169 Tote bei Kahramanmaraş-Erdbeben: Bauunternehmer verwendeten glatten Betonstahl
Es wurde bekannt, dass die Bauunternehmer der Emlakbank 1. Etap Konutları im Bezirk Antakya in Hatay, die bei den Kahramanmaraş-Erdbeben vom 6. Februar für 169 Menschen zum Grab wurden, glatten Betonstahl ohne Rippen verwendet haben.
Bei der Erdbebenkatastrophe mit Zentrum in Kahramanmaraş stürzten die Emlakbank 1. Etap Konutları im Bezirk Antakya in Hatay ein, wobei 169 Menschen ihr Leben verloren.
Der Bauunternehmer Mehmet Özat, gegen den ein Haftbefehl vorlag, wurde im November 2023 in Ankara festgenommen, nachdem Sinem Boyacı, die bei dem Erdbeben neun Familienmitglieder verloren hatte, Anzeige erstattet hatte.
Özat gab seine Aussage per Videoübertragung (SEGBİS) gegenüber dem zuständigen Staatsanwalt in Hatay ab und wurde anschließend vom zuständigen Friedensgericht in Untersuchungshaft genommen.
GLATTER BETONSTAHL IN DEN WOHNANLAGEN VERWENDET
Die Generalstaatsanwaltschaft Hatay hat die Ermittlungen abgeschlossen und die Anklageschrift fertiggestellt.
In dem vorläufigen Sachverständigengutachten, das in die Anklageschrift gegen den inhaftierten Bauunternehmer Mehmet Özat sowie die nicht inhaftierten Mitangeklagten Erten Elçi, Mehmet İhsan Aydeğer und Abdullah Aytaç Kınay aufgenommen wurde, heißt es, dass in den Wohnanlagen glatter Betonstahl ohne Rippen verwendet wurde. Dies sei der Hauptgrund für den Einsturz der Gebäude während des Erdbebens gewesen.
Dem Bericht zufolge verlor der Beton insbesondere an den Verbindungsstellen der Säulen mit den Deckenplatten seine strukturelle Integrität. In der Anklageschrift wird zudem darauf hingewiesen, dass die Bewehrungsarbeiten unsachgemäß ausgeführt wurden, was dazu führte, dass die Säulen an den Verbindungsstellen zu den Deckenplatten brachen.
Darüber hinaus stellte der Bericht fest, dass die Bügel und Querbewehrungen in den Säulen und Balken der Struktur unregelmäßig angeordnet waren und nicht den bautechnischen Regeln und Standards entsprachen.
'NUR 3 ODER 4 MEINER GEBÄUDE SIND BEIM ERDBEBEN EINGESTÜRZT'
Der inhaftierte Angeklagte Özat äußerte sich im Rahmen der Anklageschrift wie folgt: "Obwohl in den mir vorgelesenen Aussagen und Petitionen der Kläger behauptet wird, dass ich der Bauunternehmer der Emlakbank 1. Etap war, entsprechen diese Aussagen nicht der Wahrheit. Ich habe im Laufe der Zeit zahlreiche Gebäude errichtet, und soweit ich weiß, liegt die Zahl der von mir errichteten Gebäude, die bei dem Erdbeben in Kahramanmaraş eingestürzt sind, bei 3 oder 4. Diese eingestürzten Gebäude waren etwa 40 bis 45 Jahre alt. Keines der neuen Gebäude, die ich in den letzten 10 Jahren errichtet habe, ist eingestürzt."
BIS ZU 22 JAHRE UND 6 MONATE HAFT
Der Angeklagte Özat behauptete, er sei lediglich der Bauunternehmer für den zweiten Bauabschnitt der besagten Wohnanlage gewesen, und in diesem Block habe es weder Einstürze noch Todesopfer gegeben.
In der Anklageschrift wird für die Bauunternehmer der Emlakbank 1. Etap Konutları, in der 169 Menschen ums Leben kamen, wegen "fahrlässiger Tötung und Körperverletzung mehrerer Personen durch bewusste Fahrlässigkeit" eine Freiheitsstrafe von jeweils 3 bis 22 Jahren und 6 Monaten gefordert. Zudem wurde gegen Abdullah Aytaç Kınay ein Haftbefehl erlassen. Die Anklageschrift wurde vom 3. Schwurgericht in Hatay angenommen.
Die Angeklagten werden sich am 28. November vor dem 3. Schwurgericht in Hatay verantworten müssen.
Nachrichtenquelle: 12punto
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