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Kritik von İlber Ortaylı zur „überfüllten Einsamkeit“

Die Wahl des „Wortes des Jahres“ durch die Türkische Sprachgesellschaft (TDK) wurde vom renommierten Historiker Prof. Dr. İlber Ortaylı kritisiert. Ortaylı erklärte, dass der Begriff „kalabalık yalnızlık“ (überfüllte Einsamkeit) inhaltlich nicht korrekt sei und der Ausdruck „yalnız kalabalık“ (einsame Menge) treffender wäre.

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Kritik von İlber Ortaylı zur „überfüllten Einsamkeit“

Die Wahl des Ausdrucks "kalabalık yalnızlık" (überfüllte Einsamkeit) zum „Wort des Jahres“ infolge einer Umfrage der Türkischen Sprachgesellschaft (TDK) wurde vom renommierten Historiker Prof. Dr. İlber Ortaylı kritisiert. Ortaylı erklärte, dass dieser Begriff in Bezug auf seine Bedeutung verwirrend sei und die korrekte Verwendung in der Literatur „yalnız kalabalık“ (einsame Menge) laute.

Prof. Dr. Ortaylı äußerte, dass die TDK solche Wortwahlen ohne umfassende Recherche oder akademische Prüfung treffe. Er betonte, dass die Missachtung der Bedeutungstiefe und der korrekten Verwendung von Wörtern der Sprache schade, und unterstrich, dass die Sprache mit einem wissenschaftlichen Ansatz behandelt werden müsse.

KRITIK AN „ÜBERFÜLLTER EINSAMKEIT“ 

Ortaylı führte den Begriff „kalabalık yalnızlık“ auf das Werk „The Lonely Crowd“ (Die einsame Masse) zurück, das der Soziologe David Riesman in den 1950er Jahren veröffentlichte. Er erklärte, dass das in diesem Werk verwendete Konzept einen wichtigen Stellenwert bei der Erklärung des individuellen Entfremdungsprozesses moderner Gesellschaften einnehme. Ortaylı brachte zum Ausdruck, dass der von der TDK vorgeschlagene Begriff mit diesem soziologischen Kontext nicht vereinbar sei.

NEUER VORSCHLAG GEMACHT 

Der berühmte Historiker argumentierte, dass Begriffe wie „yalnız kalabalık“ (einsame Menge) oder „münzevi kalabalık“ (einsiedlerische Menge) anstelle von „kalabalık yalnızlık“ sinnvoller wären. Er erklärte, dass solche Ausdrücke sowohl der Ästhetik als auch der inhaltlichen Geschlossenheit der Sprache entsprechen würden.

Ortaylı sagte, dass die TDK keine korrekte Wortwahl treffe und dies ein Problem sei, das seit den 1940er Jahren bestehe. Er merkte an, dass Wörter zwar im Volksmund verbreitet sein könnten, in akademischen Kreisen jedoch ein sorgfältigerer Sprachgebrauch erforderlich sei.


Nachrichtenquelle: 12punto

TDK İlber Ortaylı