Hintergründe der turbulenten Can-Atalay-Sitzung im türkischen Parlament enthüllt: Vorwurf eines „Anrufs aus dem Palast“
Neue Details zur turbulenten Can-Atalay-Sitzung im türkischen Parlament (TBMM) sind bekannt geworden. Wie zu erfahren war, forderte die Opposition eine Sitzungsausschlussstrafe für den AKP-Abgeordneten Alpay Özalan, der den TİP-Abgeordneten für Istanbul, Ahmet Şık, angegriffen hatte. Oppositionskreise, die betonten, dass die Regierungspartei diese Strafe ablehnte, behaupteten, es habe einen Anruf aus dem Präsidentenpalast gegeben.
Die Große Nationalversammlung der Türkei (TBMM) trat gestern (16. August) um 14.00 Uhr zusammen, um über den Fall von Can Atalay, dem Abgeordneten der Arbeiterpartei der Türkei (TİP) für Hatay, zu beraten, nachdem das Verfassungsgericht (AYM) die Aberkennung seines Mandats als „nichtig“ erklärt hatte.
Der AKP-Abgeordnete Alpay Özalan griff den TİP-Abgeordneten für Istanbul, Ahmet Şık, an. Aufgrund der Vorfälle im Parlament wurde die Sitzung fünfmal unterbrochen. Bei dem Handgemenge im Parlament erlitten der CHP-Abgeordnete Okan Konuralp und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der DEM-Partei, Gülistan Kılıç Koçyiğit, Platzwunden.
MIT MEHRHEIT ABGELEHNT
In der letzten Sitzung nach den turbulenten Ereignissen wurde der Antrag der Opposition auf eine allgemeine Debatte zum Fall Can Atalay mit Stimmenmehrheit abgelehnt.
HINTERGRÜNDE DER TURBULENTEN SITZUNG
Die Hintergründe der Can-Atalay-Sitzung im Parlament sind nun ans Licht gekommen.
Dem Bericht von Cumhuriyet zufolge bewerteten die Fraktionsvorsitzenden der Parteien nach der Unterbrechung durch den AKP-Abgeordneten Bekir Bozdağ um 14.54 Uhr, ob sowohl gegen den TİP-Abgeordneten Ahmet Şık als auch gegen den AKP-Abgeordneten Alpay Özalan Sanktionen verhängt werden sollten. Zunächst wurde festgehalten, dass für beide Personen „lediglich eine Rüge in Erwägung gezogen wurde“. Es wurde jedoch bekannt, dass die Opposition diesem Vorschlag mit der Begründung widersprach: „Ahmet Şık hat zwar eine verbale Provokation geäußert, aber darauf folgte ein tätlicher Angriff mit Faustschlägen. Die Strafen dürfen hier nicht gleich sein.“
VORWURF EINES „ANRUFS AUS DEM PALAST“
Wie zu erfahren war, forderte die Opposition in den Beratungen anstelle einer Rüge einen „Sitzungsausschluss“ für Alpay Özalan. Es wurde jedoch berichtet, dass die Regierungspartei diesen Vorschlag ablehnte. Oppositionskreise, die angaben, dass die Regierungspartei nach dem Vorschlag zum Sitzungsausschluss eine interne Beratung abhielt, erhoben den Vorwurf: „Nach unserem Vorschlag führten die Abgeordneten der Regierungspartei ein Telefonat. Wahrscheinlich kam eine Anweisung aus dem Palast. Als sie zurückkehrten, hieß es plötzlich: ‚Diese Strafe soll es nicht geben, wir verhängen gar keine Strafe.‘ Zudem wurde mitgeteilt, dass Numan Kurtulmuş anstelle von Bekir Bozdağ die Sitzung leiten werde.“
OPPOSITION DROHTE MIT KONSEQUENZEN
Die Quellen berichteten, dass die Opposition daraufhin reagierte und erklärten:
„Die Fraktionsvorsitzenden der Opposition standen drei Stunden lang in Kontakt. Als die Regierungspartei eine Haltung einnahm, die auf Straflosigkeit hinauslief, erklärten die Fraktionsvorsitzenden, dass sie alle Abgeordneten aus dem Saal führen und eine Presseerklärung abgeben würden. Es wurde also ein Ultimatum gestellt und die Sitzung verlassen. Währenddessen berieten wir uns innerhalb der Opposition über die mögliche Presseerklärung. Auch die Regierungspartei bewertete die Lage intern. Schließlich unterbrach Bekir Bozdağ die Sitzung erneut und teilte mit, dass Numan Kurtulmuş die Fraktionsvorsitzenden zu einem Gespräch hinter die Kulissen gebeten habe. Als Ergebnis dieses Gesprächs wurde beschlossen, sowohl gegen Özalan als auch gegen Şık erneut eine Rüge auszusprechen.“
Andererseits wurde vermerkt, dass auch Vertreter der eigenen Partei den AKP-Abgeordneten Özalan kritisierten, ihn jedoch mit Äußerungen wie „Aber Ahmet Şık hat auch scharf gesprochen und provoziert“ verteidigten.
Nachrichtenquelle: 12punto
Meistgelesen
Verletzungsstatus von Osimhen, Lemina und Singo bei Galatasaray bekannt gegeben
Achtung beim Online-Verkauf: Steuerüberwachung ausgeweitet
VAR für das Derby Fenerbahçe gegen Beşiktaş steht fest!
Brücken und Autobahnen werden privatisiert: 15. Juli- und FSM-Brücke ebenfalls auf der Liste
Peugeot-Preisliste für September 2026 steht fest
Regeln im Schengen-Raum ändern sich
Neue Details zur 'Panel'-Operation gegen Anwälte bekannt geworden
Detail zur Gökçek-Ära bei der ABB-Untersuchung
Erste Stellungnahme von Osimhen nach Verletzung im Başakşehir-Spiel
Özlem Şanver: „Er sagte, es wird alles gut, ich habe ihm geglaubt – soll ich etwa Schläge bekommen, nur weil ich mich nicht getrennt habe?“