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Entsetzen in religiösem Wohnheim: 15-jähriger Junge in Kühlraum eingesperrt und misshandelt

In Kayseri wurde bekannt, dass ein 15-jähriger Schüler in einem Wohnheim, das der Süleymancılar-Gemeinschaft angehören soll, in einem Kühlraum eingesperrt und misshandelt wurde. Gegen die Heimleitung wurde das Verfahren wegen „mangelnder Beweise“ eingestellt.

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Entsetzen in religiösem Wohnheim: 15-jähriger Junge in Kühlraum eingesperrt und misshandelt

Ein Gewaltvorfall in einem Wohnheim für männliche Schüler in Kayseri, das der Süleymancılar-Gemeinschaft zugeordnet wird, ist durch die Einschaltung der Justiz an die Öffentlichkeit gelangt. Der Vorwurf, dass ein 15-jähriger Schüler im Wohnheim in einem Kühlraum eingesperrt und misshandelt wurde, wurde durch die von der Staatsanwaltschaft erstellten Anklageschriften bestätigt.

Während der Brand in einem religiösen Wohnheim im Bezirk Aladağ in Adana im Jahr 2016, bei dem 12 Menschen, darunter 11 Kinder, ums Leben kamen, noch immer in schmerzhafter Erinnerung ist, wurde nun ein weiterer Skandal innerhalb einer ähnlichen Struktur in einem Wohnheim in Kayseri aufgedeckt.

IN KÜHLRAUM EINGESPERRT, MISSHANDELT UND BEDROHT

Nach Informationen von İsmail Arı von BirGün wurde der 15-jährige Neuntklässler im Juni 2024 von einer Gruppe, der sowohl andere Schüler als auch Erwachsene angehörten, in einen Kühlraum des Wohnheims gesperrt. Der Schüler wurde dort eine Zeit lang festgehalten, anschließend misshandelt, beschimpft und gewürgt. Ein Teil der ausgeübten Gewalt wurde sogar per Video aufgezeichnet.

DROHUNG: „WENN DU ES DEINER FAMILIE SAGST, WERFEN WIR DICH HINUNTER“

Nachdem der Vorfall bekannt wurde, reichte der Vater bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige ein. Er gab an, dass sein Sohn schon lange belästigt worden sei, die Heimleitung jedoch keinerlei disziplinarische Maßnahmen ergriffen habe.

Der Vater erklärte, er habe durch ein ihm zugeschicktes Video von der Situation erfahren und schilderte das Gespräch mit seinem Sohn wie folgt:

Der Junge habe berichtet, dass er mit den Worten „Wenn du das deiner Familie erzählst, werfen wir dich aus dem dritten Stock und sagen, du bist gestürzt“ bedroht worden sei und das ganze Jahr über unter Folter, Drohungen und Demütigungen gelitten habe. Zudem wurde festgehalten, dass der Junge aufgrund der Erlebnisse psychische Probleme entwickelte, die Schule nicht mehr besuchte und seine Schullaufbahn nicht fortsetzen konnte.

Nach Aussage des Vaters wurde bei einem Gespräch mit der Heimleitung versucht, den Vorfall zu vertuschen. Die Leitung habe geäußert, dass dem Kind Schaden zugefügt werden könne und seine Zukunft gefährdet sei, falls die Angelegenheit weiter aufgebauscht werde.

ZWEI SEPARATE ANKLAGESCHRIFTEN ERSTELLT

Die Generalstaatsanwaltschaft Kayseri hat zwei separate Anklageschriften zu dem Vorfall verfasst. In der ersten Anklageschrift wird für den 23-jährigen Fatih E. eine Bestrafung wegen „Freiheitsberaubung eines Kindes, Quälerei sowie Beleidigung mittels Ton-, Bild- oder Videoaufnahmen“ gefordert.

In der Anklageschrift heißt es, Fatih E. habe die Vorwürfe zurückgewiesen, behauptet, das Opfer nicht zu kennen, und die Aufnahmen im Video bestritten. In seiner Verteidigung habe er erklärt, es könne sich um „Späße unter Freunden“ gehandelt haben. Dennoch wurde betont, dass aufgrund der vorliegenden Beweise hinreichende Anhaltspunkte für die Eröffnung eines öffentlichen Verfahrens bestehen.

In der zweiten Anklageschrift wird für den minderjährigen Schüler B.Ö. eine Bestrafung wegen „Freiheitsberaubung unter Anwendung von Gewalt, Drohung oder Täuschung“ gefordert. B.Ö. soll die Person gewesen sein, die das Opfer in den Kühlraum gesperrt hat.

KEIN VERFAHREN GEGEN DEN HEIMLEITER

Während der Ermittlungen wurde von den Mitarbeitern, die der Gemeinschaft angehören sollen, lediglich der Heimleiter Muhammet Enes P. vernommen. Der Leiter gab in seiner Aussage an: „Ich wusste nichts von dem Vorfall.“

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen Enes P. wegen „mangelnder Beweise“ ein. Bezüglich der Person namens Kenan Y., die im Zusammenhang mit dem Vorfall genannt wurde, wurde mitgeteilt, dass dessen Identität nicht festgestellt werden konnte und er daher nicht vernommen werden konnte.


Nachrichtenquelle: 12punto

Süleymancılar-Gemeinschaft