Kinder in Gaziantep der TÜGVA überlassen: Das Bildungsministerium übernimmt die Kosten...
Der TÜGVA, einer Stiftung, deren Vorstand Bilal Erdoğan – der Sohn des Präsidenten und AKP-Vorsitzenden Recep Tayyip Erdoğan – angehört, wurden in zwei Bezirken von Antep 315 Schulen zugewiesen. In staatlichen Schulen werden von der TÜGVA beauftragte Koran-Gelehrte (Hafiz) Koran-Kurse abhalten. Zudem werden sämtliche Kosten vom Bildungsministerium (MEB) getragen.
Das Ministerium für Nationale Bildung (MEB) hat der Türkiye Gençlik Vakfı (TÜGVA), die unter der Leitung von Bilal Erdoğan, dem Sohn des Präsidenten und AKP-Vorsitzenden Recep Tayyip Erdoğan, steht, in Gaziantep 315 Schulen zugewiesen.
Die TÜGVA-Provinzvertretung Gaziantep beantragte am 12. Juni 2024 bei der Provinzdirektion für Nationale Bildung in Gaziantep die Überlassung der Schulen für die Durchführung von Sommerschulen. Die Provinzdirektion antwortete darauf: „Im Rahmen des zwischen der TÜGVA und dem Ministerium für Nationale Bildung unterzeichneten ‚Protokolls zur Zusammenarbeit im Bildungswesen‘ für soziale, kulturelle, sportliche sowie wissenschaftliche und künstlerische Aktivitäten wird es als angemessen erachtet, im Rahmen des TÜGVA-Sommerschulprojekts Veranstaltungen zu Koran, Siyer-i Nebi (Leben des Propheten), Gottesdienst, Lesen sowie sportliche und soziale Aktivitäten durchzuführen.“ Zudem war in dem Schreiben die „Zustimmung“ des stellvertretenden Gouverneurs von Gaziantep vermerkt.
HAFIZ WERDEN „UNTERRICHTEN“
Wie İsmail Arı von BirGün berichtet; wurden insgesamt 315 Grund-, Mittel- und weiterführende Schulen in den Bezirken Şehitkamil und Şahinbey der Nutzung durch die TÜGVA überlassen. Es wurde erklärt, dass die Beauftragung der von der TÜGVA bestimmten 178 Hafiz und Imam-Hatip-Absolventen über das Zentrum für Erwachsenenbildung (Halk Eğitim Merkezi) erfolgen werde.
Uğur Kalkan, ehemaliges Mitglied des Stadtrats von Şahinbey (CHP), äußerte gegenüber BirGün Kritik an der Überlassung der Schulen an die TÜGVA und sagte: „Die Stiftung namens TÜGVA, deren zahlreiche Protokolle vom Staatsrat (Danıştay) annulliert wurden, agiert in Gaziantep weiterhin nach Belieben. Während der TÜGVA im vergangenen Sommer 135 Schulen zugewiesen wurden, stieg die Zahl in diesem Jahr auf 315, davon 250 in Şahinbey und 65 in Şehitkamil. Ich frage mich, ob die Stadtverwaltung von Şahinbey und Mehmet Tahmazoğlu einen Einfluss darauf haben, dass die Zahl in Şahinbey von 60 auf 250 gestiegen ist.“
DAS BILDUNGSMINISTERIUM TRÄGT DIE KOSTEN
Der CHP-Politiker Kalkan, der betonte: „In dem mit der Unterschrift des TÜGVA-Provinzvertreters von Gaziantep bei der Gouverneursverwaltung eingereichten Antrag werden die Zuweisung der Schulen, die Information der Schulleitungen und die Beauftragung der Ausbilder über das Zentrum für Erwachsenenbildung gefordert“, fuhr wie folgt fort:
„Außerdem wollen sie bei Bedarf auch Ersatzlehrer an den Schulen ernennen. Bilal Erdoğan war kürzlich in Gaziantep. Vom ehemaligen Minister über den Gouverneur bis hin zu den AKP-Bürgermeistern war jeder hinter ihm her. In seiner dortigen Rede behauptete er, man würde sie behindern. 315 Schulen wurden der Stiftung, deren Mitglied im Hohen Beirat er ist, zur Verfügung gestellt. Essen, Strom, Wasser und Lehrergehälter werden ebenfalls vom Ministerium bezahlt. Ich frage mich sehr, was das für eine Behinderung sein soll. In diesem Land werden keiner anderen Stiftung oder keinem anderen Verein außer der TÜGVA, TÜRGEV und ähnlichen Organisationen so viele Privilegien und Erleichterungen gewährt.“
Nachrichtenquelle: 12punto
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