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Geständnisse aus dem Menzil-Orden reißen nicht ab: Vorwürfe um Tonaufnahmen... Hat der Streit im Orden den Präsidenten Erdoğan erreicht?

Der Erbschaftsstreit innerhalb des Menzil-Ordens, der durch seinen luxuriösen und prunkvollen Lebensstil auffällt, geht weiter. Nach dem Tod von Abdülbaki Elhüseyni folgen auf den zwischen den Brüdern ausgebrochenen Streit immer neue Enthüllungen. Die Aussagen von Mübarek Elhüseyni sind ein Eingeständnis dafür, dass innerhalb des Menzil-Ordens eine 'autonome Struktur' innerhalb des Staates geschaffen wurde.

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Geständnisse aus dem Menzil-Orden reißen nicht ab: Vorwürfe um Tonaufnahmen... Hat der Streit im Orden den Präsidenten Erdoğan erreicht?

Die Ordensstruktur, die über Jahre im Dorf Menzil im Landkreis Kahta in Adıyaman gewachsen ist, steht mittlerweile nicht mehr nur im Zentrum religiöser, sondern auch politischer und wirtschaftlicher Krisen. Der Erbschaftsstreit, der nach dem Tod des geistigen Führers der Gemeinschaft, Abdülbaki Elhüseyni, im Juli 2023 begann und sich ausweitete, hat heute das Ausmaß eines internen Krieges erreicht, der offen in der Öffentlichkeit ausgetragen wird. Eine neue Erklärung des Bruders Muhammed Mübarek Elhüseyni brachte die Vorgänge innerhalb der Gemeinschaft ans Licht.

Geständnisse aus dem Menzil-Orden reißen nicht ab: Vorwürfe um Tonaufnahmen... Hat der Streit im Orden den Präsidenten Erdoğan erreicht?

Das Dorf Menzil ist jetzt ein Ordenskomplex

Laut der Erklärung von Mübarek Elhüseyni wurde das Dorf Menzil im Jahr 1971 von ihrem Vater Abdülhakim Elhüseyni gekauft. Ab 1993 begann man, das Gebiet als Pilgerstätte zu planen. In der Erklärung wurde betont, dass in dem Dorf, das zum Zentrum des Ordens wurde, Moscheen, Geschäfte, getrennte Gebetsbereiche für Männer und Frauen sowie neue Gebäude errichtet wurden, wodurch das Dorf praktisch zu einem religiösen Tourismuskomplex umgestaltet wurde.

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Frauen besuchen das Gelände über einen separaten Weg

In der Erklärung fiel auf, dass die Projekte auf einer strikten Trennung von Männern und Frauen basieren. Zu den neuen Regelungen im Dorf gehört auch, dass Frauen das Merkad-ı Şerif besuchen können, ohne den Dorfplatz betreten zu müssen, wofür spezielle Bereiche geschaffen wurden. Es wurde zudem bekannt gegeben, dass neben Einrichtungen wie einem Wissensplatz, einer Suppenküche und einem überdachten Basar auch Plätze speziell für Frauen gebaut wurden. Diese Details offenbaren, dass im Dorf eine Art Scharia-Ordnung etabliert wurde.

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Erbschaftsstreit zwischen den Brüdern vor ein 'Scharia-Gericht' getragen

Der Erbschaftsstreit zwischen den Parteien wurde nicht auf offiziellem Rechtsweg, sondern vor einem intern geschaffenen Scharia-Gericht namens 'Schiedsgericht' ausgetragen. Wie aus dem Bericht von Gerçek Gündem hervorgeht, heißt es in der Erklärung von Mübarek Elhüseyni: „Das aus drei Kalifen bestehende Schiedsgericht untersuchte die Vorwürfe des 'akd-i fasid' (ungültiger Vertrag) bezüglich der Immobilien rund um die Moschee und hörte die Parteien an.“ Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass im Dorf Menzil nicht nur physisch, sondern auch rechtlich eine parallele Struktur aufgebaut wurde.

