Reaktion von Journalist Ağırel auf „Eid“: Kinder müssen Eide mit „Märtyrertum“-Fokus schwören
Die Istanbuler Provinzdirektion für nationale Bildung hatte eine Untersuchung eingeleitet, nachdem in einer Imam-Hatip-Mittelschule der Eid der Tevhid-ve-Sünnet-Gemeinde rezitiert wurde. Der Journalist Murat Ağırel bewertete die betreffenden Aufnahmen in einer Erklärung auf seinem Social-Media-Account.
In der Necip-Fazıl-Kısakürek-Imam-Hatip-Mittelschule im Istanbuler Bezirk Arnavutköy wurde eine Untersuchung eingeleitet, weil Schüler den Eid der Gruppe von Halis Bayancuk, bekannt unter dem Spitznamen Ebu Hanzala und für seine Verbindungen zum IS bekannt, rezitieren mussten.
Dass Kindern der „Eid der Muvahhiddin“ (Muvahhiddin Andı), ein Text salafistischer Prägung, der bei Treffen der „Tevhid-ve-Sünnet-Gemeinde“ verwendet wird, vorgelesen wurde, hatte für große Empörung gesorgt.
Die Istanbuler Provinzdirektion für nationale Bildung gab eine Erklärung zu dem Vorfall ab, bei dem Kinder den Eid einer Gruppe rezitieren mussten, die mit der Terrororganisation IS in Verbindung gebracht wird.
In der ersten Untersuchung zu dem Thema wurde mitgeteilt, dass das betreffende Video mit Wissen der Schulleitung aufgenommen und auf dem Social-Media-Account der Schule geteilt wurde und dass der Beitrag nach der entstandenen öffentlichen Sensibilität gelöscht wurde.
REAKTION VON JOURNALIST AĞIREL AUF DEN „EID DER MUVAHHİDDİN“
Während der von den Schülern rezitierte Eid auf breite Ablehnung stieß, wurde die Einleitung einer Untersuchung zu den Aufnahmen bekannt gegeben. Der Journalist Murat Ağırel reagierte ebenfalls über seinen Social-Media-Account auf das Bildungsministerium und lieferte dabei brisante Informationen.
Hier ist die Erklärung von Ağırel:
„Halis Bayancuk, alias Ebu Hanzala, ist ein Name, der für seine salafistischen Äußerungen bekannt ist und behauptet, dass Demokratie ‚für Ungläubige‘ sei. Zuletzt wurde er nach dem Angriff auf das Polizeirevier Balçova festgenommen.
Der Eid, den die Kinder in den öffentlich gewordenen Videos schwören mussten, ist der Eid der Tevhid-Sünnet-Gemeinde. Derselbe Eid wurde auch bei den Veranstaltungen der Zeitschrift Tevhid im Jahr 2023, die quasi als Presseorgan von Ebu Hanzala fungiert, von den Mitgliedern kollektiv geschworen.
Die Wahrheit, die hier unterstrichen werden muss, ist folgende:
Das sind Kinder.
Kinder müssen Eide mit ‚Märtyrertum‘-Fokus schwören; ihnen werden Hymnen vorgespielt, die Tod und Aufopferung romantisieren, wie etwa ‚Erlaube uns, auf deinem Weg zu sterben‘. Und dann fragen wir uns: ‚Wie vergiften IS und Al-Qaida Kinder und Jugendliche?‘ Dabei liegen die angewandten Methoden klar auf der Hand.
Während einerseits unter dem Vorwand, ‚Rap zu machen‘, in Liedern die Gang-, Mafia- und Drogenkultur verherrlicht wird, lässt man andererseits reaktionäre Strukturen gewähren, die Kindern im Namen der Religion ideologische Loyalität und ein auf den Tod ausgerichtetes Weltbild einimpfen.
Der Bildungsminister, der in dieser Situation seine Stimme erheben müsste, unterstützt dies stattdessen!“

Nachrichtenquelle: 12punto
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