Glaubenskarte der Türkei veröffentlicht: Religiosität nimmt ab
Laut den Vergleichsdaten von Konda für die Jahre 2008 und 2024 ist der Anteil derjenigen, die sich in der Türkei als „religiös“ bezeichnen, zurückgegangen, während sich der Anteil der Atheisten oder Konfessionslosen vervierfacht hat.
Das Forschungsinstitut Konda hat eine bemerkenswerte Studie veröffentlicht, die den Wandel der Glaubenstendenzen in der Türkei im Laufe der Zeit aufzeigt.
Die aktualisierte Fassung der Studie mit dem Titel „Lebensstile“ aus dem Jahr 2008 wurde im Oktober 2024 erneut durchgeführt. Der Untersuchung zufolge bezeichneten sich vor 16 Jahren noch 55 Prozent der Gesellschaft als „religiös“, während dieser Anteil bis 2024 auf 46 Prozent gesunken ist.
Dieser Rückgang der Religiosität in der Gesellschaft um 9 Prozentpunkte deutet darauf hin, dass sich insbesondere die Beziehung der jüngeren Generationen zu religiösen Identitäten verändert.
ANTEIL DER GLAUBENSLOSEN HAT SICH VERVIERFACHT
Eines der auffälligsten Ergebnisse der Studie ist der deutliche Anstieg der Glaubenslosigkeit. Im Vergleich zu 2008 hat sich der Anteil der Personen, die sich als „glaubenslos“ oder „atheistisch“ bezeichnen, vervierfacht. Konda betont, dass dieser Anstieg insbesondere in den Großstädten und unter der jungen Bevölkerung deutlicher ausgeprägt ist.
„GLÄUBIG, ABER NICHT PRAKTIZIEREND“ NIMMT ZU
Ein weiterer wichtiger Datenpunkt der Studie ist, dass der Anteil der Personen, die „gläubig, aber nicht praktizierend“ sind, in den letzten 16 Jahren um etwa 3 Prozentpunkte gestiegen ist. Dieser Befund zeigt, dass Religiosität eine individuellere Struktur annimmt und kollektive religiöse Praktiken wie Gottesdienste zunehmend flexibleren und persönlicheren Glaubensformen weichen.
ANTEIL DER „STRENG GLÄUBIGEN“ UNVERÄNDERT
Bei dem Anteil der Personen, die sich als „streng gläubig“ (sofu) bezeichnen, also strikt an religiöse Regeln gebunden sind, wurde hingegen keine Veränderung beobachtet. Der Anteil dieser Gruppe blieb auf dem gleichen Stand wie 2008.
MARKANTE DATEN AUS DER STUDIE
Diejenigen, die sagen „Ich bin religiös“: 2008: 55 % → 2024: 46 %
Anteil der Glaubenslosen/Atheisten: Im Vergleich zu 2008 vervierfacht
Gläubig, aber nicht praktizierend: Anstieg um 3 Prozentpunkte in den letzten 16 Jahren
Anteil der streng Gläubigen: Unverändert geblieben
Nachrichtenquelle : 12punto
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