Haftbefehl gegen Jugendliche nach Protest gegen Arbeitsunfall in Dilovası gefordert
Neun Mitglieder der Jugendkomitees, die gegen die Explosion in Dilovası (Kocaeli) protestierten, bei der 6 Arbeiter ums Leben kamen, wurden nach einer Demonstration in den Straßen von Kadıköy mit dem Banner „Todesursache: Holding-Mächte“ festgenommen. Für 4 der Jugendlichen wurde Haftbefehl beantragt.
Bei einer Explosion in einer Kosmetikfabrik im Bezirk Dilovası in Kocaeli kamen kürzlich insgesamt 6 Menschen ums Leben, darunter 2 Kinder. Bei dem Vorfall wurden zudem 7 Personen verletzt. Es wurde bekannt, dass die betreffende Fabrik bereits zuvor aufgrund von Mängeln bei der Arbeitssicherheit und der Beschäftigung von Kindern bei der staatlichen Beschwerdestelle CİMER gemeldet worden war. Nach dem Brand ergaben Untersuchungen, dass die Fabrik keine Betriebserlaubnis hatte und trotz der Beschwerden keine Maßnahmen ergriffen wurden.
PROTEST DER JUGENDLICHEN: "TODESURSACHE: HOLDING-MÄCHTE"
Um gegen den Arbeitsunfall in Dilovası zu protestieren, wurde in Kadıköy unter dem Motto „Wir wollen nicht sterben“ eine Aktion mit dem Banner „Todesursache: Holding-Mächte“ durchgeführt. Die Teilnehmer der Aktion sind als Mitglieder der Jugendkomitees bekannt. Nach dem Protest wurden 9 Jugendliche von der Polizei festgenommen.
JUGENDLICHE WURDEN MIT VORWÜRFEN AN DIE STAATSANWALTSCHAFT ÜBERSTELLT
Die nach der Aktion festgenommenen Jugendlichen wurden zunächst auf der Polizeiwache İskele festgehalten. Dort wurde ein Verfahren wegen des Vorwurfs der „Aufstachelung der Bevölkerung zu Hass und Feindseligkeit“ eingeleitet. Anschließend wurden sie heute zur Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft an das Anadolu-Justizgebäude überstellt.

HAFTBEFEHL FÜR 4 JUGENDLICHE GEFORDERT
Nach Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Maßnahmen wurden 4 der 9 Jugendlichen mit dem Antrag auf Untersuchungshaft dem zuständigen Friedensgericht für Strafsachen vorgeführt. Die anderen 5 Jugendlichen wurden dem Gericht mit der Forderung nach gerichtlicher Kontrolle überstellt. Die Haftanträge gegen die Jugendlichen kamen aufgrund des Inhalts des Protests und der als illegal eingestuften Banner zustande.

Dass trotz der bei CİMER eingegangenen Beschwerden keine notwendigen Kontrollen in der Fabrik durchgeführt wurden, hat das Ausmaß der Fahrlässigkeit hinter der tödlichen Explosion und dem Arbeitsunfall verdeutlicht. Die Jugendlichen, die an dem Protest teilnahmen, hatten mit ihrer Aktion gefordert, solche Vorfälle zu verhindern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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