İmamoğlu schildert seine Erlebnisse während der Ingewahrsamnahme
Der Vorsitzende der Türkischen Anwaltskammer (TBB), Erinç Sağkan, hat den bei einer Razzia im Morgengrauen festgenommenen Bürgermeister von Istanbul, Ekrem İmamoğlu, besucht. İmamoğlu berichtete Sağkan von seinen Erlebnissen während der Ingewahrsamnahme.
Der Bürgermeister der Stadt Istanbul (İBB), Ekrem İmamoğlu, wurde im Rahmen einer auf Anweisung der Istanbuler Generalstaatsanwaltschaft durchgeführten Operation bei einer Razzia in seinem Haus festgenommen.
Der Vorsitzende der Türkischen Anwaltskammer (TBB), Erinç Sağkan, besuchte den noch immer in Gewahrsam befindlichen İmamoğlu, um sich über dessen Gesundheitszustand und den Ablauf der Ingewahrsamnahme zu informieren. Sağkan nahm an der Sendung von İsmail Küçükkaya bei Halk TV teil und teilte seine Beobachtungen.
"SEINE GESUNDHEIT UND SEINE MORAL SIND SEHR GUT"
Sağkan erklärte, dass es Ekrem İmamoğlu gesundheitlich gut gehe: "Ich habe ihn im Polizeipräsidium Vatan besucht. Er ist bei bester Gesundheit und guter Stimmung. Er teilte mit uns seine Sorgen hinsichtlich der Auswirkungen solcher Razzien im Morgengrauen durch die Generalstaatsanwaltschaften auf das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Rechtsstaat. Er sprach sowohl über die negativen Auswirkungen auf die Bürger als auch über die negativen Folgen für die türkische Wirtschaft."
Sağkan betonte, dass İmamoğlu weniger persönliche Sorgen als vielmehr die allgemeinen Ängste der Gesellschaft zum Ausdruck gebracht habe. Er wies darauf hin, dass der Prozess der Ingewahrsamnahme bereits etwa vier Tage andauere und für die Akte eine Geheimhaltungsklausel bestehe.
"ER HÄLT SICH IN DER GEWAHRSAMSZELLE AUF"
Bezüglich der Haftbedingungen von Ekrem İmamoğlu erklärte Sağkan, dass dieser allein in einer Gewahrsamszelle untergebracht sei. Sağkan sagte: "Er befindet sich in Gewahrsam; er hält sich in der Zelle auf. Wenn ein Anwalt zu einem Gespräch kommt, wird er aus der Zelle geholt. Als ich dort war, war er allein in der Zelle. Er kann seine Anwälte treffen." Er fügte hinzu, dass es zu Beginn des Prozesses einige Hindernisse bei den Anwaltsbesuchen gegeben habe, diese Probleme jedoch schnell gelöst worden seien.
'GESUNDHEITSCHECK WURDE IM POLIZEIPRÄSIDIUM DURCHGEFÜHRT'
Sağkan erklärte, dass die medizinischen Untersuchungen von İmamoğlu nicht in der Rechtsmedizin, sondern im Polizeipräsidium durchgeführt wurden. Sağkan wies darauf hin, dass dies zu Missverständnissen führen könne, und sagte: „Bei einer medizinischen Untersuchung sollte kein Polizeibeamter anwesend sein. Wenn eine Person schlecht behandelt wurde, muss sie dies einem Arzt in einer freien Umgebung ohne den Druck von Polizeibeamten schildern können. Der Hauptzweck des daraus resultierenden Berichts ist es ohnehin, sicherzustellen, dass Personen keinem Druck oder Misshandlungen ausgesetzt sind.“
„DIE PRAXIS IST ABSOLUT FALSCH“
Sağkan betonte, dass die bei den medizinischen Untersuchungen angewandte Methode nicht korrekt sei, und äußerte: „Auch wenn es nach außen hin sensibel erscheinen mag, ist die Praxis absolut falsch. Die Person sollte direkt in ein Krankenhaus überstellt und dort ohne die Anwesenheit von Polizeibeamten von einem Arzt untersucht werden.“
Sağkan erklärte, dass İmamoğlu mit der ihm während der Ingewahrsamnahme entgegengebrachten Höflichkeit zufrieden sei, und schloss seine Worte mit: „Bis zu dem Zeitpunkt, als ich Ekrem Bey gestern Abend sah, teilte er uns mit, dass er keinerlei Probleme bezüglich seiner Situation habe und es absolut keine Misshandlungen gegeben habe; im Gegenteil, man sei ihm mit großer Höflichkeit begegnet.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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