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Schockierende Vorwürfe im Fall Gülistan Doku: „Flaschendeckel-Test“ und Anweisung, „es der Familie nicht zu sagen“

Im Fall der 2020 in Tunceli verschwundenen Gülistan Doku sind neue, aufsehenerregende Vorwürfe aufgetaucht. Es wird behauptet, dass JAK-Personal im Stausee einen Test mit einem „Flaschendeckel“ durchgeführt habe und der damalige Gouverneur Tuncay Sonel angewiesen habe, die Ergebnisse nicht mit der Familie zu teilen.

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Schockierende Vorwürfe im Fall Gülistan Doku: „Flaschendeckel-Test“ und Anweisung, „es der Familie nicht zu sagen“

Im Rahmen der Ermittlungen zum Verschwinden der Studentin Gülistan Doku im Jahr 2020 in Tunceli sind neue Informationen ans Licht gekommen. Wie Tolga Şardan in seiner Kolumne berichtet, ist während der laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und der Untersuchungen durch Inspektoren des Innenministeriums eine bemerkenswerte Methode bei der Suche im Stausee in die Akten gelangt.

„FLASCHENDECKEL“-TEST IN DEN AKTEN

Ein Beamter der Jandarma-Such- und Rettungseinheit (JAK), der im Rahmen der Ermittlungen als Zeuge aussagte, erklärte, dass während der Sucharbeiten ein Test durchgeführt wurde, bei dem ein „Flaschendeckel“ in den Stausee geworfen wurde.

Der Beamte gab an, dass durch das Auftauchen des Flaschendeckels an der Wasseroberfläche am nächsten Tag deutlich geworden sei, dass der Grund des Sees nicht schlammig sei, weshalb man sich sicher gewesen sei, dass sich der leblose Körper von Doku nicht am Boden des Stausees befinde.

Das JAK-Personal gab zudem an, der Staatsanwaltschaft mitgeteilt zu haben, dass die Suche aufgrund dieser Erkenntnis an Land intensiviert werden müsse.

VORWURF: „NICHT DER FAMILIE SAGEN“

Der aussagende JAK-Beamte erklärte, er habe diese Information an den damaligen AFAD-Direktor von Tunceli, Cem Erdoğan, weitergegeben, der diese wiederum an den damaligen Gouverneur von Tunceli, Tuncay Sonel, übermittelt habe.

Der gleichen Aussage zufolge soll Sonel nach Anhören der Information verärgert reagiert und gesagt haben: „Sie sollen das der Familie nicht sagen und die Familie nicht unnötig beunruhigen.“

Den Unterlagen zufolge wurden nach diesem Vorfall einige Beamte, darunter auch JAK-Personal, aus Tunceli versetzt.

SONELS VERTEIDIGUNG: „ICH WUSSTE VON NICHTS“

Aufgrund dieser Vorwürfe, die die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft erregten, wurde Tuncay Sonel vernommen. Es wurde bekannt, dass Sonel, der sich derzeit in Haft befindet, bei seiner Befragung angab, von dem besagten Vorfall nichts gewusst zu haben.

Zudem soll Sonel erklärt haben, dass ihm auch die Taucher, die im Stausee suchten, ähnliche Informationen gegeben hätten. In seiner Aussage heißt es: „Ich wollte auch nicht, dass so viel Geld ausgegeben und Mühe investiert wird, aber wir haben die Arbeiten trotz allem aus Rücksicht auf den Schmerz der Familie fortgesetzt.“

SOYLU ZUR GOUVERNEURSERNENNUNG

Der Fall Gülistan Doku bleibt weiterhin im Zentrum politischer Debatten. Der damalige Innenminister Süleyman Soylu antwortete in einer Fernsehsendung auf Kritik an der Ernennung von Tuncay Sonel nach Tunceli.

Auf den Vorwurf „Hättest du diesen Gouverneur nicht dorthin ernannt“ entgegnete Soylu: „Habe ich etwa einen Vertrag mit diesem Gouverneur geschlossen? Dort gibt es Recht, dort gibt es die Justiz. Vielleicht steckt Süleyman Soylu dahinter, vielleicht Ahmet, vielleicht Mehmet.“

In derselben Sendung kündigte Süleyman Soylu an, sich nach 2028 aus der Politik zurückzuziehen, und sagte: „Wer auch nur einen Tag stehen bleibt, ist ein Ehrloser. Wer auch nur einen Tag stehen bleibt, ist ein Ehrloser.“

Tolga Şardan wies in seinem Artikel darauf hin, dass unterschiedliche Behauptungen über den Grund für Soylus Entscheidung im Umlauf seien. Eine dieser Behauptungen besagt, dass die steigende Wahrscheinlichkeit der Rückkehr einer im Ausland lebenden Person in die Türkei und die anhaltende Feindseligkeit zwischen den Parteien eine Rolle gespielt hätten.

AUFRUF: „WER BEWEISE HAT, SOLL SIE VORLEGEN“

Soylu ging in seinen Erklärungen auch auf die Kritik an seiner Amtszeit ein und sagte: „Wir haben unsere Aufgabe wie ein Mann erfüllt, bis zum Ende. Wer Beweise oder Informationen hat, ist ein Feigling, wenn er nicht alles, was mich betrifft, offenlegt.“

Tolga Şardan führte in seinem Artikel aus, dass zu den Themen, die bei einer Veröffentlichung der Dokumente über seine Amtszeit untersucht werden müssten, gehören: die Rekrutierung von Personal für die Cyberkriminalitätsbekämpfung, die Beschaffung von Polizeisoftware, die Gerichtsverfahren gegen einige Bürokraten, die Vergabe von Staatsbürgerschaften, die Verbindungen einiger Namen zu den Operationen „Bataklık“ (Sumpf) und „Demir Yumruk“ (Eiserne Faust) sowie Waffenscheine und die Nutzung von Blaulicht-Kennzeichen.


Nachrichtenquelle: 12punto

Gülistan Doku