Feti Yıldız’ Vorstoß zu „geheimen Zeugen“ heizt politische Debatte an: Erste Reaktion der CHP
Die Äußerungen des MHP-Politikers Feti Yıldız im Parlament, in denen er betonte, dass bei Verhaftungen „tausendmal nachgedacht“ werden müsse, haben in der politischen Agenda für großes Aufsehen gesorgt. CHP-Sprecher Zeynel Emre verwies auf die Operationen vom 19. März und erklärte: „Die MHP muss ihre Widersprüche überwinden.“
Während der Haushaltsberatungen für die höhere Justiz im türkischen Parlament (TBMM) wies der stellvertretende MHP-Vorsitzende Feti Yıldız auf die universellen Rechtsgrundsätze hin und erklärte, dass Haftbefehle erst nach „tausendfachem Überlegen“ erlassen werden sollten. Yıldız betonte zudem die Bedeutung von Urteilen, die auf Aussagen geheimer Zeugen basieren, und forderte, dass diese Praktiken mit äußerster Sensibilität behandelt werden müssten.
AUSSAGEN ERINNERTEN AN DIE OPERATIONEN VOM 19. MÄRZ
Die Erklärungen von Yıldız brachten in der Öffentlichkeit unmittelbar die Operationen vom 19. März wieder ins Gespräch. Während des Prozesses, in dem auch CHP-Mitglieder, darunter der Präsidentschaftskandidat Ekrem İmamoğlu, verhaftet wurden, gab es Kritik daran, dass die Haft als schwerste Maßnahme zur Routine geworden sei und die Aussagen geheimer Zeugen dabei eine entscheidende Rolle gespielt hätten. Es ist bekannt, dass Yıldız bereits zuvor ähnliche Einschätzungen geäußert hatte.
Nach diesen Entwicklungen richteten sich alle Augen auf die CHP, und die erste Bewertung kam von Parteisprecher Zeynel Emre. Laut einem Bericht von Sarp Sağkal von der Zeitung Cumhuriyet beantwortete Emre auf einer Pressekonferenz, die gemeinsam mit der neuen CHP-Führung abgehalten wurde, die Fragen der Journalisten.
„DIE MHP MUSS DIESE WIDERSPRÜCHE ÜBERWINDEN“
Auf die Frage nach Feti Yıldız’ Kritik an geheimen Zeugen und ob es Kontakte zwischen der MHP und der CHP geben werde, wies Emre darauf hin, dass es seit den Operationen vom 19. März keine Erklärung der MHP gegeben habe, in der das Vorgehen als „richtig“ bezeichnet wurde. Emre betonte, dass geheime Zeugen im türkischen Strafrecht nur bei Terrorstraftaten vorgesehen seien und diese Praxis bei Korruptionsfällen nicht existiere, und sagte weiter:
„Feti Bey weist bereits auf diesen Punkt hin. Sie sagten, es solle eine Übertragung im TRT geben, machten dann aber einen Rückzieher. Wir haben Anträge eingereicht, die abgelehnt wurden. Manchmal nehmen sie ihre Aussagen zurück. Sie haben Widersprüche; die MHP muss diese Widersprüche überwinden.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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