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Ist die Palästina-Frage ein Instrument zur Einmischung in den Lebensstil?

In Istanbul entbrannte eine Debatte, nachdem ein der AKP nahestehender Verein die bunten Treppen in Cihangir, einem beliebten Treffpunkt für junge Menschen, in den Farben der palästinensischen Flagge gestrichen hatte.

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Ist die Palästina-Frage ein Instrument zur Einmischung in den Lebensstil?

Der Verein YediHilal ist keine Organisation mit einer sehr langen Geschichte. Der Verein, dessen Gründung mit Koranlesungen in der Üsküdar-Moschee in Istanbul „gesegnet“ wurde und an dessen Veranstaltungen zahlreiche hochrangige AKP-Mitglieder, allen voran Numan Kurtulmuş, teilnehmen, sorgte kürzlich für Aufsehen und Kritik, als er Broschüren mit der Aufschrift „Jedes Haus eine Moschee“ verteilte, um Studenten, die keinen Platz in staatlichen KYK-Wohnheimen gefunden hatten, in „ihre eigenen Häuser“ zu locken.

Nun steht der Verein mit einer neuen Aktion im Zentrum der Kritik. Warum? Die berühmten, regenbogenfarbenen Treppen von Cihangir in Istanbul mit ihrem Blick auf das Meer sind seit Jahrzehnten ein beliebter Treffpunkt, insbesondere für junge Menschen. Jeden Abend ist die Treppe gefüllt mit jungen Gruppen, die dort sitzen, sich unterhalten, manchmal etwas trinken und niemanden stören. Der Verein Yedi Hilal hat gestern diese Treppen, an denen sich ihre eigenen Mitglieder und Sympathisanten normalerweise nie aufhalten, in den Farben der palästinensischen Flagge gestrichen.

Ein Verein namens „Yedi Hilal“ gab auf seinem X-Account bekannt, dass sie die Bemalung selbst vorgenommen hätten.

'SIE WERDEN HIER NUN ANSPRÜCHE ERHEBEN'

Die kritischen Kommentare zu dieser Aktion ließen in den sozialen Medien nicht lange auf sich warten. Einige der Kritiker – wie auch die heutige Schlagzeile der Zeitung Sözcü – ärgerten sich darüber, dass nicht bedacht wurde, dass Menschen auf die palästinensische Flagge treten würden. Sözcü brachte diese Reaktionen mit der Schlagzeile „Palästinensische Flagge unter den Füßen“ auf die Titelseite. Doch in den sozialen Medien ging es nicht nur um die Respektlosigkeit gegenüber der Flagge. Viele Nutzer schrieben, dass diese Bemalung ein Versuch des Vereins sei, einen Raum zu besetzen, in dem eine Kultur herrscht, die nicht die ihre ist. Einige äußerten die Vermutung: „Zuerst haben sie es bemalt, dann werden sie kommen und sagen: 'Ihr könnt nicht auf die Flagge treten, ihr könnt hier nicht sitzen, ihr könnt hier nichts trinken', und so ihre Herrschaft über diesen Bereich erklären.“

Ob diese Sorgen berechtigt sind, wird die Zeit zeigen, aber die einzige Realität ist vorerst, dass die jahrelangen Regenbogenfarben auf den Treppen verschwunden sind und die palästinensische Flagge an ihre Stelle getreten ist. 

ENGER KONTAKT ZUR ENSAR-STIFTUNG

Der Verein, der auch Aktivitäten für Kinder in Istanbul, Kayseri, Kahramanmaraş und anderen Provinzen durchführt, hält in Camps, die unter Titeln wie „Kultur und Kunst“, „Ausflüge“ oder „Ideenwerkstätten“ organisiert werden, Präsentationen über Dschihad und Eroberungen. Der Verein, der in den Provinzen, in denen er tätig ist, auch engen Kontakt zu reaktionären Stiftungen und Organisationen wie der Ensar-Stiftung pflegt – in deren Einrichtungen 46 Kinder missbraucht wurden –, besucht zudem die Bildungsdirektionen einiger Provinzen und erklärt in seinen Publikationsorganen, dass er „nach Wegen sucht, gemeinsam zu handeln“.


Nachrichtenquelle: 12punto

Cihangir Ensar-Stiftung Yedi Hilal Verein