„Tapferer Sohn Ankaras“: Generalstaatsanwalt am Kassationsgericht bricht nach Kritik durch regierungsnahe Medien sein Schweigen
Muhsin Şentürk, der Generalstaatsanwalt am Kassationsgericht, war ins Visier regierungsnaher Medien geraten, nachdem er sich bei einem Festival in Çamlıdere beim Bürgermeister der Stadtverwaltung Ankara, Mansur Yavaş, bedankt und ihn als „tapferen Sohn Ankaras“ bezeichnet hatte. Şentürk erklärte nun, seine Worte seien verzerrt worden.
Das 45. Traditionelle Aluçdağlı-Ölringkampf-Festival, das im Bezirk Çamlıdere in Ankara stattfand, wurde Schauplatz einer unerwarteten Kontroverse. An dem Festival, das von der Gemeinde und dem Bezirksamt ausgerichtet und von der Stadtverwaltung Ankara unterstützt wurde, nahm auch der Generalstaatsanwalt beim Kassationshof, Muhsin Şentürk, teil.
In einer kurzen Rede während des Festivals dankte Şentürk dem Bürgermeister der Stadtverwaltung Ankara, Mansur Yavaş, für seinen Beitrag zur Organisation und verwendete dabei den Ausdruck „Ankaras tapferer Sohn“. Diese Worte führten jedoch dazu, dass er von regierungsnahen Medien ins Visier genommen wurde.
WELLE DER KRITIK AUS REGIERUNGSMEDIEN
Während Şentürks Rede in den sozialen Medien schnell zum Thema wurde, hagelte es Kritik von regierungsnahen Journalisten. Der Kolumnist der Zeitung Sabah, Zafer Şahin, griff Şentürk mit scharfen Worten an, und auch Fuat Uğur von der Zeitung Türkiye äußerte sich in ähnlicher Weise.
In Kreisen, die der Regierung nahestehen, wurde die lobende Äußerung eines Justizbeamten über einen Bürgermeister der Oppositionspartei als „politische Botschaft“ interpretiert. Insbesondere die Bezeichnung „tapferer Sohn“ wurde mit dem Vorwurf kritisiert, sie werfe einen Schatten auf Şentürks Unparteilichkeit.
„MEINE REDE WURDE VERZERRT, ICH WOLLTE EIN ZEICHEN DER EINHEIT SETZEN“
Nach den Reaktionen brach der Generalstaatsanwalt beim Kassationshof, Muhsin Şentürk, sein Schweigen und erklärte, seine Rede sei aus dem Zusammenhang gerissen und falsch dargestellt worden. Laut einem Bericht von Sontv, der sich auf Informationen aus den Kulissen des Kassationshofs stützt, äußerte sich Şentürk gegenüber seinem Umfeld wie folgt:
„Meine Rede war eine Botschaft der Verbundenheit und Einheit. Als jemand, der selbst in Çamlıdere geboren wurde, habe ich Herrn Mansur für seinen Beitrag zu unserem Festival gedankt. Es ist äußerst falsch, diese Worte zu politisieren.“
Nachrichtenquelle : 12punto
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