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Unter dem Vorwand 'Moscheebau' Geld gesammelt und Geschäfte eröffnet

Einer der auffälligsten Teile der Erklärung betrifft den Vorwurf der Korruption durch Spenden und Hilfsgelder. Es wurde behauptet, dass der ältere Bruder Saki Elhüseyni in den sozialen Medien unter dem Vorwand des „Moscheebaus“ Geld gesammelt, dieses jedoch für den Bau anderer Gebäude verwendet habe, in denen sich unter anderem seine persönlichen Büros befinden. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass neben diesen Strukturen auch neue Geschäfte außerhalb des ursprünglichen Projekts errichtet wurden. Mübarek Elhüseyni bezeichnete diesen Prozess als „direkten Schaden für das Dorfprojekt Menzil“.

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Wettlauf um die Macht

Mübarek Elhüseyni erklärte, dass sein Bruder Saki Elhüseyni in die Projekte im Dorf eingreife und sich selbst zum „Dorfherrn“ ernannt habe. In der Erklärung hieß es dazu:

„Zuerst hieß es, man werde dem Projekt treu bleiben. Dann wurde gesagt: 'Ich kenne kein Projekt, ich werde es so machen, wie ich will.' Später wurde der Ansatz mit den Worten 'Ich bin der Herr dieses Dorfes, es wird so geschehen, wie ich es sage' klar zum Ausdruck gebracht.“

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Saki Elhüseyni, der die Führung der Gemeinschaft übernommen hat, beschuldigte seine Brüder, mit den Einnahmen aus den Stiftungen der Gemeinschaft in Luxus zu leben. Nach vorliegenden Informationen beläuft sich das von der Gemeinschaft verwaltete Vermögen auf etwa 14 Milliarden Lira. Die mit diesem Geld gekauften Luxusfahrzeuge, Restaurantbesuche und neu gegründeten Handelsunternehmen zeigen, dass die Gemeinschaft eher eine Organisation ist, die sich in eine wirtschaftliche Macht verwandelt hat, als eine rein religiöse Struktur.

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Auseinandersetzung mit Steinen und Stöcken, Eingreifen der Gendarmerie

Die Spannungen zwischen den Anhängern der Parteien eskalierten ebenfalls in Gewalt. Eine Auseinandersetzung mit Steinen und Stöcken zwischen den Parteien, die Ansprüche auf eine der Moscheen im Dorf erhoben, wurde von der Gendarmerie gewaltsam aufgelöst. Dieser Vorfall zeigt, dass die Gemeinschaft nicht nur Schauplatz wirtschaftlicher, sondern auch physischer Konflikte ist.

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Scharia reichte nicht aus, man wandte sich an das staatliche Recht

Nachdem die Scharia-Gerichte keine Ergebnisse lieferten, sahen sich die Parteien gezwungen, das Zivilrecht der Republik Türkei in Anspruch zu nehmen. Saki Elhüseyni beschuldigte seine jüngeren Brüder, sich „wie die FETÖ zu verhalten“ und reichte aufgrund dieser Vorwürfe Klagen ein. Der Rechtsstreit innerhalb der Gemeinschaft dauert weiterhin an.

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Behauptung bezüglich Präsident Erdoğan

Es wurde zudem behauptet, dass der Erbschaftsstreit bis zu Präsident Recep Tayyip Erdoğan vorgedrungen sei. In einer Tonaufnahme, die Saki Elhüseyni zugeschrieben wird, ist die Behauptung enthalten, er habe „die Angelegenheit dem Präsidenten mitgeteilt“. Der CHP-Abgeordnete für Gaziantep, Hasan Öztürkmen, brachte diese Behauptung in die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM). In einer parlamentarischen Anfrage stellte er die Frage: „Hat Saki Elhüseyni sich mit Präsident Erdoğan getroffen?“


Nachrichtenquelle : 12punto

Menzil Menzil-Gemeinschaft Mübarek Elhüseyni