Hinter den Kulissen: Staatsanwalt nach Angriff – er wollte Aussagen von Hulusi Akar und Hakan Fidan zum 15. Juli, daraufhin wurde er versetzt und sein Personenschutz reduziert
Es wird behauptet, dass der Kassationshof-Staatsanwalt Necip Cem İşçimen, der in Kadıköy, Istanbul, angegriffen wurde, im Rahmen der Ermittlungen zum Putschversuch vom 15. Juli die Aussagen des damaligen Generalstabschefs Hulusi Akar und des damaligen MİT-Chefs Hakan Fidan einholen wollte. Nach dieser Forderung wurde İşçimen von Terror- und Putschermittlungen abgezogen, auf andere Posten versetzt und sein Personenschutz reduziert.
Der Cumhuriyet-Kolumnist Barış Terkoğlu erklärte, dass der Kassationshof-Staatsanwalt Necip Cem İşçimen, der in Kadıköy, Istanbul, angegriffen wurde, im Rahmen der Ermittlungen zum Putschversuch vom 15. Juli die Aussagen des damaligen Generalstabschefs Hulusi Akar und des damaligen MİT-Chefs Hakan Fidan einholen wollte. Terkoğlu sagte: „Es heißt, dass insbesondere Hulusi Akar über diese Forderung sehr verärgert war. Er habe Lobbyarbeit betrieben, um den stellvertretenden Oberstaatsanwalt von Ankara, der seine Aussage einholen wollte, aus dem Amt zu entfernen“, und fügte hinzu, dass Staatsanwalt İşçimen von Terror- und Putschermittlungen abgezogen und sein Personenschutz reduziert wurde.
Barış Terkoğlu gab in seinem Artikel mit dem Titel „Die verborgene Geschichte des angegriffenen Namens“ folgende Informationen über den in Kadıköy, Istanbul, angegriffenen Kassationshof-Staatsanwalt Necip Cem İşçimen:
„Nachdem er acht Monate lang als Experte bei der Ombudsstelle gearbeitet hatte, wurde er im März 2015 zur Oberstaatsanwaltschaft Ankara berufen. Dort war er als stellvertretender Oberstaatsanwalt für die verfassungsmäßige Ordnung tätig. Er leitete wichtige Ermittlungen wie die zum Anschlag am Bahnhof Ankara, in der Merasim Sokak, zu den Anschlägen in Kızılay, sowie zu KPSS, TÜBİTAK, KOSGEB, dem 15. Juli, dem Mord an Karlow und dem Mord an Necip Hablemitoğlu.
Darüber hinaus leitete er die Ermittlungen zum Verkauf der Baupläne des nationalen Infanteriegewehrs MPT-76 sowie die Ermittlungen zu den Komplotten um das ‚Kosmische Zimmer‘ und die MHP-Baykal-Kassetten.
Der Wendepunkt seiner beruflichen Laufbahn war der Putschversuch vom 15. Juli. Er leitete 69 separate FETÖ-Verfahren ein und entlarvte den ‚Friedensrat im Inland‘ namentlich. Doch die von ihm verfassten Anklageschriften und die Verdächtigen, die er in den Ermittlungen ins Visier nahm, störten einige Leute. So sehr, dass er, obwohl er den Befehl ‚Wen auch immer wir auf dem Luftwaffenstützpunkt Akıncı finden, nehmen wir fest‘ gab, Adil Öksüz nicht an ihn, sondern an eine andere Staatsanwaltschaft übergeben wurde. Als er sich zudem dagegen wehrte, dass im Rahmen der Technokent-Ermittlungen einige Grundstücke der Hacettepe-Universität an die TÜRGEV übergeben werden sollten, wurde er auf die ‚schwarze Liste‘ gesetzt.“
Terkoğlu, der Insiderinformationen über die Erlebnisse von Staatsanwalt İşçimen während der FETÖ-Ermittlungsprozesse weitergab, schrieb Folgendes:
„Er wollte den damaligen Gouverneur von Ankara, Mehmet Kılıçlar, der während der FETÖ-Komplotte Polizeipräsident war, festnehmen lassen. Er wurde jedoch daran gehindert.
Aber der eigentliche Bruch kam, als er die Aussagen von zwei Namen zum 15. Juli einholen wollte: Hulusi Akar und Hakan Fidan.
Es heißt, dass insbesondere Hulusi Akar über diese Forderung sehr verärgert war. Er habe Lobbyarbeit betrieben, um den stellvertretenden Oberstaatsanwalt von Ankara, der seine Aussage einholen wollte, aus dem Amt zu entfernen.
Als dann...
Yüksel Kocaman Oberstaatsanwalt von Ankara wurde...
Wurde er von Terror- und Putschermittlungen abgezogen. Er wurde für Computerkriminalität zuständig gemacht, wo er seine Erfahrung und sein Wissen nicht einsetzen konnte. Danach wurde versucht, ihn aus Ankara zu entfernen und in Grenzprovinzen zu schicken.
Das reichte nicht.
Er wurde zum Staatsanwalt am Kassationshof gemacht, der in der Welt der Justiz als Ort des Exils bekannt ist.
Das reichte nicht.
Die Anzahl seines Personenschutzes wurde reduziert.
Das reichte nicht.
Während der Covid-Zeit kämpfte er um sein Leben und entkam nur knapp dem Tod. Selbst in dieser Zeit wollte man ihm seinen Dienstwagen entziehen.
Am Kassationshof wurde er für ‚einfache‘ Delikte wie Betrug und Hochstapelei zuständig gemacht.“
Ja... Sie haben die kurze Lebensgeschichte von Necip Cem İşçimen gelesen. Jener Staatsanwalt am Kassationshof, der in Istanbul angegriffen wurde...
Seit Tagen verurteilen AKP-Mitglieder und die regierungsnahen Medien den Angriff auf İşçimen und drücken ihr Bedauern aus. Dabei war İşçimen, der heute körperlich angegriffen wurde, bereits während seiner Dienstausübung schwerer psychischer Gewalt ausgesetzt. Sie wollen nicht, dass Sie das wissen, vergessen Sie es nicht.
Nachrichtenquelle: 12punto
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