Haftbefehl gegen Deniz Göktaş aufgehoben: Erneute Festnahme noch vor der Entlassung aus dem Gefängnis
Nach einem Einspruch gegen die Inhaftierung des Komikers Deniz Göktaş wurde dessen Haftentlassung angeordnet. Unmittelbar nach dieser Entscheidung wurde Göktaş per SEGBİS dem 4. Friedensstrafgericht von Istanbul vorgeführt und wegen des Vorwurfs der „Verherrlichung von Straftaten und Straftätern“ erneut inhaftiert, noch bevor er das Gefängnis verlassen konnte.
Das Istanbuler Amtsgericht, das den Einspruch gegen die Inhaftierung des Komikers Deniz Göktaş prüfte, der in der als „Brunnen-Typ“ bekannten Hochsicherheits-Strafvollzugsanstalt Karatepe in Çorlu inhaftiert ist, hat dessen Haftentlassung angeordnet.
Nach der Entscheidung zur Haftentlassung wurde Göktaş per SEGBİS wegen des Vorwurfs der „Verherrlichung von Straftaten und Straftätern“ einem Friedensstrafgericht vorgeführt. Göktaş’ Anwalt wurde nicht benachrichtigt; stattdessen wurde ein Pflichtverteidiger von der Anwaltskammer hinzugezogen. Göktaş erklärte, dass er mit seinem Programm „Ölü Deniz“ (Totes Meer) keinerlei Absicht verfolgt habe, Straftaten oder Straftäter zu verherrlichen.
Laut einem Bericht von Furkan Karabay von Medyascope sagte Göktaş: „Die Türkei entwickelt sich zunehmend zu einem verarmten Land, das sagen auch die Verantwortlichen und Minister. Ich bin Komiker, so etwas würde ich nicht tun, das Ganze enthält lediglich eine humoristische Kritik.“
Das 4. Friedensstrafgericht von Istanbul ordnete die erneute Inhaftierung aufgrund folgender Äußerungen in Göktaş’ Programm an: „Mit den Ticketeinnahmen der ersten Reihe von heute – wobei die erste Reihe ohnehin von der Stadtverwaltung eingeladen ist, da gibt es keine Einnahmen. Sagen wir die zweite Reihe, das ist sicherer. Mit den Ticketeinnahmen der zweiten Reihe von heute können wir in der Türkei einen Auftragskiller anheuern und einen konkurrierenden Komiker umbringen lassen. So ist die Marktlage derzeit. Nur die zweite Reihe und dazu eine Telegram-Gruppe. Da schreibt man ‚Daltonlar‘ (Dalton-Bande), das ist eine sehr professionelle Kommunikation. Man überweist das Geld per Bitcoin, und die verfolgen das nicht einmal. Wenn sie ihn umgebracht haben, kommt ein Foto: ‚Das war er doch, oder Bruder?‘ Er hatte zwar einen Zwilling, aber das war mein Fehler. Man überweist erneut, ein großartiges System…“
Das Gericht bewertete die besagten Äußerungen als „Ausdrucksformen, die die kriminellen Handlungen der bekannten Verbrechergruppe ‚Daltonlar-Bande‘ verherrlichen, legitimieren und den Zugang zu Straftaten erleichtern“.
Das 4. Friedensstrafgericht von Istanbul begründete den Haftbefehl mit der „Fluchtgefahr und der Gefahr der Beweisverdunkelung“. Göktaş wird weiterhin im Gefängnis bleiben.
Nachrichtenquelle: 12punto
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