzujagen?“

Murat Bakan reichte zudem eine umfassende parlamentarische Anfrage ein, in der er die Effektivität des Innenministeriums bei groß angelegten internationalen Operationen und den Grad des Informationsaustauschs der Türkei mit internationalen Institutionen hinterfragte.

Die Fragen, die Bakan an Ali Yerlikaya richtete, lauten wie folgt:

  1. Wurden die Behörden der Republik Türkei im Rahmen der Operation „Marea Blanca“, die von den spanischen Behörden durchgeführt wurde und bei der rund 9.994 Kilogramm Kokain beschlagnahmt wurden, informiert?
  2. Wurde vom Innenministerium oder den zuständigen Einheiten eine Untersuchung bezüglich einer möglichen Verbindung eines türkischen Unternehmens zu dem Schiff namens „United S“ mit der IMO-Nummer 7359149, das Gegenstand der Operation war, durchgeführt?
  3. Hat die Türkei im Rahmen der Operation direkt gerichtliche oder nachrichtendienstliche Informationen mit den Strafverfolgungsbehörden der USA, Brasiliens, Großbritanniens, Frankreichs, Portugals und Spaniens ausgetauscht? Über welche Institutionen und in welchem Umfang geschah dies?
  4. Warum arbeitete die Türkei nicht aktiv mit den internationalen Einheiten zusammen, die an der Operation beteiligt waren?
  5. Wie hoch ist die Anzahl der Ermittlungen, die in den letzten fünf Jahren im Zusammenhang mit internationalen Drogenlieferungen aus der Türkei oder mit Türkei-Bezug geführt wurden, und inwieweit wurden dabei die hochrangigen Führungskräfte der Organisationen erreicht?
  6. Wie bewertet das Ministerium die Kritik, dass anstelle von Akten zu großvolumigen und organisierten Verbrechen eher Kleindealer auf Straßenebene ins Visier genommen werden?
  7. Verfügt das Innenministerium über eine neue Strategie oder einen Aktionsplan im Kampf gegen Drogen, der auf die Organisationsstruktur sowie die Finanz- und Logistiknetzwerke abzielt?
  8. Ist unter Berücksichtigung der Ansicht in der Öffentlichkeit, dass der Kampf gegen Drogen eher auf Boulevard-Themen ausgerichtet ist, eine gesetzliche Regelung geplant, um mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht zu gewährleisten?

Nachrichtenquelle: 12punto

Murat Bakan Ali Yerlikaya