Im Visier der Regierung: Welche Beschlüsse wurden beim TÜSİAD-Treffen gefasst?
Nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen Ömer Aras, den Vorsitzenden des Hohen Beratungsrates (YİK) der TÜSİAD, trafen sich hochrangige Führungskräfte und ehemalige Vorsitzende des Verbandes. Es wurde bekannt, welche Entscheidungen die TÜSİAD in diesem Prozess getroffen hat, um auf die Spannungen mit Ankara zu reagieren, ohne diese weiter zu eskalieren.
Der Türkische Verband der Industriellen und Unternehmer (TÜSİAD) hat nach der Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen den Vorsitzenden des Hohen Beratungsrates, Ömer Aras, eine außerordentliche Sitzung abgehalten.
Bei dem Treffen, an dem ehemalige Vorsitzende, Ehrenmitglieder und hochrangige Führungskräfte der TÜSİAD teilnahmen, wurde erörtert, welche Haltung gegenüber den jüngsten Entwicklungen eingenommen werden soll.
Wie zu erfahren war, hat die Verbandsführung beschlossen, zu agieren, ohne die Brücken nach Ankara abzubrechen, jedoch gleichzeitig an ihrer Kritik festzuhalten.
WAS GESCHAH AUF DER TÜSİAD-GENERALVERSAMMLUNG?
In einer Präsentation während der ordentlichen Generalversammlung der TÜSİAD wurde eine Folie mit dem Titel „Außergewöhnliche Ereignisse im politischen Leben“ gezeigt. Auf dieser Folie wurden unter Hinweis auf Gerichtsverfahren gegen Politiker, Geschäftsleute und Journalisten die Formulierungen „werden befragt, werden verhaftet“ verwendet.
Darüber hinaus wurde in Bezug auf die aus den Türkischen Streitkräften (TSK) entlassenen Leutnants die Formulierung „werden aus der Armee entlassen“ verwendet.
Bei dem Treffen äußerte sich auch der Vorsitzende des Hohen Beratungsrates der TÜSİAD, Ömer Aras, mit wichtigen Botschaften. Aras kritisierte die Praxis der Zwangsverwaltung, die in letzter Zeit zunehmenden Ermittlungen und Verhaftungen sowie die Verfahren gegen den Bürgermeister der Stadt Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu. Diese Kritik führte zu einer neuen Spannung zwischen der Regierung und der TÜSİAD.
ERMITTLUNGSVERFAHREN GEGEN ÖMER ARAS EINGELEITET
Aufgrund seiner Reden auf der Generalversammlung der TÜSİAD wurde von der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen Ömer Aras eingeleitet.
Es wurde angegeben, dass das Ermittlungsverfahren auf den Vorwürfen basiert, Aras habe mit seinen Reden „versucht, die faire Rechtsprechung zu beeinflussen“ und „öffentlich unwahre Informationen verbreitet“.
Diese Entwicklung löste innerhalb der TÜSİAD ein großes Echo aus. Die Verbandsführung berief ein hochrangiges Treffen ein, um den Prozess zu bewerten und das weitere Vorgehen festzulegen.
GEMEINSAME HALTUNG DER TÜSİAD: VOLLE UNTERSTÜTZUNG FÜR ARAS
Nach der Entscheidung zur Einleitung des Ermittlungsverfahrens kamen ehemalige Vorsitzende, YİK-Mitglieder und Geschäftsleute, die als „weise Persönlichkeiten“ des Verbandes gelten, bei der TÜSİAD zusammen. An dem Treffen nahmen auch bedeutende Persönlichkeiten wie die ehemaligen TÜSİAD-Vorsitzenden Rahmi Koç, Tuncay Özilhan, Bülent Eczacıbaşı und Cem Boyner teil.
Wie Jale Özgentürk von der Zeitung Cumhuriyet berichtet, führt die TÜSİAD-Führung seit zwei Tagen umfassende Beratungen durch.
Hinsichtlich der Antwort an die Regierung wurden zwei verschiedene Entwürfe für eine Erklärung vorbereitet. Während in den Texten betont wird, dass man hinter den Reden von Ömer Aras stehe und die Kritik der TÜSİAD unterstütze, wird eine ausgewogene Sprache angestrebt, um die Beziehungen zu Ankara nicht weiter zu belasten.
Die TÜSİAD-Führung hat beschlossen, den Prozess zu steuern, ohne eine direkte Krise mit der Regierung heraufzubeschwören, aber auch ohne Kompromisse bei ihren Grundprinzipien einzugehen. Es wird erwartet, dass die vorbereitete Erklärung in den kommenden Tagen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Nachrichtenquelle : 12punto
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